Die Karwendeltäler sind der Schlüssel zum Gebirge. Weil keine Straße das Karwendel durchquert, führen lange, stille Täler von allen Seiten hinein: von Scharnitz nach Osten, vom Achensee nach Westen, aus dem Inntal nach Norden und aus Bayern nach Süden. Manche erreichst du über eine Mautstraße, in die meisten kommst du nur zu Fuß oder mit dem Rad – und genau das macht ihren Reiz aus.
Auf dieser Seite findest du 18 Täler im Vergleich: die großen Längstäler wie Hinterautal und Karwendeltal, das berühmte Rißtal mit dem Ahornboden, wilde Schluchten wie das Vomper Loch und kleine Seitentäler, die selbst viele Stammgäste nicht kennen. Zu jedem Tal gibt es eine eigene Seite mit Zufahrt, Wegen, Almen und meinen Tipps.
Darum geht es auf dieser Seite
- Alle Täler im Vergleich
- Von Scharnitz aus
- Rißtal und Seitentäler
- Täler am Achensee
- Vom Inntal aus
- Bayerische Seite
- Auto, Maut und Rad
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zu den Karwendeltälern auf einen Blick
- Anzahl: 18 Täler auf dieser Seite, von Längstälern bis zu kleinen Seitentälern
- Längste Täler: Rißtal (ca. 30 km), Karwendeltal (ca. 15 km), Hinterautal (ca. 14 km)
- Mit Auto erreichbar: Rißtal bis zur Eng, Falzthurntal und Gerntal – jeweils Mautstraßen
- Autofrei: u. a. Hinterautal, Karwendeltal, Gleirschtal, Halltal, Johannestal, Laliderertal
- Ausgangsorte: Scharnitz, Hinterriß, Pertisau, Absam, Stans, Vomp, Leutasch, Wallgau
- Ideal mit dem Rad: Hinterautal, Karwendeltal, Johannestal, Isartal
- Stand: November 2026 – Mautzeiten und Sperrungen vor dem Besuch prüfen
Welche Täler gibt es im Karwendel – und wie unterscheiden sie sich?
| Tal | Start | Zufahrt | Highlight |
|---|---|---|---|
| Hinterautal | Scharnitz | autofrei, Rad bis Kastenalm | Isarursprung |
| Karwendeltal | Scharnitz | autofrei, Rad | Karwendelhaus |
| Gleirschtal | Scharnitz | autofrei, Rad | Gleirschklamm, Möslalm |
| Gaistal | Leutasch | Parkplatz Salzbach, dann autofrei | Almen, Ganghofer |
| Isartal | Mittenwald, Wallgau | Straße, Mautstraße bis Vorderriß | Bayerisch Kanada |
| Rißtal | Vorderriß, Hinterriß | Mautstraße bis Eng | Großer Ahornboden |
| Johannestal | Hinterriß | autofrei, Rad | Kleiner Ahornboden |
| Laliderertal | Rißtal | autofrei | Laliderer Wände |
| Rontal | Hinterriß | autofrei | Rontalalm |
| Tortal | Hinterriß | autofrei | Torwände, Wasserfälle |
| Bächental | Sylvensteinsee, Achenkirch | autofrei | Ölschiefer-Abbau |
| Falzthurntal | Pertisau | Mautstraße bis Gramaialm | Gramaialm, Lamsenjoch |
| Gerntal | Pertisau | Mautstraße bis Gernalm | Plumsjoch |
| Pletzachtal | Pertisau | Mautstraße bis Pletzachalm | 4-Almen-Runde |
| Inntal | Innsbruck, Hall, Schwaz | Bahn, Straße | Altstädte, Innradweg |
| Halltal | Absam | gesperrt, Shuttle/Taxi | St. Magdalena, Salzbergbau |
| Stallental | Stans | autofrei | Wolfsklamm, Stallenalm |
| Vomper Loch | Vomperberg | autofrei, nur zu Fuß | Wilde Schlucht |
Welche Täler starten in Scharnitz?
Scharnitz ist das „Tor zum Karwendel“. Drei große Täler beginnen hier: Das Hinterautal führt rund 14 Kilometer an der jungen Isar entlang zum Isarursprung und zum Halleranger. Das Karwendeltal zieht sich etwa 15 Kilometer am Karwendelbach entlang zum Karwendelhaus – die klassische Mountainbike-Tour. Das stille Gleirschtal zweigt an der Gleirschhöhe ab und führt zur Möslalm und weiter zur Pfeishütte. Westlich davon liegt das Gaistal bei Leutasch – geografisch schon zwischen Wetterstein und Mieminger Kette, aber mit seinen Almen ein Lieblingsziel vieler Karwendel-Urlauber.
Was macht das Rißtal und seine Seitentäler besonders?
Das Rißtal ist das bekannteste Karwendeltal: Rund 30 Kilometer führt es von Vorderriß in Bayern über Hinterriß bis in die Eng mit dem Großen Ahornboden. Kurios: Der Talboden gehört zu Tirol, mit dem Auto kommst du aber nur über Bayern hin. Von hier zweigen mehrere Seitentäler ab: das Johannestal zum Kleinen Ahornboden, das Laliderertal unter die gewaltigen Laliderer Wände sowie Rontal und Tortal mit ihren Almen und Wasserfällen. In der Saison bringt dich der Wanderbus ins Tal.
Welche Täler erreichst du vom Achensee?
Von Pertisau führen die „Karwendeltäler“ nach Westen: das Falzthurntal zur Gramaialm am Fuß von Sonnjoch und Lamsenspitze, das Gerntal zur Gernalm und zum Plumsjoch sowie das Pletzachtal mit der Pletzachalm. Die Mautstraßen sind etwa von Mai bis Oktober geöffnet, eine Maut gilt für Falzthurntal und Gerntal gemeinsam. Ganz im Norden verbindet das autofreie Bächental Achenkirch mit dem Sylvensteinsee – bekannt für Österreichs einzigen Ölschiefer-Abbau und das Tiroler Steinöl.
Welche Täler führen vom Inntal ins Karwendel?
Das Inntal mit Innsbruck, Hall und Schwaz bildet die Südgrenze. Von dort geht es durch das Halltal zu St. Magdalena und den Spuren des Salzbergbaus, durch das Stallental mit Wolfsklamm und Stallenalm hinauf zum Lamsenjoch und ins Vomper Loch, den „Grand Canyon von Tirol“ – das wildeste und einsamste Tal des Karwendels.
Welche Täler liegen auf der bayerischen Seite?
Im Westen begrenzt das Isartal das Karwendel. Zwischen Mittenwald, Krün und Wallgau fließt die Isar durch weite Wiesen, ab Wallgau als wilder Fluss durch „Bayerisch Kanada“ nach Vorderriß. Dort beginnt auch das Rißtal, das du von Bayern aus ansteuerst. Mehr zum bayerischen Teil liest du beim Naturschutzgebiet Karwendel.
Wo darfst du mit Auto und Rad ins Tal?
Mit dem Auto kommst du nur über Mautstraßen ins Rißtal bis zur Eng sowie ins Falzthurn- und Gerntal. Das Halltal ist seit 2011 gesperrt, hier helfen Shuttle und Taxi. Alle anderen Täler sind autofrei. Radfahren ist auf den Forststraßen vieler Täler erlaubt, aber nicht überall – im Hinterautal zum Beispiel nur bis zur Kastenalm. Halte dich an die Beschilderung des Naturparks. Alle Mautzeiten und Parkplätze findest du unter Parken und Maut, Radtouren unter Radfahren im Karwendel.
Wann ist die beste Zeit für die Karwendeltäler?
Von Mai bis Oktober sind die meisten Täler und Mautstraßen offen, die Almen bewirtschaftet. Der Herbst ist besonders schön, wenn Ahorn und Lärchen leuchten – allen voran am Ahornboden. Im Winter werden viele Täler zu Langlauf- und Winterwandergebieten, etwa Rißtal, Isartal und Gaistal. Die Mautstraße in die Eng ist dann gesperrt.
Was solltest du vor dem Besuch wissen? Meine Tipps & Tricks für die Karwendeltäler
- Rad mitnehmen: Die Täler sind lang – mit Mountainbike oder E-Bike werden sie zum Genuss.
- Früh starten: Mautstraßen und Parkplätze in der Eng und am Achensee sind an schönen Tagen schnell voll.
- Bargeld dabeihaben: Für Maut und Almen ist es nach wie vor praktisch.
- Übergänge planen: Viele Täler sind über Jöcher verbunden – mit Hüttennacht wird daraus eine Durchquerung.
- Wetter beachten: Nach Starkregen sind Halltal und Klammen oft gesperrt.
Häufige Fragen zu den Karwendeltälern
Welches ist das schönste Tal im Karwendel?
Das hängt von deinen Vorlieben ab. Für den Ahornboden das Rißtal, für den Isarursprung das Hinterautal, für Einsamkeit das Vomper Loch.
In welche Karwendeltäler darf man mit dem Auto?
Über Mautstraßen ins Rißtal bis zur Eng sowie ins Falzthurntal und ins Gerntal bei Pertisau. Die übrigen Täler sind autofrei.
Welches Karwendeltal ist am besten für Familien?
Das Rißtal mit dem Ahornboden, das Gaistal mit seinen Almen und das Hinterautal mit dem Rad zum Isarursprung.
Wie lang ist das längste Karwendeltal?
Das Rißtal misst von Vorderriß bis zur Eng rund 30 Kilometer.
Mein Fazit
Die Karwendeltäler sind das Herz des Gebirges: still, lang und ohne Durchgangsverkehr. Ob du mit dem Rad zum Isarursprung fährst, im Herbst über den Ahornboden schlenderst oder dich ins Vomper Loch wagst – jedes Tal zeigt dir eine andere Seite des Karwendels.
Weiterführende Links
–> Hütten und Almen im Karwendel
