Karwendelgebirge

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Das Karwendel ist ein Gebirge, das keine Straße durchquert. Zwischen Isar, Achensee und Inntal stehen 125 Gipfel über 2.000 Metern, aufgereiht in vier mächtigen Ketten, dazwischen liegen lange, stille Täler, Almen, Klammen und Bergseen. Rund 80 Prozent gehören zu Tirol, der Rest zu Bayern. Und fast alles davon steht unter Naturschutz: Der Tiroler Naturpark Karwendel ist mit 739 Quadratkilometern der größte Naturpark Österreichs.

Ich bin seit vielen Jahren im Karwendel unterwegs – zu Fuß und mit dem Mountainbike, auf Langlaufski und Tourenski, allein und mit meiner Familie. Auf dieser Website habe ich alles zusammengetragen, was ich über dieses Gebirge weiß: die schönsten Ziele, Gipfel und Täler, die Orte rundherum und die vielen kleinen Tipps, die dir vor Ort Zeit, Nerven und manchmal auch Geld sparen.

Das Karwendelgebirge mit dem Achemsee

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zum Karwendel auf einen Blick

  • Lage: Nördliche Kalkalpen, zwischen Isar, Achensee und Inntal; rund 80 % Tirol, 20 % Bayern
  • Höchster Gipfel: Birkkarspitze, 2.749 m
  • Gipfel über 2.000 m: 125
  • Gebirgsketten: vier Hauptketten von Nord nach Süd, die südlichste ist die Nordkette über Innsbruck
  • Schutzgebiete: Naturpark Karwendel (739 km², geschützt seit 1928) und Naturschutzgebiet Karwendel und Karwendelvorgebirge in Bayern (190 km²)
  • Ausgangsorte: Mittenwald, Scharnitz, Seefeld, Innsbruck, Hall, Schwaz, Achensee, Hinterriß, Lenggries
  • Anreise ohne Auto: Mittenwaldbahn über Seefeld, Scharnitz und Mittenwald; Achensee über Jenbach
  • Hauptsaison zum Wandern: Juni bis Oktober

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Was macht das Karwendel so besonders?

Seine Unberührtheit. Weil keine Straße das Gebirge quert und die wenigen Bergbahnen am Rand stehen, erlebst du im Inneren des Karwendels eine Ruhe, die in den Alpen selten geworden ist. Geschützt ist das Gebiet bereits seit 1928 – damit gehört es zu den ältesten Schutzgebieten Europas. Heute zählt der Naturpark über 1.300 Pflanzenarten, mehr als 3.000 bekannte Tierarten und rund 340 Quellen. Und er hat die größte Steinadlerdichte der Alpen: Mit etwas Glück kreist einer über dir, während du dein Gipfelbrot isst. Mehr über den Tiroler Teil erzähle ich beim Naturpark Karwendel, über den bayerischen beim Naturschutzgebiet in Bayern.

Dazu kommen Orte, die du so nirgends sonst findest. Im hintersten Rißtal stehen auf dem Großen Ahornboden über 2.200 Bergahorne, viele davon 300 bis 600 Jahre alt. Im Hinterautal entspringt die Isar, und als Wildfluss fließt sie weiter durch das Isartal. Gämsen, Murmeltiere und Alpenrosen begegnen dir auf vielen Touren – welche Arten du wo am ehesten siehst, verrate ich bei Tiere und Pflanzen im Karwendel.

Erschlossen haben das Gebirge übrigens Pioniere wie Hermann von Barth: Im Sommer 1870 bestieg er 88 Karwendelgipfel, zwölf davon als Erster. Seither ist das Karwendel ein Bergsteigergebiet mit mehr als 50 bewirtschafteten Hütten und Almen. Den großen Überblick über Geschichte, Geologie und Aufbau findest du beim Karwendelgebirge im Überblick.

Karwendel Herbst in den Alpen

Wo liegt das Karwendel – und wie kommst du hin?

Zwischen München und Innsbruck, genau auf der Grenze. Im Westen begrenzt der Seefelder Sattel das Gebirge, im Norden das Isartal mit dem Sylvensteinsee, im Osten der Achensee und im Süden das Inntal. Wie die Grenzen genau verlaufen und welche Orte dazugehören, zeige ich bei der Frage Wo liegt das Karwendel?. Den Aufbau aus vier Hauptketten – von der Nördlichen Karwendelkette bis zur Innsbrucker Nordkette – erkläre ich bei den Gebirgsketten.

Besonders angenehm: Du kommst gut ohne Auto hin. Die Mittenwaldbahn verbindet Innsbruck über Seefeld und Scharnitz mit Mittenwald, und an den Achensee fährst du mit dem Zug bis Jenbach und weiter mit der Dampf-Zahnradbahn. Ins Rißtal und in die Eng bringt dich im Sommer der Bergsteigerbus ab Lenggries. Alle Wege, auch mit dem Auto, stehen bei der Anreise ins Karwendel, die Bahnverbindungen bei Mit der Bahn ins Karwendel.

Welche Karwendel-Highlights solltest du nicht verpassen?

Wenn du nur wenige Tage hast, nimm dir diese fünf vor: den Großen Ahornboden, die Leutaschklamm, die Wolfsklamm mit dem Kloster St. Georgenberg, den Isarursprung und die Soiernseen. Sie zeigen dir das Karwendel von allen Seiten – sanft und wild, bayerisch und tirolerisch.

Darüber hinaus gibt es noch viel mehr zu entdecken: badewarme und eiskalte Seen, stille Klammen ohne Eintritt, Wasserfälle, eine Silbermine und Schlösser. Ich habe dir 26 Ziele in fünf Kategorien zusammengestellt, jedes mit eigener Seite. Den Einstieg findest du bei den schönsten Zielen im Karwendel; speziell für heiße Tage lohnt der Blick auf die Seen im Karwendel, für Regentage auf die Klammen.

Sehenswerte Klamm im Karwendelgebirge
Sehenswerte Klamm im Karwendelgebirge

Wo wohnst du am besten rund um das Karwendel?

Das hängt davon ab, was du vorhast. Auf dem Seefeld-Plateau wohnst du sonnig auf rund 1.200 Metern mit riesigem Loipennetz. In der Alpenwelt Karwendel mit Mittenwald, Krün und Wallgau erwarten dich bayerische Bilderbuchdörfer mit Lüftlmalerei. Am Achensee kombinierst du See und Berge, im Inntal Kultur und Gipfel, und im Rißtal hast du die wildeste Ecke für dich. Für jeden Ort habe ich ein eigenes Porträt geschrieben – den Überblick mit Auswahlhilfe findest du bei den Orten rund um das Karwendel.

Wo ich selbst gern übernachte, warum Hinterriß ein Tiroler Dorf ohne Straße nach Tirol ist und welche Gästekarte dir kostenlose Busfahrten bringt, steht in den Porträts. Passende Unterkünfte für jeden Geldbeutel sammle ich bei den Unterkünften im Karwendel.

Wie erlebst du das Karwendel beim Wandern?

Am besten auf langen Wegen durch die Täler und hinauf zu den Hütten. Die Täler sind der Schlüssel zum Gebirge: Vom Inntal, vom Achensee, aus Scharnitz und aus Bayern führen sie tief hinein. Achtzehn davon stelle ich dir bei den Tälern im Karwendel vor – vom Hinterautal bis zum einsamen Vomper Loch. Für jede Kondition gibt es passende Touren, von der Familienwanderung bis zur Mehrtagestour. Meine Auswahl findest du unter Wandern im Karwendel.

Wer hoch hinaus will, hat die Wahl zwischen Gipfeln mit Bergbahn-Unterstützung und langen, einsamen Touren. Zweiundzwanzig Gipfel vergleiche ich bei den Bergen im Karwendel, von der Hochplatte für Einsteiger bis zur Birkkarspitze als höchstem Berg. Eingekehrt wird auf Hütten und Almen, die oft schon allein den Weg lohnen – meine Lieblingsplätze stehen bei den Hütten und Almen. Schwindelfreie finden ihr Glück an den Klettersteigen.

Und wer das Gebirge einmal ganz erleben will, geht es zu Fuß von West nach Ost. Wie du das mit Hüttennächten planst, steht bei der Karwendeldurchquerung. Einmal im Jahr, Ende August, gehen beim Karwendelmarsch bis zu 2.500 Menschen an einem einzigen Tag 52 Kilometer von Scharnitz bis Pertisau.

Lohnen sich Mountainbike und Bergbahnen im Karwendel?

Ja, beide. Die Täler sind lang, und auf vielen Forststraßen ist Radfahren erlaubt – so kommst du in einem Tag an Ziele wie den Isarursprung oder das Karwendelhaus, die zu Fuß kaum zu schaffen wären. Wo du fahren darfst und welche Touren ich empfehle, steht bei Radfahren im Karwendel.

Bergbahnen gibt es dagegen nur am Rand des Gebirges – dafür sind sie spektakulär. Die Karwendelbahn bringt dich in Mittenwald auf 2.244 Meter, die Nordkettenbahn aus der Innsbrucker Altstadt in rund 20 Minuten aufs Hafelekar, und am Achensee fahren Dampfzug und Schiff. Alle Bahnen mit Tipps stehen bei den Bergbahnen im Karwendel.

Was bietet das Karwendel im Winter?

Vor allem Stille. Die meisten Täler werden zu Winterwanderwegen und Loipen, die Mautstraße in die Eng ist gesperrt, und wo im Sommer Busse fahren, ziehst du deine Spur fast allein. Langläufer finden rund um Seefeld, Leutasch und Mittenwald ein riesiges Loipennetz und mit der Kanadaloipe im Isartal eine meiner liebsten Strecken. Dazu kommen Skigebiete an der Nordkette, am Achensee und in Mittenwald, Rodelbahnen und Skitouren für Erfahrene. Den Überblick findest du bei Das Karwendel im Winter.

Wann ist die beste Reisezeit für das Karwendel?

Zum Wandern von Juni bis Oktober, wenn Hütten und Almen bewirtschaftet sind. Im Juni blühen die Wiesen, im Hochsommer locken Seen und lange Touren, und im Herbst leuchten die Ahorne am Ahornboden goldgelb – für mich die schönste Zeit im ganzen Gebirge. Wann welche Region am besten ist, steht bei der besten Reisezeit. Vor jeder Tour schaue ich aufs Bergwetter im Karwendel und in die Karwendel Webcams.

Wie planst du deinen Karwendel-Urlaub?

Mit einem groben Plan und Platz für spontane Ideen. Wenn du nur ein paar Tage hast, helfen dir meine Vorschläge für ein Wochenende im Karwendel, für einen längeren Urlaub der Plan für eine Woche im Karwendel. Mit Kindern findest du kindgerechte Touren und Ausflüge bei Karwendel mit Familie, und für schlechtes Wetter habe ich Tipps für Regentage gesammelt.

Wichtig für Autofahrer: Einige Täler erreichst du nur über Mautstraßen, und an schönen Tagen sind die Parkplätze früh voll. Wo du parkst und was die Maut kostet, steht bei Parken und Maut. Feste und Termine wie Almabtrieb, Ballontage oder Karwendelmarsch findest du bei den Veranstaltungen.

Meine Tipps & Tricks für das Karwendel

  1. Früh starten: In der Eng, am Achensee und an den bekannten Klammen sind die Parkplätze an schönen Tagen schnell voll.
  2. Rad mitnehmen: Die Täler sind lang – mit Mountainbike oder E-Bike werden aus Tagesmärschen entspannte Ausflüge.
  3. Gästekarte nutzen: In vielen Orten fährst du damit kostenlos Bus und musst keinen Parkplatz am Ausgangspunkt suchen.
  4. Hütten früh reservieren: Für eine Nacht auf einer beliebten Hütte im Sommer lohnt es sich, rechtzeitig anzufragen.
  5. Bargeld dabeihaben: Für Maut und auf vielen Almen ist es nach wie vor praktisch.
  6. Im Herbst kommen: Wenn die Ahorne und Lärchen leuchten, ist das Karwendel für mich am schönsten.
  7. Rücksicht nehmen: Du bist in einem Schutzgebiet unterwegs – bleib auf den Wegen und nimm deinen Müll wieder mit ins Tal.

Häufige Fragen zum Karwendel

Liegt das Karwendel in Österreich oder in Deutschland?

In beiden Ländern. Rund 80 Prozent liegen in Tirol, etwa 20 Prozent in Bayern.

Wie hoch ist der höchste Berg im Karwendel?

Die Birkkarspitze ist mit 2.749 Metern der höchste Gipfel des Karwendels.

Wie groß ist der Naturpark Karwendel?

Der Tiroler Naturpark umfasst 739 Quadratkilometer und ist damit der größte Naturpark Österreichs.

Kann man durch das Karwendel mit dem Auto fahren?

Nein, keine Straße durchquert das Gebirge. Nur einzelne Täler wie das Rißtal bis zur Eng sind über Mautstraßen erreichbar.

Ist das Karwendel für Familien geeignet?

Ja. Seen, Klammen, Almen und leichte Talwanderungen eignen sich gut für Kinder – vieles davon auch mit Kinderwagen.

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