Die Hafelekarspitze ist mit 2.334 Metern der bekannteste Gipfel der Innsbrucker Nordkette und zugleich der einfachste Zweitausender im ganzen Karwendel. Aus der Altstadt bringen dich drei Bahnen in rund 20 Minuten fast 1.700 Höhenmeter hinauf zur Bergstation Hafelekar. Von dort sind es nur noch etwa 65 Höhenmeter bis zum Gipfelkreuz.
Oben stehst du an einer spektakulären Grenze: Im Süden liegen die Dächer Innsbrucks und das Inntal mit den Gletschern der Zentralalpen, im Norden beginnt die wilde, fast unberührte Felslandschaft des Naturparks. Bei meinem Ausflug habe ich das Auto in der Tiefgarage am Congress geparkt und bin von dort mit der Hungerburgbahn gestartet. Am meisten beeindruckt hat mich die letzte Sektion: Die Hafelekarbahn schwebt steil und erstaunlich nah an den Felsen hinauf.
Darum geht es auf dieser Seite
- Mit der Nordkettenbahn hinauf
- Der Weg zum Gipfelkreuz
- Touren ab dem Hafelekar
- Hafelekar im Winter
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zur Hafelekarspitze auf einen Blick
- Höhe: 2.334 m
- Gebirgskette: Nordkette (Inntalkette), Karwendel, Tirol
- Anfahrt: Hungerburgbahn – Seegrubenbahn – Hafelekarbahn ab Innsbruck, rund 20 Minuten
- Bergstation Hafelekar: ca. 2.256 m
- Gipfelweg: ca. 1,5 km hin und zurück, 65 Höhenmeter, 20 Minuten hinauf, leicht
- Tickets: in der Innsbruck Card enthalten, Freizeitticket Tirol gilt ganzjährig
- Einkehr: Restaurant an der Bergstation, Restaurant Seegrube
- Für Ambitionierte: Goetheweg zur Pfeishütte, Innsbrucker Klettersteig (C/D)
- Gestein: Wettersteinkalk
Wie kommst du mit der Nordkettenbahn auf die Hafelekarspitze?
In drei Etappen. Die Hungerburgbahn startet an der Station Congress am Rand der Innsbrucker Altstadt. Ihre futuristischen Stationen hat die Architektin Zaha Hadid entworfen; in rund acht Minuten fährt die Standseilbahn über den Inn, vorbei am Alpenzoo, hinauf zur Hungerburg auf 860 Metern. Ein paar Schritte weiter steigst du in die große Gondel der Seegrubenbahn, die in acht Minuten zur Seegrube auf 1.905 Metern schwebt. Dort wartet die Hafelekarbahn für das letzte, steilste Stück.
Die Seilbahnen zur Seegrube und zum Hafelekar stammen aus dem Jahr 1928, die Stationsgebäude plante der Architekt Franz Baumann. Heute stehen sie unter Denkmalschutz und wurden Mitte der 2000er-Jahre erneuert. Alles zu Fahrzeiten, Tickets und Parken findest du auf der Seite zur Nordkettenbahn. Die Bahn fährt fast das ganze Jahr, nur zu Revisionen steht sie kurz still – 2026 etwa wenige Tage im April.
Wie weit ist es von der Bergstation zum Gipfelkreuz?
Nur rund 20 Minuten. Von der Bergstation führt ein breiter, gut begehbarer Weg über den Rücken hinauf zum Gipfelkreuz der Hafelekarspitze. Es sind etwa 65 Höhenmeter, technisch ist der Weg leicht. Trotzdem brauchst du feste Schuhe: Der Untergrund ist steinig, und auf über 2.300 Metern liegt oft bis in den Frühsommer Schnee. Für Hin- und Rückweg reicht eine halbe Stunde, mit Fotopausen etwas mehr.
Was siehst du von der Hafelekarspitze?
Zwei völlig verschiedene Welten. Im Süden liegt dir Innsbruck zu Füßen, dahinter das Wipptal, die Stubaier Alpen mit ihren Gletschern und die Tuxer Alpen; bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Dolomiten. Im Norden schaust du über das Samertal und die Gleirsch-Halltal-Kette tief ins Karwendel, dahinter bis nach Bayern. Kaum anderswo in den Alpen liegen Großstadt und Wildnis so nah beieinander.
Am Hafelekar steht außerdem eine traditionsreiche Messstation für kosmische Strahlung, die auf den späteren Physik-Nobelpreisträger Victor Franz Hess zurückgeht. Ein Geotrail mit Tafeln erklärt an der Bergstation Gestein, Fossilien und Tierwelt der Nordkette.
Welche Touren starten am Hafelekar?
Goetheweg zur Pfeishütte
Der Klassiker unter den Höhenwegen. Der Goetheweg führt von der Bergstation nach Osten, die ersten rund 4,5 Kilometer immer über 2.000 Metern, unterhalb von Gleirsch- und Mandlspitze. An der Mühlkarscharte biegst du nach Norden ins Karwendel ab und erreichst die Pfeishütte. Hin und zurück sind es rund 11 Kilometer und etwa sieben Stunden mit Einkehr; der Weg ist mäßig steil, verlangt aber Trittsicherheit.
Drei Gipfel an einem Vormittag
Mit wenig Zustieg verbindet eine aussichtsreiche Gratwanderung die Hafelekarspitze mit der Gleirschspitze und der Mandlspitze. Vom Gipfel geht es über den Südrücken hinab zum Goetheweg und von dort zu den Nachbargipfeln. Zurück steigst du leicht ausgesetzt zur Seegrube ab und fährst mit der Bahn ins Tal.
Innsbrucker Klettersteig
Wenige Meter neben der Bergstation beginnt der Innsbrucker Klettersteig. Er ist mit C/D bewertet und führt über nicht weniger als sieben Gipfel der Nordkette – einer der großen Grat-Klettersteige der Ostalpen, nur mit Erfahrung und kompletter Ausrüstung. Westlich der Seegrube lockt außerdem die markante Frau Hitt.
Lohnt sich das Hafelekar auch im Winter?
Ja, vor allem für die Aussicht. Die Bahn fährt auch im Winter, und die verschneite Nordkette über der Stadt ist ein besonderes Erlebnis. Zum Gipfelkreuz solltest du dann aber nur mit passender Ausrüstung und bei sicheren Verhältnissen gehen. Für Freerider ist die Nordkette berühmt: Die Abfahrten vom Hafelekar sind extrem steil und nur etwas für Könner bei absolut sicheren Bedingungen. Mehr über das Skigebiet liest du unter Skigebiete in Innsbruck.
Was solltest du vor dem Ausflug wissen? Meine Tipps & Tricks für die Hafelekarspitze
- Früh oder spät fahren: Bei starkem Andrang musst du an den Gondeln auch mal eine halbe Stunde warten. Morgens und am späten Nachmittag ist es ruhiger.
- Parken am Congress: In der Tiefgarage am Congress stehst du direkt an der Talstation der Hungerburgbahn.
- Innsbruck Card nutzen: Sie enthält eine Berg- und Talfahrt zum Hafelekar.
- Jacke einpacken: Auf über 2.300 Metern ist es deutlich kälter als in der Stadt, und oft pfeift Wind über den Grat.
- Feste Schuhe: Der Gipfelweg ist kurz, aber steinig – mit Sneakern rutschst du leicht.
- Zwischenstopp Seegrube: Auf dem Rückweg lohnt die Sonnenterrasse an der Seegrube mit Blick auf Innsbruck.
- Alpenzoo mitnehmen: Die Hungerburgbahn hält auf dem Weg am Alpenzoo.
Für wen eignet sich die Hafelekarspitze?
Für fast alle. Familien mit Kindern, ältere Ausflügler und Städtereisende erreichen den Gipfel ohne Bergerfahrung. Die Hungerburgbahn ist für Rollstühle und Kinderwagen zugänglich; der Gipfelweg selbst ist es nicht. Bergwanderer nutzen das Hafelekar als bequemen Startpunkt für längere Touren ins Karwendel. Mehr über die Stadt am Fuß des Berges liest du unter Innsbruck.
Häufige Fragen zur Hafelekarspitze
Wie lange dauert die Fahrt von Innsbruck auf das Hafelekar?
Rund 20 Minuten reine Fahrzeit mit Hungerburgbahn, Seegrubenbahn und Hafelekarbahn, plus Umsteigen.
Wie lange läuft man von der Bergstation zum Gipfel?
Etwa 20 Minuten hinauf und 10 Minuten zurück auf einem leichten, steinigen Weg.
Gehört das Hafelekar zum Karwendel?
Ja, die Nordkette ist die südlichste Kette des Karwendels. Nördlich des Gipfels beginnt der Naturpark Karwendel.
Ist die Nordkettenbahn im Winter in Betrieb?
Ja, die Bahnen fahren fast ganzjährig; nur zu kurzen Revisionen stehen sie still.
Mein Fazit
Die Hafelekarspitze ist der perfekte erste Gipfel im Karwendel: In 20 Minuten aus der Altstadt auf über 2.300 Meter, ein kurzer Spaziergang zum Kreuz und ein Blick, der zwischen Stadt und Wildnis hin- und herspringt. Wer mehr will, startet von hier auf den Goetheweg – und ist plötzlich mitten im Naturpark.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Innsbrucker Nordkettenbahnen · Innsbruck Tourismus
