Wo das Wasser aus dem Kalkgestein des Karwendels bricht, hat es über Jahrtausende tiefe Schluchten gegraben. Die Klammen im Karwendel sind bis zu 75 Meter tief, mal mit kühnen Stahlstegen erschlossen, mal nur über schmale Pfade begehbar. Früher nutzten Holzknechte manche von ihnen für die Holztrift; heute sind sie an heißen Sommertagen die kühlsten Wanderziele der Region.
Ich stelle dir hier sechs Klammen vor – zwei berühmte, die Eintritt kosten, und vier stillere, die frei zugänglich sind. Jede hat ihre eigene Seite mit Wegbeschreibung, Parkplätzen und Tipps.
Darum geht es auf dieser Seite
- Alle Klammen im Vergleich
- Die zwei bekannten Klammen
- Die stillen Klammen
- Öffnungszeiten und Sicherheit
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zu den Klammen im Karwendel auf einen Blick
- Anzahl: 6 Klammen, davon 2 in Bayern bzw. auf der Grenze, 4 in Tirol
- Mit Eintritt: Wolfsklamm, Wasserfallsteig der Leutaschklamm
- Kostenlos: Klammgeistweg der Leutaschklamm, Gleirsch-, Schlossbach-, Ehnbach-, Hüttlebachklamm
- Saison: meist Mai bis Ende Oktober, im Winter gesperrt
- Ausrüstung: feste Schuhe mit Profil, Stufen und Stege sind oft nass
- Kinderwagen: in keiner Klamm möglich
Welche Klamm im Karwendel passt zu dir?
Für Familien und Fotografen die Leutaschklamm, für Wasserfälle die Wolfsklamm, für Ruhe die Hüttlebach- oder Ehnbachklamm. Die Gleirschklamm ist die wildeste, die Schlossbachklamm die beste Bahnwanderung.
| Klamm | Start | Gehzeit | Eintritt | Charakter |
|---|---|---|---|---|
| Leutaschklamm | Mittenwald / Leutasch | 1,5–2 h | Steg frei, Wasserfallsteig kostet | Stahlstege, Panoramabrücke, Grenzklamm |
| Wolfsklamm | Stans | 2–2,5 h | ja | 354 Stufen, Wasserfälle, Kloster |
| Gleirschklamm | Scharnitz | ca. 4 h Runde | frei | wild, Drahtseile, Trittsicherheit |
| Schlossbachklamm | Reith b. Seefeld | ca. 4,5 h | frei | Waldklamm mit Eisenbahnbrücke |
| Ehnbachklamm | Zirl | ca. 1–1,5 h | frei | kurz, Staumauer, Klettergarten |
| Hüttlebachklamm | Krün | ca. 1 h | frei | ruhig, familienfreundlich |
Leutaschklamm und Wolfsklamm – was macht die beiden so beliebt?
Die Leutaschklamm zwischen Mittenwald und Leutasch ist mit rund 1,6 Kilometern die längste erschlossene Klamm der Nördlichen Kalkalpen. Auf einem 800 Meter langen Stahlsteg gehst du hoch über der Ache bis zur Panoramabrücke; unten führt der Wasserfallsteig zu einem 23 Meter hohen Fall. Die Klamm liegt genau auf der Grenze zwischen Bayern und Tirol.
Die Wolfsklamm bei Stans im Inntal ist enger und wilder: 354 Stufen führen dich direkt neben tosenden Wasserfällen bergauf. Oben erreichst du das Kloster St. Georgenberg, den ältesten Wallfahrtsort Tirols. Beide Klammen sind an Sommerwochenenden gut besucht.
Wo erlebst du eine Klamm ohne Gedränge?
In den vier kleineren Klammen. Die Gleirschklamm bei Scharnitz ist naturbelassen, schmale Pfade und Drahtseile führen durch die Schlucht, in der früher Holz getriftet wurde. Die Schlossbachklamm bei Reith unterquerst du auf einer Holzbrücke direkt unter dem Stahlbogen der Karwendelbahn. Die Ehnbachklamm beginnt gleich am Ortsrand von Zirl, und die Hüttlebachklamm bei Krün ist in einer Stunde erledigt – ideal mit Kindern.
Wann sind die Klammen geöffnet – und wann solltest du sie meiden?
Die großen Klammen sind von Mai bis Ende Oktober zugänglich. Die Wolfsklamm hat feste Zeiten von 9 bis 16 Uhr und kostet 6 Euro Eintritt, der Wasserfallsteig der Leutaschklamm zuletzt 4 Euro; den Steg der Leutaschklamm sperrt man nach dem ersten Schnee, die Gleirschklamm ist im Winter gesperrt. Ehnbach- und Hüttlebachklamm sind nicht offiziell gesperrt, im Winter aber oft vereist.
Bei Gewitter und Starkregen gehst du in keine Klamm: Der Wasserstand steigt in Minuten, und Steinschlag wird wahrscheinlicher. Am schönsten rauschen die Wasserfälle im Frühsommer zur Schneeschmelze und ein, zwei Tage nach einem Regen.
Was solltest du vor einer Klammwanderung wissen? Meine Tipps & Tricks
- Früh starten: Vor 10 Uhr hast du Leutasch- und Wolfsklamm fast für dich.
- Bahn statt Auto: Wolfsklamm (Bahnhof Stans), Schlossbachklamm (Reith und Hochzirl) und Ehnbachklamm (Zirl) erreichst du bequem mit dem Zug.
- Jacke einpacken: In den Schluchten ist es auch im August spürbar kühler.
- Hund? Nicht in die Leutaschklamm: Die Gitterroste sind für Pfoten ungeeignet; in der Wolfsklamm dürfen Hunde mit.
- Kombinieren: Wolfsklamm mit St. Georgenberg, Leutaschklamm mit dem Lautersee, Gleirschklamm mit der Möslalm.
Welche Klamm eignet sich am besten mit Kindern?
Die Leutaschklamm mit ihrem Koboldpfad und den Infostationen, gefolgt von der kurzen Hüttlebachklamm. Für die Wolfsklamm sollten Kinder ab etwa fünf Jahren sicher Stufen steigen können. Gleirsch- und Schlossbachklamm sind wegen ihrer Länge eher etwas für ältere Kinder. Weitere Ideen findest du unter Karwendel mit Familie.
Häufige Fragen zu den Klammen im Karwendel
Welche Klamm im Karwendel ist die schönste?
Das ist Geschmackssache: Die Wolfsklamm gilt vielen als schönste Klamm Tirols, die Leutaschklamm bietet die spektakulärsten Stege.
Sind die Klammen im Winter offen?
Nein, Wolfsklamm, Gleirschklamm und der Steg der Leutaschklamm sind im Winter gesperrt.
Braucht man für die Klammen Bergerfahrung?
Für Leutasch-, Wolfs- und Hüttlebachklamm genügen feste Schuhe. Für die Gleirschklamm brauchst du Trittsicherheit.
Mein Fazit
Klammen gehören zu den eindrucksvollsten Ecken im Karwendel. Wer zum ersten Mal kommt, sollte Leutasch- und Wolfsklamm gesehen haben. Wer sie kennt, findet in der Gleirsch- oder Hüttlebachklamm die gleiche Faszination ohne Kasse und Menschenmenge.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Naturpark Karwendel · Region Seefeld · Alpenwelt Karwendel
