Jachenau: Stilles Hochtal zwischen Isar und Walchensee

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Die Jachenau ist ein rund 15 Kilometer langes Hochtal auf etwa 790 Metern zwischen Lenggries und dem Walchensee. Nur rund 870 Menschen leben hier – auf einer Gemeindefläche von fast 130 Quadratkilometern. Weil das Tal von Ost nach West verläuft, bekommt es viel Sonne. Verstreute Höfe, Wiesen und Wald prägen das Bild, im Süden steigen die ersten Gipfel Richtung Karwendel und Walchensee auf.

Für mich ist die Jachenau ein Ort für Familienwanderungen. Mit den Kindern war ich auf dem Jochberg, und die Aussicht auf Walchensee und Karwendel war jeden Schritt wert.

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zur Jachenau auf einen Blick

  • Lage: Isarwinkel, Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, zwischen Lenggries und Walchensee
  • Höhe: ca. 790 m
  • Einwohner: rund 870, Gemeindefläche ca. 128 km²
  • Anfahrt: frei über Lenggries, mautpflichtige Privatstraße zum Walchensee
  • Gipfel: Jochberg (1.565 m), Hirschhörnlkopf (1.515 m), Rabenkopf (1.559 m), Benediktenwand
  • Winter: rund 35 km Loipen im Tal, kleiner Skilift im Ortsteil Mühle

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Was erzählt die Jachenau über ihre Geschichte?

Sie erzählt vom Kloster Benediktbeuern. Über Jahrhunderte gehörte das Tal zum Einflussbereich der Mönche. Alte Grenzsteine aus dem 15. bis 18. Jahrhundert markieren bis heute die Grenze zwischen dem Kloster und dem Landgericht Tölz. Im Ort steht die barocke Pfarrkirche St. Nikolaus.

Spazier einmal durch die Weiler: An mehreren Höfen findest du Lüftlmalerei. Ein Haus in Hinterbichl trägt Fresken von Franz Karner aus dem Jahr 1789 – vom selben Maler stammen auch Bilder in Krün. Und wer genau hinschaut, entdeckt im Tal sogar Fossilien aus der Trias, die sogenannten Kuhtrittmuscheln.

Wo hat Franz Marc in der Jachenau gemalt?

Auf der Staffelalm unter dem Rabenkopf. Der Maler Franz Marc, Mitbegründer des „Blauen Reiters“, verbrachte um 1900 mehrere Sommer auf der um 1868 gebauten Alm. Er hinterließ dort zwei Wandbilder: einen Stierkopf sowie einen Hirsch mit Reh. Wer freundlich fragt, darf meist einen Blick darauf werfen, fotografieren ist allerdings nicht erwünscht. Mehr von Marc siehst du im Franz Marc Museum in Kochel am See.

Wie kommst du in die Jachenau?

Am einfachsten über Lenggries, die Straße ins Tal ist frei befahrbar und gut ausgebaut. Vom Talende bei Mühle führt eine private Mautstraße rund neun Kilometer am Südufer des Walchensees entlang bis Einsiedl. Sie ist ganzjährig befahrbar. Seit 2020 zählt ein elektronisches System die Autos und sperrt die Einfahrt, wenn zu viele unterwegs sind. Dazu kommt eine eigene Parkgebühr. Mit dem Rad bist du auf dieser Straße mautfrei unterwegs – und erreichst die ruhigen Badestellen am Südufer.

Von der Jachenau ist es nicht weit ins Rißtal: Über Lenggries und den Sylvensteinsee kommst du weiter nach Vorderriß.

Welche Touren lohnen sich in der Jachenau?

Der Klassiker ist der Jochberg mit 1.565 Metern und der Jocher Alm. Oben überblickst du den Walchensee und das Karwendel. Am Wochenende ist er sehr voll, unter der Woche hast du deutlich mehr Ruhe. Den Hirschhörnlkopf erreichst du über die Pfundalm, der letzte Teil ist steiler, dafür sehr aussichtsreich – rund 700 Höhenmeter und vier Stunden. Auf den Rabenkopf geht es über die Staffelalm, insgesamt etwa 15 km. In der Rappinschlucht brauchst du Trittsicherheit.

Mit Kindern empfehle ich die Wasserfall-Runde ab dem Parkplatz am Schützenhaus: rund 9 km und drei Stunden, mit Einkehr auf der Lainlalm. Mountainbiker fahren über Forststraßen zur Jocher Alm. Und mit dem Rad lässt sich die Talstraße zu einer großen Runde um den Walchensee verlängern, die ich selbst gefahren bin.

Wie verbringst du einen Wintertag in der Jachenau?

Auf Langlaufski. Rund 35 km Loipen für klassisch und Skating ziehen sich durch das ganze Tal. Im Ortsteil Mühle gibt es einen kleinen Skilift, der nur bei Naturschnee läuft – in den Weihnachtsferien, in den Winterferien und am Wochenende. Zum Rodeln bringst du am besten deinen eigenen Schlitten mit, denn einen Verleih gibt es nicht. Beachte: Manche Lagen im engen Tal bekommen im Hochwinter kaum Sonne.

Meine Tipps & Tricks für die Jachenau

  1. Jochberg unter der Woche: am Wochenende ist der Gipfel überlaufen.
  2. Mit dem Rad zum Walchensee: Die Mautstraße ist für Radler frei und führt zu stillen Badebuchten.
  3. Staffelalm mit Respekt: Die Franz-Marc-Bilder sind privat, frag freundlich und fotografiere nicht.
  4. Wasserfall-Runde für Familien: abwechslungsreich und mit Almeinkehr.
  5. Eigenen Schlitten mitnehmen: Im Tal gibt es keinen Rodelverleih.
  6. Lüftlmalerei suchen: Ein kurzer Spaziergang durch die Weiler lohnt sich.

Häufige Fragen zur Jachenau

Wie viele Einwohner hat die Jachenau?

Rund 870 Menschen leben in der Gemeinde, die fast 130 km² groß ist.

Kostet die Straße in die Jachenau Maut?

Die Zufahrt über Lenggries ist frei. Nur die Privatstraße vom Talende zum Walchensee ist mautpflichtig.

Ist die Jachenau für Familien geeignet?

Ja, mit Jochberg, Wasserfall-Runde und Loipen gibt es viele leichte Ziele.

Wo kann man in der Jachenau Franz Marc sehen?

Auf der Staffelalm unter dem Rabenkopf hängen zwei Wandbilder des Malers.

Mein Fazit

Die Jachenau ist ein Tal für Leute, die es ruhig mögen: wenige Menschen, viel Sonne, ein paar Almen und eine kleine Kunstgeschichte auf der Staffelalm. Verbinde sie mit dem Walchensee – und du hast einen der stillsten Ausflüge am Nordrand des Karwendels.

Weiterführende Links

–> Vorderriß und Fall

–> Wallgau

–> Sylvensteinsee

–> Alle Orte rund um das Karwendel

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