Der Vorderskopf ist mit 1.858 Metern einer der ungewöhnlichsten Gipfel im Karwendel. Statt einer Spitze erwartet dich oben ein riesiges, abgeflachtes Plateau – eine grüne Gipfelwiese, auf der man angeblich ein ganzes Fußballturnier austragen könnte. Wie ein Wächter steht er am Eingang zum Rißtal, genau gegenüber dem bekannten Schafreuter.
Für mich ist der Vorderskopf ein echter Geheimtipp in Hinterriß: Die Aussicht ist grandios, der Andrang aber viel kleiner als am Schafreuter. Am Anfang musst du dir den Weg ein bisschen suchen – hast du ihn gefunden, kannst du dich eigentlich nicht mehr verlaufen.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wie schwer ist der Vorderskopf?
- Der Weg ab der Kaiserhütte
- Das Gipfelplateau
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zum Vorderskopf auf einen Blick
- Höhe: 1.858 m
- Lage: Vorkarwendel, am Eingang des Rißtals bei Hinterriß (Tirol)
- Start: Parkplatz bei der Kaiserhütte im Rißtal (ca. 890 m)
- Höhenmeter: rund 970
- Gehzeit: ca. 2,5–3 h Aufstieg, 2:15 h Abstieg
- Strecke: etwa 10,4 km hin und zurück
- Schwierigkeit: mittelschwere Bergwanderung, bei Nässe matschig und rutschig
- Einkehr: keine am Berg; danach in der Eng oder in Hinterriß
Wie schwer ist der Vorderskopf?
Technisch ist der Vorderskopf unschwierig. Der Weg führt fast durchgehend über schmale Pfade durch den Wald, teils steil. Bei Nässe werden diese sehr batzig und rutschig. Die einzige echte Herausforderung ist die Orientierung am Anfang. Konditionell solltest du knapp 1.000 Höhenmeter schaffen.
Wie verläuft der Weg auf den Vorderskopf?
Ausgangspunkt ist der Parkplatz bei der Kaiserhütte im Rißtal, einige Kilometer vor Hinterriß. Du gehst ein kurzes Stück auf der Straße Richtung Hinterriß, bis rechts eine kleine Holzbrücke über den Rißbach sichtbar wird. Jenseits des Baches verläuft eine Forststraße – im Winter wird hier die Karwendelloipe gespurt. Auf ihr wanderst du nach links, bis der markierte Steig abzweigt. Dann geht es über den langen Ostrücken durch den Wald hinauf zum Sattel (ca. 1.620 m) und weiter zum Gipfelplateau.
Ein zweiter Zugang beginnt an der Rißbachbrücke am nördlichen Ortsausgang von Hinterriß, nur wenige Hundert Meter von der Bushaltestelle entfernt. Hier kannst du ein Stück mit dem Mountainbike fahren.
Was erwartet dich auf dem Gipfelplateau?
Eine Rast mit 360-Grad-Panorama auf einer großen, grünen Fläche, die eher an eine Almwiese als an einen Gipfel erinnert. Der Blick reicht über das Rißtal bis nach Vorderriß, auf der anderen Seite in Richtung Ahornboden und rundherum auf die Karwendelgipfel. Im Norden siehst du die Bayerischen Voralpen. Weil der Vorderskopf etwas niedriger ist als seine Nachbarn, wirkt seine thronartige Lage am Taleingang umso besonderer.
Wann ist die beste Zeit für den Vorderskopf?
Der Weg ist sonnseitig und daher oft bis in den Spätherbst begehbar. Ideal sind trockene Tage zwischen Juni und Oktober – nach Regen solltest du ein, zwei Tage warten, sonst wird der Waldweg zur Rutschpartie. Im Herbst lockt nach der Tour der goldene Ahornboden.
Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für den Vorderskopf
- Einstieg merken: Am Anfang genau auf die Markierung achten – danach ist der Weg eindeutig.
- Brotzeit einpacken: Das Gipfelplateau ist der perfekte Picknickplatz, Einkehr gibt es oben nicht.
- Engalm danach: Am Ende des Tals lohnt eine Einkehr in der Engalm mit regionalem Almkäse.
- Öffentlich anreisen: Der Bergsteigerbus fährt in der Saison ab Lenggries durchs Rißtal.
- Regenprogramm: Bei schlechtem Wetter ist das Naturparkhaus Hinterriß eine gute Alternative.
Für wen eignet sich der Vorderskopf?
Für Bergwanderer, die gerne abseits der Masse unterwegs sind und keine Kletterei brauchen. Mit ausdauernden Kindern ist die Tour gut machbar, die Gipfelwiese ist ein toller Spielplatz. Ganz Einsamkeit suchende sind hier genau richtig.
Häufige Fragen zum Vorderskopf
Wie hoch ist der Vorderskopf?
Der Vorderskopf ist 1.858 Meter hoch.
Wie lange dauert die Wanderung auf den Vorderskopf?
Rund 2,5 bis 3 Stunden im Aufstieg und gut zwei Stunden zurück.
Ist der Vorderskopf überlaufen?
Nein. Trotz seiner Qualitäten ist der Vorderskopf deutlich ruhiger als der gegenüberliegende Schafreuter.
Was ist das Besondere am Vorderskopf?
Sein riesiges, flaches Gipfelplateau, das eher an eine Almwiese als an einen Berggipfel erinnert.
Mein Fazit
Der Vorderskopf ist die perfekte Tour für alle, die das Rißtal abseits des Trubels erleben wollen. Ein ruhiger Waldaufstieg, ein Gipfel zum Ausstrecken und eine Aussicht bis zum Ahornboden – und danach ein Stück Käse auf der Engalm.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Naturpark Karwendel · Silberregion Karwendel
