Die Seekarspitze ist mit 2.053 Metern der nördliche Gipfel des langen Grates am Westufer des Achensees. Sie gehört zum östlichen Rand des Karwendelgebirges und steht – eingeklemmt zwischen den höheren Bergen des Rofan im Osten und des Karwendels im Westen – trotzdem wie eine Aussichtskanzel über Achenkirch.
Die Überschreitung von der Seekarspitze zur Seebergspitze stand lange auf meiner Wunschliste. Gemeinsam mit einem Begleiter bin ich sie schließlich von Achenkirch aus gegangen: unten steil im schattigen Wald, oben ein langer Grat mit Blick auf den See und ins Rofan. Der Ausblick von der Seekarspitze ist gewaltig – aber er täuscht nicht darüber hinweg, dass hier oben Trittsicherheit gefragt ist.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wie schwer ist die Seekarspitze?
- Aufstieg über die Seekaralm
- Von der Alm zum Gipfel
- Überschreitung zur Seebergspitze
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zur Seekarspitze auf einen Blick
- Höhe: 2.053 m
- Lage: Westufer des Achensees, oberhalb von Achenkirch
- Start: Wanderparkplatz Achenkirch (hinter dem Campingplatz) oder am Heimatmuseum
- Aufstieg: rund 1.100 Höhenmeter, ca. 3,5 h über die Seekaralm
- Schwierigkeit: anspruchsvolle Bergwanderung, brüchiger Fels am Gipfel
- Einkehr: Seekaralm (1.508 m), einfache Jause, ca. Anfang Juni bis Anfang Oktober
- Überschreitung: zur Seebergspitze ca. 1 h, gesamt 6,5–7,5 h bis Pertisau
- Rückweg: Schiff, Bus oder Gaisalmsteig
Wie schwer ist die Seekarspitze?
Bis zur Seekaralm ist die Wanderung mittelschwer. Der Anstieg zum Gipfel ist dann teilweise recht steil und führt durch Latschen auf einen felsigen Grat. Typisch fürs Karwendel ist der brüchige Fels am Gipfel. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind gefragt, vor allem, wenn du die Überschreitung zur Seebergspitze anhängst – dort gibt es leichte Kletterstellen im ersten Grad.
Wie kommst du zur Seekaralm?
Start ist am Wanderparkplatz in Achenkirch hinter dem Campingplatz oder am Heimatmuseum. Der Weg steigt zunächst steil durch den Wald bergauf – im Sommer ein Vorteil, weil du im Schatten gehst. Nach etwa zwei Stunden erreichst du die Seekaralm auf 1.508 Metern. Sie besteht aus ein paar Hütten, im Sommer grasen hier die Kühe. Beim Bauern bekommst du Käse- oder Speckbrot und frische Milch – kein großer Hüttenbetrieb, aber genau richtig für eine Pause.
Wie geht es von der Alm auf den Gipfel?
Von der Seekaralm sind es noch rund 500 Höhenmeter und etwa 1,5 Stunden. Der Weg schlängelt sich durch einen Latschengürtel bergauf, bis er den felsigen Grat erreicht. Orientiere dich an den Markierungen. Oben öffnet sich der Blick über den Achensee, das Rofan und bis zum Wilden Kaiser. Alternativ gibt es von Norden einen Anstieg ab dem Parkplatz Hinterwinkl und einen über das Oberautal und die „Pfanne“ zur tiefsten Scharte zwischen Seekar- und Seebergspitze.
Lohnt sich die Überschreitung zur Seebergspitze?
Unbedingt – sie ist eine der schönsten Touren am Achensee. Vom Gipfel der Seekarspitze geht es über den Grat hinüber zur Seebergspitze. Der Weg verliert zunächst an Höhe, quert in der Latschenzone zum Sattel zwischen den Gipfeln und steigt dann durch eine felsige Rinne und einen steinernen Kamin zum Gipfel auf – rund eine Stunde. Von der Seebergspitze siehst du den Achensee noch besser. Der Abstieg nach Pertisau dauert gut zwei Stunden.
Wer sich den Gegenanstieg zur Seebergspitze sparen will oder vom Wetter überrascht wird, kann am Sattel Richtung Pasillalm absteigen. Für die Rückkehr nach Achenkirch nimmst du am besten die Achensee-Schifffahrt oder den Linienbus.
Was siehst du von der Seekarspitze?
Im Osten liegt der Achensee mit dem Rofan dahinter, ganz am Horizont das markante Kalkmassiv des Wilden Kaisers. Im Westen und Süden blickst du über das Pletzachtal ins Karwendel bis zur Lamsenspitze, im Norden hinaus in die bayerischen Voralpen.
Wann ist die beste Zeit für die Seekarspitze?
Von Mitte Juni bis zum ersten Schnee. Die Seekaralm ist etwa von Anfang Juni bis Anfang Oktober bewirtschaftet. Plane den Grat für einen stabilen, klaren Tag ohne Gewittergefahr.
Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für die Seekarspitze
- Richtung Achenkirch–Pertisau: So gehst du die steilen Stücke bergauf.
- Zweites Auto oder Schiff: Den Rückweg vor der Tour klären.
- Bargeld für die Alm: Auf der Seekaralm gibt es einfache Brotzeit.
- Trittsicher am Grat: Der Fels ist brüchig – nicht an losen Blöcken festhalten.
- Kurze Variante: Nur zur Seekaralm? Rund 560 Höhenmeter und 2,5 bis 3,5 Stunden hin und zurück – gut kombinierbar mit dem Stodertal-Wasserfall bei Achenkirch.
Für wen eignet sich die Seekarspitze?
Für trittsichere Bergwanderer mit guter Kondition. Familien mit Kindern wandern nur bis zur Seekaralm. Wer die Überschreitung plant, braucht Schwindelfreiheit und etwas Erfahrung im felsigen Gelände.
Häufige Fragen zur Seekarspitze
Wie hoch ist die Seekarspitze?
Die Seekarspitze ist 2.053 Meter hoch.
Wie lange dauert der Aufstieg zur Seekarspitze?
Ab Achenkirch etwa zwei Stunden bis zur Seekaralm und weitere 1,5 Stunden bis zum Gipfel.
Ist die Seekaralm bewirtschaftet?
Im Sommer ja, etwa von Anfang Juni bis Anfang Oktober, mit einfacher Brotzeit und frischer Milch.
Kann man Seekarspitze und Seebergspitze kombinieren?
Ja, als Überschreitung über den Verbindungsgrat. Rechne insgesamt mit 6,5 bis 7,5 Stunden.
Mein Fazit
Die Seekarspitze ist der perfekte Auftakt für eine der schönsten Gratwanderungen am Achensee. Starte früh in Achenkirch, gönn dir an der Seekaralm ein Käsebrot und lass dich oben vom Blick über den See überwältigen. Mit dem Schiff zurück wird die Tour zum runden Bergtag.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Achensee Tourismus · Achensee Schifffahrt
