Die Karwendelbahn Mittenwald bringt dich in rund zehn Minuten vom Ortsrand auf 2.244 Meter – mitten hinein in die Felswelt der Nördlichen Karwendelkette. Die Talstation liegt auf 933 Metern, die Gondel überwindet also 1.311 Höhenmeter. Damit ist sie die zweithöchste Bergbahn Deutschlands und der bequemste Weg, das Karwendelgebirge von seiner wilden Seite zu erleben.
Oben stehst du unter der Westlichen Karwendelspitze, schaust 1.300 Meter senkrecht hinunter auf Mittenwald und ins Isartal und kannst in ein riesiges begehbares Fernrohr steigen. Für Familien reicht der einstündige Panoramaweg, für Bergsteiger beginnen hier Klettersteige, und im Winter startet an der Bergstation das Dammkar, Deutschlands längste Skiroute.
Darum geht es auf dieser Seite
- Geschichte der Karwendelbahn
- Was erwartet dich oben?
- Wanderungen und Klettersteige
- Preise 2026
- Fahrzeiten und beste Tageszeit
- Anreise und Parken
- Im Winter: Dammkar
- Mit Kindern und Hund
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zur Karwendelbahn auf einen Blick
- Strecke: Mittenwald (933 m) – Bergstation (2.244 m), 1.311 Höhenmeter
- Fahrzeit: rund 10 Minuten, Abfahrt alle 30 Minuten
- Betrieb seit: 7. Juni 1967
- Berg- und Talfahrt 2026: Erwachsene 42,90 €, Kinder mit Eltern 9,90 €, Kinder bis 6 frei
- Saison 2026: 30. März bis 22. November, danach Revision; Winter ab etwa Weihnachten
- Oben: Naturinformationszentrum im Riesenfernrohr (Eintritt frei), Passamani-Panoramaweg, Berggaststätte mit Brauerei
- Hund: 7,90 € pro Fahrt
- Parken: kostenloser Parkplatz an der Talstation
Wie kam Mittenwald zu seiner Seilbahn?
Durch die Idee eines Münchner Metzgers. In den 1950er-Jahren wollte er die Bergwelt über Mittenwald für alle erreichbar machen. Doch das schwierige Gelände und Geldsorgen verzögerten das Projekt immer wieder, erst am 7. Juni 1967 schwebte die erste Gondel hinauf. Schon Jahrzehnte vorher war die Gegend ein Ziel: In den 1930er-Jahren kamen Tausende mit Sonderzügen aus München, um zu Fuß ins Dammkar aufzusteigen und abzufahren – die lange Schlange der Aufsteiger ging als „Dammkarwurm“ in die Skigeschichte ein.
Nach der Eröffnung wurden die Wege oben Stück für Stück ausgebaut. 1973 begingen die ersten Alpinisten den Mittenwalder Höhenweg, Mitte der 1970er-Jahre ersetzte ein Fußgängertunnel den gefährlichen Übergang von der Bergstation ins Dammkar. 2008 kam das Naturinformationszentrum hinzu.
Was erwartet dich an der Bergstation?
Ein Hochgebirgsplateau mit Aussichtsterrasse, einer Ausstellung im Riesenfernrohr und Deutschlands höchster Brauerei. Die Bergstation liegt in der Karwendelgrube, unter dem Gipfel der Westlichen Karwendelspitze.
Was ist das Riesenfernrohr?
Das Naturinformationszentrum „Bergwelt Karwendel“ – ein mit Lärchenholz verkleidetes Gebäude in Form eines überdimensionalen Fernrohrs. Es ragt 7,7 Meter über den Abgrund hinaus, durch das große Panoramafenster blickst du 1.300 Meter tief ins Isartal. Innen erfährst du in einer kleinen interaktiven Ausstellung, wie Gämsen, Alpenschneehühner und Pflanzen im Hochgebirge überleben. Der Eintritt ist frei, geöffnet ist zu den Fahrzeiten der Bahn. Das Bauwerk hat den Nachhaltigkeitspreis der Alpenkonvention erhalten. Die Mittenwalder nennen es übrigens schlicht „die Röhre“.
Was gibt es noch oben?
Die Berggaststätte mit Sonnenterrasse und Liegestühlen, dazu Deutschlands höchste Brauerei und Brennerei, in der das Karwendelbräu entsteht. Dienstags gibt es um 11.15 und 15.15 Uhr kostenlose Brauereiführungen und ab etwa Mitte Mai um 10.45 Uhr eine Rundblickführung, bei der dir jemand die Gipfel ringsum erklärt. Wer will, kann hier oben sogar heiraten – Mittenwald hat an der Bergstation eine Außenstelle seines Standesamts.
Welche Wanderungen und Klettersteige starten an der Karwendelbahn?
Vom leichten Rundweg bis zum langen Klettersteig ist alles dabei. Tourenkarten und Infos bekommst du an der Talkasse. Die Betreiber unterscheiden vier Touren:
- Passamani-Panoramaweg: rund eine Stunde, leicht, mit Blick auf Mittenwald, Wetterstein und Isartal. Gehst du ihn gegen den Uhrzeigersinn, kommst du gleich zu Beginn am Riesenfernrohr vorbei.
- Dammkarsteig: Abstieg zu Fuß über die Dammkarhütte nach Mittenwald, vier bis fünf Stunden, mittel bis einfach, ohne Klettersteigset.
- Karwendelsteig: drei bis vier Stunden, schwer, mit Klettersteigset.
- Heinrich-Noe-Steig: fünf bis sieben Stunden, schwer, ruhig und mit weitem Blick.
- Mittenwalder Klettersteig: sieben bis neun Stunden als Runde, schwer, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Kondition sind Pflicht. Alles dazu beim Mittenwalder Höhenweg.
Wer Klettersteigerfahrung, aber keinen ganzen Tag hat, steigt über den kurzen Klettersteig auf die Westliche Karwendelspitze und über den versicherten Normalweg wieder ab – der Einstieg liegt fünf Minuten von der Bergstation, die Runde dauert 30 bis 60 Minuten. Nach dem Mittenwalder Klettersteig führt der Abstieg über die Brunnsteinhütte zurück ins Tal. Bedenke: Oben herrscht Hochgebirge. Selbst im Hochsommer kann es kalt und windig sein, und bis in den Frühsommer liegt in schattigen Rinnen Schnee.
Was kostet die Karwendelbahn 2026?
Die Karwendelbahn gehört zu den teureren Bergbahnen der Region. Diese Preise gelten für den Sommer 2026 (Berg- und Talfahrt / Einzelfahrt):
- Erwachsene ab 18: 42,90 € / 30,90 €
- Kind mit Eltern oder Großeltern (6–17 Jahre): 9,90 € / 7,90 €
- Kind allein (6–17 Jahre): 27,90 € / 19,90 €
- Kinder bis 6 Jahre: frei
- Familie 2 Erwachsene + 2 Kinder: 105,60 € / 77,60 €
- Familie 1 Erwachsener + 1 Kind: 52,80 € / 38,80 €
- Hund jeder Größe: 7,90 €
- Bergfahrt ab 15.30 Uhr: 15,90 €
Für die Keycard zahlst du 5 € Pfand, den du bei der Rückgabe zurückbekommst. Menschen mit Schwerbehinderung erhalten 5 € Rabatt auf die Berg- und Talfahrt. Gruppen ab elf Personen fahren günstiger. Gegen 20 € Aufpreis gibt es eine Fast Lane, mit der du an vollen Tagen schneller in die Gondel kommst. Für Senioren ab 60 gibt es dienstags ein Paket mit Berg- und Talfahrt, Kaffee und Kuchen sowie Brauerei- und Rundblickführung für 44,90 €.
Wann fährt die Karwendelbahn – und wann ist es am schönsten?
Im Hochsommer von 8.30 bis 18 Uhr. Die Fahrzeiten 2026 im Überblick:
- 30. März bis 26. April: 10 bis 17 Uhr
- 27. April bis 17. Mai: 9 bis 17.30 Uhr
- 18. Mai bis 13. September: 8.30 bis 18 Uhr
- 14. September bis 11. Oktober: 8.30 bis 17.30 Uhr
- 12. bis 24. Oktober: 9 bis 17 Uhr
- 25. Oktober bis 22. November: 9.30 bis 16.30 Uhr
- ab 23. November: Revision
Die letzte Bergfahrt startet 30 Minuten vor Betriebsende. Die Gondel fährt im Halbstundentakt, an schönen Tagen in der Ferienzeit bilden sich deshalb Schlangen. Mein Rat: mit der ersten Bahn hinauf. Dann ist die Luft oft am klarsten und das Plateau noch ruhig. Bei Wolken oder Nebel lohnt die Fahrt dagegen kaum, denn die Aussicht ist hier das Wichtigste. Vor der Abfahrt zeigt dir die Webcam auf der Bahn-Website, wie es oben aussieht.
Wie kommst du zur Karwendelbahn?
Am einfachsten mit dem Zug. Mittenwald liegt an der Bahnstrecke zwischen München und Innsbruck, vom Bahnhof gehst du in zehn bis 15 Minuten über die Isar zur Talstation in der Alpenkorpsstraße. Mit dem Auto biegst du an der Ausfahrt „Karwendelbahn“ ab, fährst unter dem Seil durch und erreichst den kostenlosen Parkplatz an der Talstation. Aus Innsbruck kommend kommst du über Seefeld und Scharnitz, die Abfahrt liegt rund drei Kilometer nach der Mittenwalder Ausfahrt. Mehr über den Ort steht im Porträt von Mittenwald.
Lohnt sich die Karwendelbahn auch im Winter?
Ja – für Skifahrer, die Tiefschnee können, und für alle, die einfach Hochgebirgswinter sehen wollen. Durch einen Fußgängertunnel erreichst du von der Bergstation das Dammkar: eine rund sieben Kilometer lange, unpräparierte Skiroute auf Naturschnee, die als längste Deutschlands gilt. Sie ist nur für sehr gute Skifahrer gedacht, wird nach Neuschnee gesprengt und nur bei sicheren Verhältnissen freigegeben. Ist sie gesperrt, nimmt die Bahn keine Gäste mit Ski oder Snowboard mit.
Im Winter 2025/26 fuhr die Bahn vom 25. Dezember bis 26. April von 10 bis 16.30 Uhr, die Tageskarte für die Skiroute kostete 57,90 €. Ohne Ski gehst du oben einen kurzen Winter-Panoramaweg und setzt dich in die Liegestühle in die Sonne. Alles zur Abfahrt steht bei Skifahren in Mittenwald.
Kannst du mit Kindern oder Hund fahren?
Ja, beides. Kinder bis sechs Jahre fahren kostenlos, ältere Kinder mit Eltern oder Großeltern zahlen für Berg- und Talfahrt nur 9,90 €. Der Panoramaweg ist für Kinder gut machbar, sie brauchen aber feste Schuhe und sollten an den Abbrüchen an der Hand bleiben – das Gelände fällt hier wirklich senkrecht ab. Das Riesenfernrohr begeistert meist auch Kinder, die sonst wenig für Ausstellungen übrighaben. Hunde fahren für 7,90 € mit. Für einen Kinderwagen ist das Plateau mit seinen schmalen, steinigen Wegen nicht geeignet.
Meine Tipps & Tricks für die Karwendelbahn
- Erste Gondel nehmen: Klare Sicht, wenig Andrang, Platz am Riesenfernrohr.
- Webcam vor der Fahrt prüfen: Ohne Aussicht ist der Ausflug sein Geld kaum wert.
- Panoramaweg gegen den Uhrzeigersinn: Dann bist du als Erstes am Fernrohr, bevor es sich dort füllt.
- Warme Jacke einpacken: Auf 2.244 Metern ist es deutlich kälter als im Tal, und oft weht ein kräftiger Wind.
- Kinder mit Eltern fahren lassen: Mit Eltern zahlen sie 9,90 € statt 27,90 €.
- Spät am Tag sparen: Ab 15.30 Uhr kostet die Bergfahrt nur 15,90 € – ideal, wenn du zu Fuß absteigst.
- Dienstag ist Führungstag: Brauerei- und Rundblickführung sind kostenlos.
- Mit dem Zug anreisen: Der Bahnhof liegt in Gehweite, und du ersparst dir an Ferientagen die Parkplatzsuche.
Häufige Fragen zur Karwendelbahn
Wie lange dauert die Fahrt mit der Karwendelbahn?
Rund zehn Minuten von der Talstation in Mittenwald bis zur Bergstation auf 2.244 Metern.
Muss ich ein Ticket vorab kaufen?
Nein, Tickets bekommst du an der Talkasse. An vollen Ferientagen hilft die kostenpflichtige Fast Lane gegen Wartezeiten.
Kann man von der Bergstation zu Fuß absteigen?
Ja, über den Dammkarsteig und die Dammkarhütte. Rechne mit vier bis fünf Stunden und vielen Höhenmetern bergab.
Mein Fazit
Die Karwendelbahn ist die eindrucksvollste Bergbahn rund ums Karwendel: zehn Minuten Fahrt, und du stehst im hochalpinen Fels mit 1.300 Metern Tiefblick. Billig ist sie nicht, deshalb lohnt sie sich vor allem an klaren Tagen – früh am Morgen, mit Zeit für das Riesenfernrohr und den Panoramaweg. Bergsteiger finden hier den Start zu einigen der spektakulärsten Touren im ganzen Gebirge.
