Pleisenspitze: Westlichster Gipfel der Karwendel-Hauptkette

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Die Pleisenspitze ist mit 2.569 Metern der westlichste Gipfel der Karwendel-Hauptkette und thront direkt über Scharnitz. Technisch ist sie ein eher einfacher Berg, doch die rund 1.600 Höhenmeter machen sie zu einer der längsten Tagestouren im westlichen Karwendel. Dafür wartet oben ein Panorama über das Karwendeltal, das Hinterautal, den Brunnstein und das Wettersteingebirge.

Auf halber Strecke liegt eine der sonnigsten Hütten der Region: die Pleisenhütte. Für mich ist sie fast schon Grund genug für die Tour – die Südterrasse mit Blick auf Brunnstein und Karwendeltal hat Kultstatus, und die Geschichte ihres Erbauers Toni Gaugg macht die Hütte zu etwas Besonderem.

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zur Pleisenspitze auf einen Blick

  • Höhe: 2.569 m
  • Lage: westlichster Gipfel der Karwendel-Hauptkette, über Scharnitz (Tirol)
  • Start: Parkplätze an der Hinterautalstraße in Scharnitz (ca. 980 m)
  • Höhenmeter: rund 1.600 im Auf- und Abstieg
  • Gehzeit: ca. 4:30 h Aufstieg, 3:15 h Abstieg, rund 8 h gesamt
  • Schwierigkeit: technisch mittelschwer, durch die Länge anspruchsvoll
  • Hütte: Pleisenhütte (1.757 m), privat, ca. 36 Lager, Anfang Juni bis Ende Oktober, im Winter an Wochenenden
  • Rundtour: nein, Ab- auf dem Aufstiegsweg

Wie schwer ist die Pleisenspitze?

Technisch ist die Pleisenspitze für geübte Bergwanderer gut machbar. Der Weg ist nie wirklich ausgesetzt, wird in Gipfelnähe aber steiler und führt über Schotter. Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit solltest du mitbringen. Das eigentliche Thema ist die Länge: Rund 1.600 Höhenmeter und um die 20 Kilometer an einem Tag verlangen gute Kondition. Viele teilen die Tour deshalb auf zwei Tage auf.

Wie kommst du zur Pleisenhütte?

Start ist an den Parkplätzen an der Hinterautalstraße in Scharnitz, etwa beim Naturpark-Infozentrum. Zunächst folgst du der asphaltierten Straße taleinwärts in Richtung Hinterautal bis zur Isarlodge Wiesenhof. Dort zweigt links eine Forststraße ab, die sich in Kehren durch Wald nach oben zieht. Parallel gibt es steilere Abkürzungssteige. Auf etwa 1.600 Metern flacht der Weg ab und quert durch Latschengelände hinauf zur Pleisenhütte auf 1.757 Metern. Rechne mit 2 bis 2,5 Stunden und rund 800 Höhenmetern. Gleich neben der Hütte steht die kleine Antoniuskapelle.

Den Abschnitt bis zur Hütte kannst du gut mit dem Mountainbike zurücklegen – als Bike & Hike wird die lange Tour deutlich entspannter.

Wie geht es von der Hütte auf den Gipfel?

Den Weiterweg findest du direkt hinter der Hütte – ein Schild verrät mit einem Augenzwinkern, dass für das Überqueren der Terrasse keine Maut fällig wird. Der Steig führt zwischen Latschen hindurch und wird zunehmend steiler ins Vorderkar. Langsam baut sich die Pleisenspitze vor dir auf. Über den Hinteren Pleisengrat erreichst du die Kammhöhe und auf ihr den Gipfel. Ab Hütte brauchst du rund zwei Stunden. Abgestiegen wird auf dem gleichen Weg.

Was siehst du vom Gipfel der Pleisenspitze?

Weil die Pleisenspitze am westlichen Ende der Hauptkette steht, blickst du der Länge nach ins Karwendel hinein: über das Karwendeltal und das Hinterautal bis zu den hohen Gipfeln rund um die Birkkarspitze. Im Westen liegen Scharnitz, das Seefelder Plateau und das Wettersteingebirge, im Norden der Brunnstein und Mittenwald.

Was hat es mit Toni Gaugg auf sich?

Die Geschichte der Pleisenhütte ist die Geschichte von Toni Gaugg. Ursprünglich war die Hütte als Stützpunkt für die Höhlenforschung gedacht. Gaugg erforschte die Höhlen rund um die Hütte – allein im Umfeld gibt es 14 davon – und entdeckte in der Vorderkarhöhle das 7.000 bis 8.000 Jahre alte Skelett eines Elchkalbs. Es ist heute im Naturpark-Infozentrum Scharnitz ausgestellt. Außerdem legte er einen der anspruchsvollsten Höhenwege im Karwendel an. Toni Gaugg starb 2007 und ist bei der Kapelle neben seiner Hütte begraben. Heute führt Siegfried Gaugg die Hütte.

Was ist der Toni-Gaugg-Höhenweg?

Der hochalpine Toni-Gaugg-Weg führt von der Pleisenhütte über den Karwendel-Hauptkamm bis zum Karwendelhaus: rund 12,7 Kilometer, 1.200 Höhenmeter und etwa acht Stunden Gehzeit. Er ist schwer und nur etwas für erfahrene, absolut trittsichere Bergsteiger – dafür aber eine der eindrucksvollsten Hüttenverbindungen im ganzen Gebirge.

Kann man die Pleisenspitze im Winter besteigen?

Ja, sie ist eine beliebte, aber anspruchsvolle Ski- und Schneeschuhtour. Bei guten Verhältnissen kannst du mit Ski bis zum höchsten Punkt aufsteigen. Weil die Pleisenhütte im Winter an den Wochenenden sowie vom 26. Dezember bis 6. Januar geöffnet hat, ist sie ein perfekter Zwischenstopp. Mehr Winterziele findest du bei den Skitouren im Karwendel.

Wann ist die beste Zeit für die Pleisenspitze?

Im Sommer von Juni bis Oktober, wenn die Pleisenhütte voll bewirtschaftet ist. Die Hütte liegt sehr sonnig nach Süden – an heißen Tagen startest du daher besser früh. Im Herbst ist die Fernsicht oft hervorragend.

Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für die Pleisenspitze

  1. Zwei Tage planen: Mit Übernachtung auf der Pleisenhütte wird aus der langen Tour ein Genuss. Eine telefonische Voranmeldung ist nötig, weil die Plätze begrenzt sind.
  2. Bike & Hike: Mit dem Rad bis zur Hütte sparst du viel Zeit, vor allem im Abstieg.
  3. Elch anschauen: Das Elchskelett im Naturpark-Infozentrum Scharnitz ist ein toller Abschluss.
  4. Genug Wasser: Zwischen Hütte und Gipfel gibt es keine Quelle.
  5. Naturpark-Regeln: Campen ist am Berg verboten, Blumen bleiben stehen.

Für wen eignet sich die Pleisenspitze?

Für konditionsstarke Bergwanderer, die eine lange, aber technisch überschaubare Tour suchen. Familien und Genießer wandern nur bis zur Pleisenhütte – eine schöne, nicht allzu fordernde Tagestour mit Sonnenterrasse. Wer danach Lust auf mehr hat, findet mit der Großen Arnspitze auf der anderen Talseite von Scharnitz das nächste Aussichtsziel.

Häufige Fragen zur Pleisenspitze

Wie hoch ist die Pleisenspitze?

Die Pleisenspitze ist 2.569 Meter hoch.

Wie lange dauert die Wanderung auf die Pleisenspitze?

Ab Scharnitz rund 4,5 Stunden im Aufstieg und gut 3 Stunden im Abstieg, insgesamt also etwa acht Stunden.

Ist die Pleisenhütte im Winter geöffnet?

Ja, an den Wochenenden sowie in den Weihnachtsferien vom 26. Dezember bis 6. Januar.

Kann man auf die Pleisenspitze eine Rundtour machen?

Nein, der Abstieg erfolgt über den Aufstiegsweg. Nur erfahrene Bergsteiger können über den Toni-Gaugg-Weg zum Karwendelhaus weitergehen.

Mein Fazit

Die Pleisenspitze ist ein langer, ehrlicher Karwendelberg: viele Höhenmeter, wenig Schwierigkeiten und eine Aussicht, die das ganze Gebirge der Länge nach zeigt. Gönn dir die Nacht auf der Pleisenhütte – dann wird die Tour nicht nur ein Gipfelerlebnis, sondern auch ein Stück Karwendelgeschichte.

Weiterführende Links

–> Alle Berge im Karwendel

Aktuelle Infos: Pleisenhütte · Region Seefeld

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