Schwaz liegt im Inntal zwischen Innsbruck und Jenbach, am Südrand des Karwendels. Heute ist die Bezirkshauptstadt mit gut 14.000 Einwohnern eine ruhige Kleinstadt. Um 1500 aber lebten hier rund 20.000 Menschen – nach Wien war Schwaz damit der zweitgrößte Ort im Habsburgerreich und die größte Bergbaumetropole Europas. Der Grund lag im Berg: Silber und Kupfer.
Ich mag Schwaz, weil die Stadt diese Geschichte nicht laut erzählt, sondern in Kirchen, Kreuzgängen und Gassen versteckt. Am liebsten verbinde ich einen Rundgang mit dem Aufstieg zur Burg Freundsberg – von dort oben liegt die ganze Silberstadt vor dir.
Darum geht es auf dieser Seite
- Schwaz auf einen Blick
- Wie das Silber Schwaz groß machte
- Pfarrkirche und Franziskanerkloster
- Burg Freundsberg
- Ins Silberbergwerk
- Ausflüge in der Silberregion Karwendel
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zu Schwaz auf einen Blick
- Lage: Inntal, Bezirkshauptstadt, rund 30 km östlich von Innsbruck
- Einwohner: gut 14.000
- Stadt seit: 1899
- Bergbau: Silber und Kupfer ab etwa 1410, Blütezeit um 1500
- Tourismusregion: Silberregion Karwendel mit zwölf Gemeinden
- Stadtführung: im Sommer donnerstags, kostenlos
- Anreise: Bahnhof an der Inntalbahn
Wie wurde Schwaz zur Silbermetropole Europas?
Durch den Falkenstein, den Berg über der Stadt. Ab etwa 1410 bauten Knappen hier Silber und Kupfer ab, und der Falkenstein wurde zur „Mutter aller Bergwerke“. Zwischen 1500 und 1529 förderten sie nach Schätzungen rund 346 Tonnen Silber und 22.400 Tonnen Kupfer. 1554 arbeiteten allein am Falkenstein 7.400 Knappen. Mit dem Geld finanzierten die Fugger die Habsburger – das Fuggerhaus von 1525 steht noch heute in der Stadt, und Schwaz liegt an der Europäischen Fuggerstraße. Auch der Arzt Paracelsus hielt sich hier auf.
Der Niedergang kam im späten 16. Jahrhundert, als billigeres Silber aus Amerika nach Europa strömte. Erstaunlich: Trotz ihrer einstigen Größe wurde Schwaz erst 1899 offiziell zur Stadt erhoben.
Warum lohnen Pfarrkirche und Kloster einen Besuch?
Weil beide vom Reichtum der Silberzeit erzählen. Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt wurde ab 1460 gebaut, ab 1490 auf vier Schiffe erweitert und 1502 geweiht. Sie ist die größte gotische Hallenkirche Tirols, ihr Dach ist mit Kupferplatten gedeckt. Im 16. Jahrhundert trennte eine hölzerne Wand Bürger und Knappen – jeder Stand hatte seine eigene Kirchenhälfte. Im Inneren erinnert ein Epitaph an Ulrich Fugger den Jüngeren. Kinder haben Spaß an der Suche nach den Tierfiguren an den Geländern.
Ganz in der Nähe liegt das Franziskanerkloster, 1515 eingeweiht. Sein Kreuzgang mit gotischen Wandmalereien ist frei zugänglich und für mich der schönste Ort in Schwaz – still, kühl und voller Details. Diesen Besuch empfehle ich dir uneingeschränkt.
Was erwartet dich auf der Burg Freundsberg?
Der beste Blick über Schwaz. Die Burg Freundsberg geht auf einen Wohnturm der Herren von Fruntsberg um 1170 zurück und ist heute das Museum der Stadt. Den Turm kannst du besteigen; vom obersten Turmzimmer und von der Aussichtsterrasse siehst du über das Inntal bis zu den Gipfeln des Karwendels. Der Weg hinauf ist ein kurzer Spaziergang aus der Stadt.
Wie tief kommst du ins Silberbergwerk?
Rund 800 Meter tief in den Berg, mit einer Grubenbahn. Die Führung durch das Silberbergwerk Schwaz dauert etwa 90 Minuten, im Stollen herrschen konstant 12 Grad – eine Jacke gehört also auch im Hochsommer ins Gepäck. Alle Details zu Ablauf und Tickets stehen beim Silberbergwerk Schwaz. Gleich daneben beginnt im Silberwald der Knappensteig, ein rund einstündiger Themenweg, und es gibt einen großen Spielplatz.
Welche Ausflüge lohnen sich rund um Schwaz?
Eine ganze Menge, denn zur Silberregion Karwendel gehören zwölf Gemeinden von Jenbach bis Weerberg. Ganz in der Nähe liegt Schloss Tratzberg mit seinem berühmten Habsburgersaal. Im Herbst bin ich mit der Familie von Stans aus dorthin gewandert. Von Stans aus führt auch die Wolfsklamm hinauf zum Kloster St. Georgenberg.
Für Bergsteiger beginnt hinter Vomp das wilde Vomper Loch, eines der einsamsten Täler des Karwendels. Wer lieber Wasser sieht, wandert zum Bucher Wasserfall. Und für einen Bahntag liegt Jenbach nur wenige Kilometer weiter.
Meine Tipps & Tricks für Schwaz
- Kostenlos parken: Oberhalb des Friedhofs, Richtung Silberwald, gibt es einen Gratis-Parkplatz.
- Stadtführung im Sommer: Von Mitte Juni bis Mitte September donnerstags um 13:30 Uhr ab dem Busterminal Wopfnerstraße, kostenlos.
- Kreuzgang nicht verpassen: Der Eintritt ist frei, und er ist leicht zu übersehen.
- Bergwerk und Burg kombinieren: Nach der Grubenfahrt ist der Aufstieg zur Burg Freundsberg ein schöner Abschluss.
- Spielplätze für Kinder: Im Postpark und im Silberwald gibt es gute Plätze für eine Pause.
- Jacke für den Stollen: 12 Grad fühlen sich nach einem heißen Tag im Inntal sehr frisch an.
Häufige Fragen zu Schwaz
Warum heißt Schwaz Silberstadt?
Weil hier im 15. und 16. Jahrhundert eines der bedeutendsten Silberbergwerke Europas betrieben wurde.
Wie lange dauert die Führung im Silberbergwerk?
Etwa 90 Minuten, inklusive Fahrt mit der Grubenbahn.
Gibt es kostenlose Stadtführungen in Schwaz?
Ja, im Sommer jeden Donnerstag um 13:30 Uhr ab dem Busterminal Wopfnerstraße.
Mein Fazit
Schwaz ist eine Stadt für Entdecker: Wer nur durchfährt, sieht eine Kleinstadt im Inntal. Wer anhält, findet die größte gotische Hallenkirche Tirols, einen stillen Kreuzgang, eine Burg mit Fernblick und die Spuren einer Zeit, in der hier Europas Silber aus dem Berg kam.
Weiterführende Links
–> Achensee
