Wallgau ist das kleinste der drei Dörfer der Alpenwelt Karwendel. Rund 1.400 Menschen leben auf etwa 870 Metern dort, wo die Isar nach Osten abbiegt und das wildeste Stück ihres Laufs beginnt. Im Süden steht das Karwendel, im Norden das Estergebirge, im Westen das Wetterstein. Der Walchensee liegt nur rund zehn Kilometer entfernt.
Wallgau ist für mich das bayerische Dorf wie aus dem Bilderbuch. Wenn ich in der Gegend bin, übernachte ich meist hier – im alten Gasthof zur Post am Dorfplatz, mit Biergarten, Stammtisch und Strudel am Nachmittag.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wallgau auf einen Blick
- 1.250 Jahre Geschichte
- Lüftlmalerei und Dorfrunde
- Krepelschrofen und Buckelwiesen
- Isar und Bayerisch Kanada
- Wallgau im Winter
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zu Wallgau auf einen Blick
- Lage: oberes Isartal, Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Alpenwelt Karwendel
- Höhe: ca. 870 m
- Einwohner: rund 1.400
- Erste Erwähnung: 763 als „walhogoi“
- Sehenswert: Lüftlmalerei, Gasthof zur Post (seit 1621), Pfarrkirche St. Jakob
- Aussichtsberg: Krepelschrofen, unter einer Stunde
- Winter: Kanadaloipe Richtung Vorderriß, Panoramaloipe zum Barmsee
- Berühmte Einwohnerin: Biathletin Magdalena Neuner
Warum heißt Wallgau „Gau der Walchen“?
Weil hier im frühen Mittelalter Romanen lebten, von den Bayern „Walchen“ genannt. Schon 763 wird der Ort als „walhogoi“ in der Gründungsurkunde des Klosters Scharnitz erwähnt – damit blickt Wallgau auf mehr als 1.250 Jahre Geschichte zurück. Die erste Kirche entstand 1295. Weil Wallgau am Pilgerweg nach Süden lag, wurde sie dem heiligen Jakobus geweiht. Heute steht hier die barocke Pfarrkirche St. Jakob mit Zwiebelturm, und der Ort liegt wieder an einem Jakobsweg.
Die bekannteste Wallgauerin der Gegenwart ist Magdalena Neuner. Die zwölffache Biathlon-Weltmeisterin lebt seit ihrer Geburt hier. 2013 bekam sie einen eigenen Panoramaweg.
Was erzählen die bemalten Häuser von Wallgau?
Vom harten Leben früherer Generationen: Die Lüftlmalerei zeigt Holzarbeit, Landwirtschaft, Kalköfen und die gefährliche Flößerei auf der Isar. Am Rathaus sind eine Postkutsche und ein Floß zu sehen. Das schönste Haus ist der Gasthof zur Post am Dorfplatz: seit 1621 ein Gasthaus, seit Generationen in der Hand der Familie Neuner und reich bemalt.
Ich beginne die kleine Dorfrunde am Brunnen vor der Post und gehe im Uhrzeigersinn: links los, durch die sonnige Sonnleiten, beim Pfarramt die Stufen hinunter und zurück zur Kirche. In einer halben Stunde hast du die schönsten Fassaden gesehen. Danach gibt es für mich ein Posthalterschnitzel oder einen Apfelstrudel im Biergarten.
Wo hast du in Wallgau die beste Aussicht?
Auf dem Krepelschrofen. Über den Magdalena-Neuner-Panoramaweg bist du mit rund 200 Höhenmetern in unter einer Stunde oben. Von dort überblickst du das Isartal, Karwendel, Wetterstein, Estergebirge und den Barmsee. Für mich ist das einer der schönsten Aussichtspunkte der Gegend – im Winter ist es oben besonders sonnig.
Rund um den Ort liegen die eiszeitlichen Buckelwiesen, die du auch mit Kinderwagen erkunden kannst. Wer es kühl mag, geht zur versteckten Finzbachklamm mit ihren Gumpen oder zur Bärenhöhle unterhalb des Panoramawegs. Im Estergebirge warten die Krüner Alm und die Wallgauer Alm, im Sommer fährt ein Almbus hinauf.
Ambitionierte Bergsteiger nehmen den Lakaiensteig zum Soiernhaus, den König Ludwig II. anlegen ließ. Er ist anstrengend, aber landschaftlich großartig.
Warum heißt die Isar bei Wallgau „Bayerisch Kanada“?
Weil die Isar hinter Wallgau unbegradigt durch ein breites Kiesbett und dichte Wälder fließt – fast wie ein Fluss in Kanada. Eine Mautstraße führt rund 12 bis 13 km am Fluss entlang nach Vorderriß, für Radfahrer ist sie eine Traumstrecke. Alles dazu steht beim Isartal. Von Vorderriß geht es weiter ins Rißtal zum Großen Ahornboden.
Wasser für den Walchensee wird bereits bei Krün abgeleitet. Mit dem Auto bist du in einer Viertelstunde am Walchensee, eine gute Kombination mit einem Bergtag am Herzogstand.
Was macht Wallgau im Winter aus?
Die Loipen und die Sonne. Die Kanadaloipe führt durch das wilde Isartal Richtung Vorderriß, hin und zurück ab Wallgau rund 25 km – eher etwas für geübte Langläufer. Gemütlicher sind die Panoramaloipe über den Barmsee zum Geroldsee und die sonnige Genussloipe am Barmsee. Alle Details findest du bei der Kanadaloipe im Isartal. Zum Krepelschrofen kannst du auch im Winter gehen, er ist ganzjährig begehbar und oben sehr sonnig.
Meine Tipps & Tricks für Wallgau
- Dorfrunde im Uhrzeigersinn: So siehst du die schönsten Fassaden in der richtigen Reihenfolge.
- Krepelschrofen am Abend: Das Licht über dem Isartal ist dann am schönsten.
- Mit dem Rad nach Vorderriß: die Mautstraße an der Isar ist mit dem Rad ein Erlebnis.
- Finzbachklamm: kaum bekannt, ideal für einen ruhigen Nachmittag.
- Almbus nutzen: Er erspart den langen Aufstieg zu Krüner und Wallgauer Alm.
- Johannifeuer am 23. Juni: Dann brennen die Feuer auf den Bergen rund ums Dorf.
Häufige Fragen zu Wallgau
Wie weit ist der Walchensee von Wallgau entfernt?
Rund zehn Kilometer, mit dem Auto etwa eine Viertelstunde.
Wo wohnt Magdalena Neuner?
Die Biathletin lebt seit ihrer Geburt in Wallgau. Ein Panoramaweg zum Krepelschrofen trägt ihren Namen.
Kostet die Straße nach Vorderriß Maut?
Ja, für Autos. Radfahrer und Wanderer sind mautfrei unterwegs.
Ist Wallgau für Familien geeignet?
Ja, mit Buckelwiesen, Krepelschrofen und Isar gibt es viele kurze, leichte Ziele.
Mein Fazit
Wallgau ist klein, sonnig und herrlich bayerisch. Wer bemalte Häuser, einen kurzen Aussichtsberg und den Start ins wilde Isartal sucht, findet hier sein Basislager – und abends einen Platz im Biergarten.
Weiterführende Links
–> Krün
–> Mittenwald
–> Jachenau
