Montscheinspitze: Felsbastion im Vorkarwendel

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Die Montscheinspitze – oft auch Mondscheinspitze genannt – ist mit 2.106 Metern der höchste Gipfel des Vorkarwendels. Sie steht frei zwischen dem Gerntal bei Pertisau und der Eng und zählt mit ihrer fast senkrecht abfallenden Gipfelwand zu den markantesten und fotogensten Bergen im Karwendel.

Unten über die Almwiese ist der Weg noch einfach, oben in den Felsen wird es richtig anspruchsvoll: Der Steig zum Gipfel ist schmal und ausgesetzt. Für Könner ist die Montscheinspitze eine Traumtour mit Blick bis zum Achensee – besonders im Spätherbst, wenn sich die Lärchen färben.

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zur Montscheinspitze auf einen Blick

  • Höhe: 2.106 m, höchster Gipfel des Vorkarwendels
  • Lage: zwischen Gerntal/Pletzachtal (Pertisau) und Eng, Tirol
  • Start: Parkplatz im Gerntal (ca. 1.090 m) an der Mautstraße
  • Rundtour: ca. 1.140 Höhenmeter, 13,5 km, 6–8 h
  • Schwierigkeit: Alpinwanderweg (T4) mit Kletterstellen I–II, ausgesetzt
  • Einkehr: Plumsjochhütte (ca. 1.630 m), Gernalm, Pletzachalm
  • Gestein: Plattenkalk aus der Trias
  • Beste Zeit: Juni bis Oktober, besonders schön zur Lärchenfärbung

Wie schwer ist die Montscheinspitze?

Die Montscheinspitze ist eine schwere Bergtour und kein Spaziergang. Beide Anstiege – aus dem Gerntal und von der Eng über das Plumsjoch – verlangen alpine Erfahrung und werden mit Kletterstellen im ersten bis zweiten Grad bewertet. Im Gipfelbereich führt ein schmaler, ausgesetzter Steig über Fels, Schlüsselstelle ist eine steile Felsrinne. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind Pflicht. Auch konditionell ist die Runde fordernd.

Wie kommst du zum Ausgangspunkt?

Von Pertisau fährst du am Ortsanfang Richtung Karwendeltäler. Am Ortsrand beginnt die rund fünf Kilometer lange Mautstraße durch das Gerntal zur Gernalm. Nach etwa zwei Kilometern liegt rechts die Pletzachalm, kurz danach der Parkplatz an der Talstation einer Materialseilbahn – der beste Startpunkt für die Runde. Alternativ parkst du am Ende der Mautstraße bei der Gernalm.

Wie verläuft die Rundtour?

Aufstieg über den Schleimssattel

Vom Parkplatz geht es der Beschilderung zum Schleimssattel nach. Über Almwiesen und grüne Grasbuckel steigst du in rund 1¼ Stunden zum Sattel auf 1.555 Metern auf. Die Montscheinspitze wird dabei immer größer, der Weg immer steiler. Nach weiteren 1,5 Stunden durch felsiges Gelände und über den schmalen, ausgesetzten Steig stehst du am Gipfelkreuz, das auf dem linken äußeren Zacken steht.

Abstieg über das Plumsjoch

Vom Gipfel geht es steil Richtung Süden hinunter in die Montscheinsenke (ca. 1.800 m) und über den Südgrat zum Plumsjoch (ca. 1.920 m). Hier steht ein kleines Kreuz mit Blick über das Gerntal bis zum Achensee – und auf der anderen Seite über das Rißtal und den Großen Ahornboden. Kurz unterhalb des Jochs liegt die urige Plumsjochhütte, von der du über die Gernalm zurück zum Parkplatz wanderst.

Viele empfehlen auch die umgekehrte Richtung: über das Plumsjoch hinauf und über den Schleimssattel zurück. Der Rückweg über den Schleimssattel zieht sich allerdings.

Was siehst du vom Gipfel?

Die Rundumsicht reicht über den Achensee und das Rofan bis zu den Zillertaler Alpen. Nach Westen und Süden blickst du tief in die Karwendeltäler und auf die großen Wände rund um die Eng. Unterhalb des Gipfels liegt eine kleine Hochfläche mit einem namenlosen See.

Woher kommt der Name Montscheinspitze?

Mit dem Mondschein hat der Name wohl nichts zu tun. Er wird vom romanischen „monticinu“ abgeleitet, was so viel wie „kleine Bergweide“ bedeutet – ein Hinweis auf die alte Almnutzung. Auffällig ist auch die Ähnlichkeit zum Namen der benachbarten Mantschen. Beide Schreibweisen, Montschein- und Mondscheinspitze, sind heute gebräuchlich.

Wann ist die beste Zeit für die Montscheinspitze?

Nur in der schneefreien Zeit, etwa von Juni bis Oktober. Besonders schön ist der Spätherbst, wenn die Lärchen gelb leuchten. Bei Nässe solltest du die Felspassagen meiden.

Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für die Montscheinspitze

  1. Nicht unterschätzen: Die Tour ist konditionell und technisch fordernd – lieber eine Stunde mehr einplanen.
  2. Bargeld für die Maut: Die Straße ins Gerntal ist mautpflichtig.
  3. Bike & Hike: Mit dem Rad bis zur Gernalm oder Pletzachalm sparst du dir den Hatscher im Tal. Nimm aber Rücksicht auf Wanderer.
  4. Einkehr am Ende: Die Plumsjochhütte ist der perfekte Abschluss.
  5. Leichtere Alternative: Vom Plumsjoch ist der Kompar (2.011 m) deutlich einfacher als die Montscheinspitze.

Für wen eignet sich die Montscheinspitze?

Nur für erfahrene, trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger, die leichte Kletterei nicht scheuen. Für Kinder und Einsteiger ist sie ungeeignet. Wer es gemütlicher mag, wandert über die Gernalm zur Plumsjochhütte und auf das Plumsjoch. Einen ähnlich schönen Aussichtsgipfel mit weniger Fels findest du im Sonnjoch.

Häufige Fragen zur Montscheinspitze

Wie hoch ist die Montscheinspitze?

Die Montscheinspitze ist 2.106 Meter hoch und damit der höchste Gipfel des Vorkarwendels.

Montscheinspitze oder Mondscheinspitze – was ist richtig?

Beide Schreibweisen sind gebräuchlich. Der Name stammt vermutlich vom romanischen „monticinu“ für kleine Bergweide.

Wie lange dauert die Rundtour?

Rund drei Stunden bis zum Gipfel und weitere drei Stunden für den Abstieg über das Plumsjoch, insgesamt also etwa sechs bis acht Stunden.

Braucht man Klettererfahrung?

Etwas Erfahrung im Fels ist sinnvoll. Die Anstiege enthalten Kletterstellen im ersten bis zweiten Grad und ausgesetzte Passagen.

Mein Fazit

Die Montscheinspitze ist eine der schönsten Runden im Vorkarwendel: Almwiesen, eine wilde Felsbastion, ein Blick bis zum Achensee und am Ende eine urige Hütte. Wer sicher im Fels unterwegs ist, wird diese Tour lieben.

Weiterführende Links

–> Alle Berge im Karwendel

Aktuelle Infos: Achensee Tourismus · Naturpark Karwendel

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