Wer in Mittenwald nach Osten schaut, sieht sie sofort: Die Westliche Karwendelspitze thront mit 2.385 Metern direkt über dem Ort und ist einer der markantesten Gipfel der Nördlichen Karwendelkette. Sie steht genau an der Grenze zwischen Bayern und Tirol und hat dem ganzen Karwendelgebirge seinen Namen geliehen.
Kaum ein Gipfel im Karwendel ist so leicht zu erreichen: Die Karwendelbahn bringt dich in rund zehn Minuten auf 2.244 Meter, von dort sind es nur noch 20 bis 30 Minuten zum Gipfelkreuz. Oben angekommen, hat mich vor allem „die Röhre“ beeindruckt – das Naturinformationszentrum, das wie ein riesiges Fernrohr über die Felskante ragt.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wie schwer ist die Westliche Karwendelspitze?
- Mit der Karwendelbahn nach oben
- Gipfelweg ab der Bergstation
- Zu Fuß ab Mittenwald
- Weitere Touren ab der Bergstation
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zur Westlichen Karwendelspitze auf einen Blick
- Höhe: 2.385 m
- Gebirgskette: Nördliche Karwendelkette, Grenze Bayern/Tirol
- Bergbahn: Karwendelbahn Mittenwald, Bergstation 2.244 m, Deutschlands zweithöchste Bergbahn
- Ab Bergstation: ca. 20–30 min, drahtseilgesicherter Steig (T3)
- Klettersteig: kurzer Karwendel-Klettersteig, Schwierigkeit C, ca. 1 h
- Ab Tal: rund 1.500 Höhenmeter über Mittenwalder Hütte und Karwendelsteig, ca. 5 h
- Erstbesteigung: 1654 durch Christian Mentzel
- Anforderungen: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, feste Bergschuhe
Wie schwer ist die Westliche Karwendelspitze?
Von der Bergstation aus ist der Gipfel kurz, aber kein Spaziergang. Der Steig ist teilweise drahtseilversichert, ab und zu brauchst du die Hände. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und feste Bergschuhe sind Pflicht. Für Kinder ist der Abstecher nicht geeignet. Wer ab Mittenwald aufsteigt, hat eine anspruchsvolle Alpintour (T4) mit rund 1.500 Höhenmetern vor sich.
Was erwartet dich an der Karwendelbahn?
Die Talstation der Karwendelbahn liegt am östlichen Ortsrand von Mittenwald. In rund zehn Minuten schwebst du in den Kristallgondeln über 1.300 Höhenmeter hinauf zur Bergstation auf 2.244 Metern. Direkt daneben steht das Naturinformationszentrum „Bergwelt Karwendel“: ein überdimensionales Fernrohr im Lärchenholzmantel, das 7,7 Meter über den Abgrund hinausragt. Innen erfährst du viel über das Hochgebirge, außen fällt der Blick 1.300 Meter tief ins Isartal. Der Eintritt ist frei, das Zentrum ist während der Fahrzeiten geöffnet.
Neben der Bergstation liegt die Berggaststätte mit eigener Brauerei und Brennerei. Ein Fußgängertunnel führt von der Bergstation ins Dammkar – er ersetzte Mitte der 1970er-Jahre den gefährlichen Übergang für die Skifahrer.
Wie kommst du von der Bergstation auf den Gipfel?
Über den Wandersteig
Von der Bergstation gehst du in die Karwendelgrube nach links (südöstlich) und hältst dich an der Wegverzweigung links Richtung Gipfel. Über einen breiten Wanderweg erreichst du den Gipfelaufbau, das letzte Stück ist mit Drahtseilen gesichert. Nach 20 bis 30 Minuten stehst du am Kreuz.
Über den Klettersteig
Sportlicher ist der kurze, rassige Klettersteig der Schwierigkeit C. Der Einstieg liegt nur fünf Minuten von der Bergstation entfernt, für den Steig brauchst du etwa eine Stunde. Wichtig: Er endet am Gipfel und ist eine Einbahnstraße – abgestiegen wird über den Wandersteig. Helm und Klettersteigset sind Pflicht.
Wie kommst du zu Fuß ab Mittenwald hinauf?
Für den echten Bergerlebnis-Moment steigst du vom Parkplatz der Karwendelbahn zur Mittenwalder Hütte (1.518 m) auf – rund 1,5 Stunden. Von dort führt der anspruchsvolle, teils drahtseilgesicherte Karwendelsteig in etwa 2,5 Stunden zur Bergstation. Insgesamt bist du rund fünf Stunden bis zum Gipfel unterwegs. Zurück geht es entweder mit der Bahn oder über die Obere und Untere Dammkarscharte durch das Dammkar zur Dammkarhütte (1.667 m) und weiter nach Mittenwald, rund drei Stunden.
Welche Touren starten noch an der Bergstation?
- Panorama-Rundweg Passamani: familienfreundlicher Weg um die Karwendelgrube, rund eine Stunde, mit optionalem Abstecher auf die Nördliche Linderspitze (2.372 m). Im Winter ist er bis zum Aussichtspunkt geräumt.
- Mittenwalder Höhenweg: der berühmte Gratklettersteig über die Linderspitzen, als Runde 7–9 Stunden mit Abstieg über die Brunnsteinhütte.
- Heinrich-Noë-Steig: schwere Runde von 5–7 Stunden.
- Dammkar: im Winter eine der spektakulärsten Skirouten der Alpen – nur für absolute Könner.
Was siehst du vom Gipfel?
Im Westen liegt das Wettersteingebirge mit der Zugspitze, tief unten Mittenwald und das Isartal. Nach Osten öffnet sich das Karwendel mit dem Karwendeltal und der Pleisenspitze, im Süden reicht der Blick bis zu den Gletschern des Alpenhauptkamms. Rund um die Bergstation leben übrigens seltene Alpenschneehühner.
Wann ist die beste Zeit?
Von Juni bis Oktober, wenn der Gipfelsteig schneefrei ist. Schon im Herbst können Eis und Schnee im Gipfelbereich liegen, und der Klettersteig wird bei Nässe rutschig. Im Hochsommer ist der Gipfel sehr voll, weil Gondelgäste und Klettersteiggeher zusammentreffen.
Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für die Westliche Karwendelspitze
- Erste Gondel nehmen: Morgens ist der Gipfel noch ruhig, mittags drängen sich die Leute am Kreuz.
- Ins Fernrohr gehen: Der Besuch im Naturinformationszentrum kostet nichts und ist ein echtes Erlebnis.
- Feste Schuhe: Auch für den kurzen Gipfelweg sind Turnschuhe keine gute Idee.
- Talaufstieg früh starten: Wer zu Fuß kommt, ist im Morgenlicht vor dem Bahnbetrieb am Gipfel.
- Mit Kindern: Statt Gipfel lieber den Passamani-Rundweg wählen.
Für wen eignet sich die Westliche Karwendelspitze?
Mit der Bahn für alle trittsicheren, schwindelfreien Bergwanderer, die ohne langen Anstieg einen echten Karwendelgipfel erleben wollen. Klettersteiggeher nehmen die C-Route, konditionsstarke Bergsteiger den Karwendelsteig ab Tal. Familien mit Kindern bleiben auf dem Passamani-Rundweg.
Häufige Fragen zur Westlichen Karwendelspitze
Wie hoch ist die Westliche Karwendelspitze?
Die Westliche Karwendelspitze ist 2.385 Meter hoch.
Wie lange geht man von der Karwendelbahn zum Gipfel?
Etwa 20 bis 30 Minuten über den teilweise drahtseilgesicherten Steig.
Kann man mit Kindern auf die Westliche Karwendelspitze?
Für Kinder ist der Gipfelsteig nicht geeignet. Der Passamani-Rundweg an der Bergstation ist die bessere Wahl.
Was ist „die Röhre“?
So nennen Einheimische das Naturinformationszentrum „Bergwelt Karwendel“ an der Bergstation, das wie ein riesiges Fernrohr über die Felskante ragt.
Mein Fazit
Die Westliche Karwendelspitze ist der Gipfel, nach dem das Karwendel benannt ist – und dank der Bahn auch einer der zugänglichsten. Fahr früh hinauf, steig in Ruhe zum Kreuz und nimm dir danach Zeit für die Röhre. Wer mehr will, hat mit dem Mittenwalder Höhenweg gleich das nächste Ziel vor Augen.
