Das Karwendel ist zum größten Teil Schutzgebiet: Der Tiroler Naturpark umfasst 739 Quadratkilometer, dazu kommt das bayerische Naturschutzgebiet. Drei Natur-Highlights im Karwendel stechen dabei heraus: der Große Ahornboden mit seinen jahrhundertealten Bergahornen, der Isarursprung im Hinterautal und der Hohe Kranzberg, von dem du mit wenig Mühe die Karwendelwand in voller Breite siehst.
Alle drei sind ohne alpine Erfahrung erreichbar, und doch erzählen sie viel über dieses Gebirge: wie der Mensch seit Jahrhunderten Almwirtschaft betreibt, wo ein großer Fluss beginnt und wie die vier Karwendelketten von außen aussehen.
Darum geht es auf dieser Seite
Wissenswertes zu den Natur-Highlights auf einen Blick
- Großer Ahornboden: über 2.200 Bergahorne, Anfahrt über Mautstraße ab Hinterriß (1. Mai–31. Oktober)
- Isarursprung: ca. 1.160 m, ab Scharnitz ca. 14 km einfach, ideal mit dem Rad
- Hoher Kranzberg: 1.391 m, Sessellift ab Mittenwald
- Eintritt: frei (nur Maut bzw. Lift kosten)
- Beste Zeit: Juni bis Oktober; Ahornboden im Oktober
Warum ist der Ahornboden das bekannteste Naturdenkmal im Karwendel?
Weil es nirgends sonst in den Alpen so viele alte Bergahorne auf einem Fleck gibt: Über 2.200 Bäume stehen am Großen Ahornboden, viele davon 300 bis 600 Jahre alt. Im Herbst färben sie sich goldgelb vor den grauen Felswänden – 2014 wurde der Ahornboden im ORF-Voting „9 Plätze – 9 Schätze“ zum schönsten Platz Tirols gekürt. Am Talende liegt das Almdorf Eng mit seiner Schaukäserei. Der stillere Kleine Ahornboden im Johannestal ist nur zu Fuß oder per Rad erreichbar. Alles dazu auf der Seite Großer und Kleiner Ahornboden.
Wo genau entspringt die Isar?
Im Hinterautal bei Scharnitz, auf rund 1.160 Metern in Tirol – Bayerns bekannter Fluss ist also eigentlich eine Tirolerin. Aus einem moosigen Waldboden sprudeln mehrere Quellen, die sich zur jungen Isar vereinen. Das Tal ist für Autos gesperrt; zu Fuß ist der Weg mit rund 28 Kilometern hin und zurück lang, mit dem Rad ein Genuss. Details findest du auf der Seite Isarursprung im Hinterautal.
Wo hast du den besten Blick auf das Karwendel?
Vom Hohen Kranzberg über Mittenwald. Der Berg ist nur 1.391 Meter hoch und liegt eigentlich im Wettersteingebirge, aber genau deshalb siehst du gegenüber die Karwendelwand in ganzer Breite. Ein nostalgischer Einersessellift aus dem Jahr 1950 bringt dich auf 1.200 Meter, von dort ist es ein kurzer Spaziergang. Mehr unter Hoher Kranzberg.
Welches Natur-Highlight passt zu welcher Jahreszeit?
Im Frühsommer ist der Isarursprung am schönsten, wenn die Quellen kräftig sprudeln und die Kiesbänke noch frisch sind. Der Oktober gehört dem Ahornboden; mit dem Ende der Mautstraße am 31. Oktober ist dort Winterpause. Der Kranzberg ist ganzjährig ein Ziel, im Winter mit Rodelbahn und Winterwanderwegen.
Was musst du im Naturpark beachten?
Bleib auf den Wegen, nimm deinen Müll wieder mit und halte Hunde an der Leine. Am Ahornboden darfst du die alten Bäume nicht beklettern, denn sie sind empfindlich und Lebensraum für seltene Moose und Flechten. Im Hinterautal ist Radfahren bis zur Kastenalm erlaubt, nicht aber auf den Steigen zu den Quellen. Hintergründe liefert die Seite Naturpark Karwendel.
Meine Tipps & Tricks für die Natur-Highlights
- Ahornboden unter der Woche: An goldenen Oktobersonntagen staut es sich auf der Mautstraße.
- Isarursprung mit dem E-Bike: Lade vorher voll – an der Kastenalm gibt es keine Ladestation.
- Kranzberg zum Sonnenuntergang: Dann glüht die Karwendelwand – den letzten Lift beachten oder zu Fuß absteigen.
- Öffentlich zum Ahornboden: Der Bergbus fährt von Juni bis Oktober ab Lenggries bis in die Eng.
Häufige Fragen zu den Natur-Highlights im Karwendel
Kann man den Großen Ahornboden im Winter besuchen?
Mit dem Auto nicht, die Mautstraße ist von November bis Ende April gesperrt. Langläufer und Skitourengeher kommen auf eigene Faust hin.
Darf man zum Isarursprung mit dem Auto fahren?
Nein, das Hinterautal ist für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Du startest zu Fuß oder mit dem Rad in Scharnitz.
Mein Fazit
Ahornboden, Isarursprung und Kranzberg zeigen das Karwendel von seiner schönsten, zugänglichsten Seite. Wer alle drei erlebt hat, versteht, warum dieses Gebirge zu den größten Schutzgebieten der Ostalpen gehört.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Naturpark Karwendel
