Die Große Arnspitze steht mit 2.196 Metern wie ein Logenplatz zwischen den großen Gebirgen: im Osten das Karwendel, im Westen das Wettersteingebirge, im Süden das Seefelder Plateau mit der Hohen Munde. Geologisch zählt die Arnspitzgruppe zum Wetterstein, seit der Erweiterung um das Schutzgebiet Arnspitze gehört sie aber zum Naturpark Karwendel. Über den Gipfel verläuft die Grenze zwischen Bayern und Tirol.
Ich bin von Leutasch-Ahrn über den Hohen Sattel aufgestiegen. Spätestens ab der Arnspitzhütte ist das keine Bergwanderung mehr, sondern eine echte Bergtour – und der Panoramablick oben ist wirklich erstklassig, vor allem hinüber ins Wettersteingebirge.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wie schwer ist die Große Arnspitze?
- Die Wege auf die Große Arnspitze
- Die Arnspitzhütte
- Geschichte der Arnspitzgruppe
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zur Großen Arnspitze auf einen Blick
- Höhe: 2.196 m, höchster Gipfel der Arnspitzgruppe
- Lage: westlich von Scharnitz, Grenze Bayern/Tirol, Naturpark Karwendel
- Ausgangspunkte: Scharnitz, Leutasch (Hoher Sattel), Mittenwald
- Ab Scharnitz: rund 1.250 Höhenmeter, 6–7,5 h hin und zurück
- Schwierigkeit: bis zur Hütte mittel, ab Hütte steil und steinig, kurze Stellen mit Händen
- Hütte: Arnspitzhütte (ca. 1.930 m), unbewirtschaftete Selbstversorger- und Notunterkunft, immer offen
- Ab Hütte: knapp eine Stunde zum Gipfel
- Gestein: Wettersteinkalk
Wie schwer ist die Große Arnspitze?
Bis zur Arnspitzhütte ist der Weg wenig schwierig, teilweise aber steil. Ab der Hütte führt der Steig durch steiles, steiniges Gelände zum Gipfel, kurz vor dem Kreuz musst du die Hände zu Hilfe nehmen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Pflicht. Im Abstieg rutscht das lose Geröll – ich empfehle unbedingt Wanderstöcke. Konditionell kommen ab Tal rund 1.200 bis 1.250 Höhenmeter zusammen.
Welche Wege führen auf die Große Arnspitze?
Ab Scharnitz (Normalweg)
Der Normalweg Nr. 851 startet in Scharnitz und führt westwärts unterhalb des Ahrntalköpfls zum Riedberg. Über teils steile Pfade an der Ostflanke geht es hinauf zur Arnspitzhütte, dann nordwestlich zum Gipfel. Rechne mit gut drei Stunden im Aufstieg und rund 2,5 Stunden zurück. Praktisch: Der Startpunkt ist direkt vom Bahnhof Scharnitz aus erreichbar.
Ab Leutasch über den Hohen Sattel
Mein Weg: Vom Parkplatz Hoher Sattel in Leutasch-Ahrn geht es durch das Satteltal und über den Hohen Sattel hinauf. Schon unterwegs hast du tolle Ausblicke ins Karwendel, auf dem Schotter dann einen schönen Rückblick auf die Hohe Munde. Den unteren, kleineren Weg nimmst du zur Arnspitzhütte, von dort sind es noch rund 50 Minuten zum Gipfel. Die gesamte Tour ist lang: etwa 11 Kilometer, 1.200 Höhenmeter und bis zu acht Stunden. Ausgangsinfos findest du bei Leutasch.
Ab Mittenwald
Der Weg von Mittenwald führt über den Riedkopf zur Arnspitzhütte – schön und abwechslungsreich. Kombinierst du ihn mit dem Abstieg durch die Hasellähne nach Scharnitz, entsteht eine ideale Überschreitung, zurück geht es bequem mit der Bahn. Auch eine Variante über die Achterköpfe ist möglich.
Wichtig für alle Routen: Steig nicht auf den rechten Nebengipfel – das Gestein dort ist sehr brüchig und gefährlich.
Was solltest du über die Arnspitzhütte wissen?
Die Arnspitzhütte ist eine kleine, unbewirtschaftete Steinhütte der DAV-Sektion Hochland unterhalb des Gipfels. Sie ist immer offen und dient als Rastplatz und Notunterkunft – Essen und Getränke musst du selbst mitbringen. Wenige Gehminuten oberhalb öffnet sich ein schöner Blick auf Seefeld und das Karwendel. Zur Einkehr bleibt dir nach der Tour der Kiosk an der Leutaschklamm oder ein Gasthaus im Tal.
Was ist spannend an der Geschichte der Arnspitzgruppe?
Bis 1656 gehörten Scharnitz und die gesamte Arnspitzgruppe zur Grafschaft Werdenfels. Der lange Bergkamm hat drei Gipfel: die Hintere Arnspitze (Arnplattenspitze, 2.172 m), die Mittlere Arnspitze (2.130 m) und die Große Arnspitze als höchsten Punkt. Ende 1908 beschloss die Sektion Hochland, einen Weg von Mittenwald auf die Große Arnspitze zu bauen; 1910 wurde die Arnspitzhütte eröffnet. Seitdem steht sie bis auf einen kleinen Anbau nahezu unverändert da.
Was siehst du vom Gipfel?
Weil die Große Arnspitze frei zwischen den Gebirgen steht, ist die Rundsicht enorm: das Wettersteingebirge mit Zugspitze und Wettersteinspitzen, die Mieminger Kette mit der Hohen Munde, das Seefelder Plateau und im Osten das Karwendel mit Pleisenspitze und Brunnstein. Tief unten liegen Scharnitz und das Gaistal.
Wann ist die beste Zeit?
Von Juni bis Oktober. Der Ostanstieg von Scharnitz liegt morgens in der Sonne – an heißen Tagen früh starten. Weil die Hütte nicht bewirtschaftet ist, bist du auch im Herbst unabhängig von Öffnungszeiten.
Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für die Große Arnspitze
- Wanderstöcke mitnehmen: Im Geröllabstieg sind sie Gold wert.
- Proviant einpacken: Unterwegs gibt es keine Einkehr.
- Nicht auf den Nebengipfel: Der rechte Gipfel ist brüchig und gefährlich.
- Mit dem Zug anreisen: Die Überschreitung Mittenwald – Scharnitz lässt sich perfekt mit der Bahn kombinieren.
- Früh starten: So hast du die Ostflanke noch kühl und den Gipfel für dich.
Für wen eignet sich die Große Arnspitze?
Für trittsichere, ausdauernde Bergwanderer, die eine ruhigere Alternative zu den Bahngipfeln suchen. Bis zur Arnspitzhütte schaffen es auch weniger erfahrene Wanderer, den Gipfelaufbau sollten nur Geübte angehen. Ein schönes Gegenstück auf der anderen Talseite ist die Pleisenspitze.
Häufige Fragen zur Großen Arnspitze
Wie hoch ist die Große Arnspitze?
Die Große Arnspitze ist 2.196 Meter hoch.
Gehört die Große Arnspitze zum Karwendel?
Geologisch zählt sie zum Wettersteingebirge. Seit der Erweiterung um das Schutzgebiet Arnspitze liegt sie aber im Naturpark Karwendel.
Ist die Arnspitzhütte bewirtschaftet?
Nein, sie ist eine unbewirtschaftete Selbstversorger- und Notunterkunft, die immer offen ist.
Wie lange dauert die Tour ab Scharnitz?
Rund drei Stunden im Aufstieg und 2,5 Stunden im Abstieg, insgesamt also sechs bis sieben Stunden mit Pausen.
Mein Fazit
Die Große Arnspitze ist ein Aussichtsberg für Kenner: keine Bahn, keine Einkehr, aber eine Rundsicht über Karwendel, Wetterstein und Mieminger Kette, die dich für jeden Höhenmeter entschädigt. Nimm Stöcke und genug Proviant mit und plane die Tour als Überschreitung mit der Bahn.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Region Seefeld · DAV Sektion Hochland
