Rodeln in Innsbruck und Hall: Rodelbahnen an der Nordkette und gegenüber

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Rodeln in Innsbruck ist für Einheimische so selbstverständlich wie Skifahren. Von der Stadt und von Hall in Tirol führen Naturrodelbahnen an die sonnigen Südhänge des Karwendelgebirges, die bekannteste beginnt fast an der Stadtgrenze: die Bahn zur Rumer Alm. Gegenüber, auf der anderen Seite des Inntals, kommen Bahnen mit Lift und Flutlicht dazu – und von dort schaust du beim Hinunterfahren direkt auf die Nordkette.

Wer lange Rodelbahnen sucht, ist hier besser aufgehoben als in Seefeld oder Mittenwald. Mein persönlicher Favorit am Karwendel-Südrand ist das Halltal mit der Einkehr in St. Magdalena: steil, ursprünglich und mit einer Hütte, die mir besonders gut gefällt.

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zum Rodeln in Innsbruck und Hall auf einen Blick

  • Rumer Alm (Rum): 3,9 km, rund 500 Höhenmeter, Aufstieg 1–1,5 h, gratis Leihrodel für Hüttengäste
  • St. Magdalena (Halltal, Absam): 3,85 km, knapp 500 Höhenmeter, bis 32 % steil, eher für Könner
  • Runstboden (Absam): rund 1,3 km, für kleine Kinder
  • Brunnthal (Zirl): rund 4 km, inoffiziell, sonnig
  • Glungezer (Tulfes): rund 4 km mit Lift, 18 Kehren, Blick auf den Bettelwurf
  • Rinner Alm (Rinn): rund 4 km, beleuchtet Di, Fr, Sa 19–23 Uhr
  • Lawinen: Halltal nach starkem Schneefall gefährdet – Lage prüfen

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Welche Rodelbahn bei Innsbruck passt zu dir?

Das hängt davon ab, ob du auf der Karwendelseite bleiben willst und wie sicher du auf der Rodel sitzt. Auf der Nordseite des Inntals, also am Karwendel, gehst du überall zu Fuß hinauf:

  • Rumer Alm: der Klassiker vor der Haustür, mittelschwer, Öffi-Anreise mit der Linie A
  • St. Magdalena im Halltal: lang, steil, ursprünglich – die anspruchsvollste Bahn
  • Gnadenwald: sonniges Mittelgebirge mit weitem Inntalblick
  • Runstboden: kurz und flach für die Kleinsten
  • Brunnthal Zirl: sonnig, inoffiziell, nur bei viel Schnee

Auf der Südseite des Inntals warten Bahnen mit Lift oder Flutlicht und dem Blick hinüber auf die Nordkette: Glungezer, Rinner Alm, Sistranser Alm, Patscher Alm und Mutterer Alm.

Warum ist die Rumer Alm die Hausrodelbahn der Innsbrucker?

Weil sie direkt vor der Haustür liegt und mit dem Stadtbus erreichbar ist. Start ist der kostenlose Wanderparkplatz „Naturpark Karwendel“ oberhalb der Privatklinik Hochrum in Rum. Die Rodelbahn Rum ist 3,9 Kilometer lang, hat rund 480 bis 500 Höhenmeter und gilt als mittelschwer. Zu Fuß bist du in einer bis eineinhalb Stunden oben. Ohne Auto fährst du mit der Linie A bis zur Haltestelle „Rum Sanatorium“, von dort sind es noch rund zehn Minuten zum Parkplatz.

Die Rumer Alm liegt auf 1.243 Metern am Fuß der Rumer Spitze. Oben schaust du über Innsbruck, ins Unterinntal und zu den Tuxer Alpen. Gäste der Alm bekommen eine Leihrodel gratis, bezahlt wird bar. Im Winter hat die Alm bis 17 Uhr geöffnet, Ruhetag ist Mittwoch. Wenn die Rodelbahn gut ist, kocht die Familie Mair auf Anfrage auch abends – frag vorher unter +43 664 4276159. Unterwegs liegt die Enzianhütte, die montags Ruhetag hat.

Teilweise ist die Bahn steil, bei Eis heißt es aufpassen. Unten kannst du statt zum Parkplatz auch zum Gasthof Canisiusbrünnl abfahren. Und noch ein Detail für die Orientierung: Die Rodelbahn ist im Sommer die beschilderte Mountainbikeroute 513. Zwischen Ende November und Weihnachten hat die Alm meist geschlossen.

Wie schwer ist die Rodelbahn ins Halltal?

Schwerer, als viele denken – sie ist eher etwas für geübte Rodler. Vom kostenlosen Parkplatz in Absam auf rund 800 Metern steigst du auf 3,85 Kilometern und knapp 500 Höhenmetern hinauf zum ehemaligen Kloster St. Magdalena auf 1.287 Metern. Für den Aufstieg brauchst du rund eineinhalb Stunden. An der Kurve am Bettelwurfeck erreicht die Bahn bis zu 32 Prozent Steigung. Mit Kindern würde ich nur bei richtig gutem Schnee hinaufgehen.

Das Besondere: Rund um St. Magdalena kommt von Dezember bis Februar kaum Sonne hin, deshalb hält sich dort oben der Schnee lange. Der untere Teil dagegen schmilzt schnell, oft trägst du die Rodel am Anfang ein Stück. Ich war hier mit Grödeln an den Schuhen unterwegs und war froh darüber. Die Bahn endet am Gasthof, weiter Richtung Herrenhäuser ist der Weg nicht präpariert.

Im Gasthof St. Magdalena führt Harry die Küche: Tiroler Gerichte mit asiatischem Einschlag, gute Kuchen und als Hausattraktion eine Schar Gänse. Rodeln kannst du dort leihen.

Wichtig: Das Halltal ist lawinengefährdet. Die Rodelbahn war deshalb einige Winter gesperrt und ist erst nach dem Bau von Lawinenverbauungen wieder möglich. Nach starken Schneefällen prüfst du vor dem Aufstieg die aktuelle Lage. Mehr über das Tal und seine Bergbaugeschichte steht beim Halltal.

Welche Rodelbahnen gibt es in Gnadenwald und Absam?

Zwei Bahnen auf dem sonnigen Mittelgebirge über Hall. In Gnadenwald wird der erste Teil der Straße Richtung Walderalm und Hinterhornalm im Winter als Rodelbahn präpariert. Du startest beim Speckbacherhof, steigst rund 250 Höhenmeter auf und fährst etwa drei Kilometer zurück, mit weitem Blick über das Inntal.

Die Rodelbahn Runstboden am Eingang des Halltals ist mit etwa 1,3 Kilometern und rund 160 Höhenmetern kurz und flach – ideal für kleinere Kinder, die ihre ersten eigenen Abfahrten machen. Wer danach noch Lust hat, schlendert durch die Altstadt von Hall.

Lohnt sich das Brunnthal bei Zirl?

Ja, wenn viel Schnee liegt und du keine offizielle Bahn brauchst. Der Weg durchs Brunnthal bei Zirl am westlichen Ende der Nordkette ist rund 4 Kilometer lang und hat knapp 500 Höhenmeter. Er ist keine offizielle Rodelbahn, wird aber gern zum Rodeln genutzt. Am Weg liegt eine Jausenstation. An Samstagen, Sonntagen und Feiertagen gilt vom 1. Dezember bis 31. März zwischen 13 und 17 Uhr ein Fahrverbot für Autos – dann rodelst du ohne Gegenverkehr. Weil der Hang sehr sonnig ist, taut der Schnee hier schnell.

Was ist mit der Umbrüggler Alm?

Ein schöner Winterspaziergang mit Rodel für die Abfahrt, aber keine offizielle Rodelbahn. Von der Hungerburg, die du mit der Nordkettenbahn erreichst, gehst du auf einem Forstweg in rund 30 Minuten zur modernen Umbrüggler Alm. Die Alm hat im Winter geöffnet, Ruhetag ist Montag. Für kleine Kinder ist das eine gute Mischung aus kurzer Wanderung, Einkehr und gemütlicher Abfahrt.

Wo rodelst du gegenüber mit Lift oder Flutlicht?

Auf der Südseite des Inntals, in den Tuxer Alpen. Die Bahnen liegen nicht im Karwendel, aber genau deshalb hast du von dort den schönsten Blick auf die Nordkette.

Glungezer

Die Glungezerbahn bringt dich von Tulfes hinauf nach Tulfein auf rund 2.050 Metern. Von dort rodelst du auf rund 4 Kilometern und 18 Kehren hinunter zur Mittelstation Halsmarter auf rund 1.560 Metern – immer mit dem Bettelwurf im Blick. Die Bahn ist mit dem Bus erreichbar und liegt so hoch, dass sie schneesicherer ist als die Bahnen im Tal.

Rinner Alm

Die Rodelbahn zur Rinner Alm ist rund 4 Kilometer lang und hat rund 430 Höhenmeter. Aufstieg und Abfahrt verlaufen getrennt, der Aufstieg dauert etwa eine Stunde. Am Dienstag, Freitag und Samstag ist die Bahn von 19 bis 23 Uhr beleuchtet – vorher brauchst du eine Stirnlampe. Die Alm hat von Dienstag bis Sonntag geöffnet, der Parkplatz in Rinn kostet eine kleine Gebühr.

Sistranser Alm

Die Bahn zur Sistranser Alm ist mit rund 5 Kilometern und 630 Höhenmetern eine der längeren, mit vielen scharfen Kurven. Sie ist etwas für Rodler, die schon sicher lenken und bremsen können.

Wo kannst du sonst noch rund um Innsbruck rodeln?

Weiter südlich und westlich gibt es bekannte Bahnen außerhalb des Karwendels: die Mutterer Alm mit Lift, die Patscher Alm am Patscherkofel, die sportliche Kemater Alm und die lange Bahn vom Rangger Köpfl mit Lift. Etwas weiter entfernt, auf dem Mieminger Plateau, liegt einer meiner Lieblingsplätze: das Lehnberghaus in Obsteig. Die Bahn ist rund 3,5 Kilometer lang, du gehst etwa eine Stunde hinauf, und oben gibt es von Silvio und Melanie einen Kaiserschmarrn, für den sich jeder Meter lohnt. Geöffnet ist meist vom Wochenende vor Weihnachten bis Mitte März, Ruhetag Dienstag, Rodeln kannst du leihen und sogar übernachten.

Für einen Rodeltag mit Stadtbesuch ist Innsbruck damit eine der besten Adressen in Tirol. Mehr über die Stadt im Porträt von Innsbruck.

Meine Tipps & Tricks fürs Rodeln in Innsbruck und Hall

  1. Rumer Alm mit dem Bus: Linie A bis „Rum Sanatorium“ – kein Parkplatzstress und nach der Einkehr kein Auto.
  2. Nicht mittwochs zur Rumer Alm: Dann hat die Alm Ruhetag, und ohne Einkehr fehlt die Hälfte.
  3. Grödel fürs Halltal: Am Bettelwurfeck mit bis zu 32 Prozent sind sie beim Aufstieg und bei Eis Gold wert.
  4. Lawinenlage checken: Nach starken Schneefällen erst den Lawinenlagebericht Tirol lesen, dann ins Halltal gehen.
  5. Rinner Alm mit Stirnlampe: Das Licht geht erst um 19 Uhr an – wer früher aufsteigt, braucht eigenes Licht.
  6. Bei wenig Schnee zum Glungezer: Die Bahn beginnt über 2.000 Metern und hält den Schnee am längsten.
  7. Helm für Kinder: Auf Bahnen wie Halltal oder Sistranser Alm ein Muss, sinnvoll aber überall.
  8. Eine Rodel fürs Leben: Wer eine eigene, handgemachte Rodel sucht, findet bei Bernhard Lederwasch in Gallzein bei Jenbach die traditionelle Gallzeiner Rodel.

Häufige Fragen zum Rodeln in Innsbruck

Welche Rodelbahn liegt am nächsten an Innsbruck?

Die Rodelbahn zur Rumer Alm mit Start in Rum, direkt am Stadtrand. Mit der Linie A bist du ohne Auto am Ausgangspunkt.

Gibt es bei Innsbruck Rodelbahnen mit Lift?

Ja, auf der Südseite des Inntals, unter anderem am Glungezer, an der Mutterer Alm und am Rangger Köpfl. Auf der Karwendelseite gehst du überall zu Fuß.

Kann man bei Innsbruck abends rodeln?

Ja, an der Rinner Alm ist die Bahn dienstags, freitags und samstags von 19 bis 23 Uhr beleuchtet. Auf der Karwendelseite gibt es keine beleuchtete Bahn.

Mein Fazit

Rund um Innsbruck und Hall rodelst du dort, wo auch die Einheimischen rodeln: zur Rumer Alm vor der Haustür, ins Halltal nach St. Magdalena, wenn du es sportlich willst, und gegenüber zum Glungezer, wenn der Schnee im Tal fehlt. Mit einem Blick auf die Lawinenlage und einer guten Rodel unterm Hintern gehören diese Bahnen zu den schönsten Winterausflügen am Südrand des Karwendels.

Weiterführende Links

–> Hall in Tirol

–> Skigebiet Nordkette

–> Rodeln am Achensee

–> Winterwandern im Karwendel

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