Langlaufen in der Leutasch ist für mich Langlauf in seiner schönsten Form: ein 16 Kilometer langes, weites Hochtal auf rund 1.100 Metern, sanfte Spuren entlang der Leutascher Ache und rundherum die Hohe Munde, das Wettersteingebirge und im Osten das Karwendel. Die Leutasch ist ein echtes Loipenwunder – und gehört zum Netz der Region Seefeld.
Am liebsten laufe ich die sonnige Loipe vom Kirchplatzl nach Unterleutasch und kehre unterwegs auf Kaffee und Kuchen ein. Danach in die Sauna eines der Hotels, die direkt an der Loipe liegen – mehr braucht ein Wintertag nicht.
Darum geht es auf dieser Seite
- Langlaufen in der Leutasch auf einen Blick
- Loipen für Einsteiger
- Längere Runden und Anschlüsse
- Snowfarming-Loipe
- Einkehr an der Loipe
- Kurse, Verleih und Biathlon
- Ganghoferlauf
- Mit Kindern und ohne Auto
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zum Langlaufen in der Leutasch auf einen Blick
- Lage: Hochtal Leutasch, Region Seefeld, ca. 1.100–1.200 m
- Langlaufzentrum: Weidach, Ganghoferbogen beim Alpenbad
- Einsteigerloipen: A10 Weidach 1,7 km, A7 Gasse 4,7 km, A5 Obern 5,3 km
- Saisonstart: A2 Snowfarming-Loipe, 2,8 km, meist ab Mitte November
- Tickets: Loipenticket der Region Seefeld (Tageskarte 2025/26: 15 €, mit Gästekarte 11 €)
- Event: 60. Ganghoferlauf am 6. und 7. März 2027
- Kurse und Verleih: Skischule Leutasch im Langlaufzentrum beim Alpenbad, Skidepot 5 € pro Tag
- Anreise: Bus aus Seefeld und Mittenwald bis „Weidach Alpenbad/Brücke“
Welche Loipen in der Leutasch eignen sich für Anfänger?
Fast alle im Talboden, weil sie flach und sonnig sind. Die A10 Weidach ist eine Runde von 1,7 Kilometern neben der Volksschule – ideal für Kinder und die ersten Versuche. Die A7 Gasse startet beim Ganghoferbogen gegenüber dem Fußballplatz, misst 4,7 Kilometer und hat praktisch keine Steigung. Schon vor mehr als 50 Jahren waren hier die ersten Langläufer unterwegs.
Die A5 Obern führt auf 5,3 Kilometern taleinwärts Richtung Moos, die A6 Alpenbad über das Kirchplatzl. Mehrere dieser Loipen sind als barrierefrei ausgewiesen und für Schlittenlanglauf gespurt – eine Seltenheit in den Alpen.
Wohin geht es für längere Touren?
Talauswärts nach Unterleutasch und hinauf ins Wildmoos. Die Loipe A9 Richtung Unterleutasch ist rund 13,7 Kilometer lang und führt talauswärts bis nahe an die Grenze zu Bayern. Wer klettern will, nimmt die neue Höhenloipe Leutasch–Wildmoos (B15): rund 7,5 Kilometer und 150 Höhenmeter hinauf auf das Wildmoos-Plateau. Dort hast du Anschluss an die Seefelder Loipen.
Für sportliche Läufer gibt es die Katzenkopf-Runde mit rund 20,5 Kilometern und 175 Höhenmetern, die als schwierig gilt und rund um den Leutascher Hausberg führt. Am Katzenkopf selbst kannst du nach dem Langlauf auch noch rodeln – mehr bei Rodeln in Seefeld und Leutasch.
Warum ist in der Leutasch schon im November Langlaufsaison?
Wegen der Snowfarming-Loipe A2. Über den Sommer wird Schnee unter einer Isolierschicht gelagert und im November auf rund 2,8 Kilometern entlang der Leutascher Ache ausgebracht. 2025 waren das knapp 8.000 Kubikmeter Schnee in vier Tagen, Start war am 14. November. Seitdem hat die Region die Beschneiung weiter ausgebaut, damit es nahtlos weitergeht, bis der erste große Schnee fällt.
Für ambitionierte Läufer und Vereine ist das ein großer Vorteil – im Frühwinter wird es dort entsprechend voll.
Wo kehrst du beim Langlaufen in der Leutasch ein?
Direkt an der Spur – das ist das Schöne an der Leutasch. Diese Hütten liegen an den Loipen:
- Poli’s Hütte in Gasse an der Loipe A7: eine kleine Holzhütte, die „Terrasse“ ist der Schnee davor. Du fährst mit den Ski praktisch bis an den Tisch.
- J’auszeit an der Loipe A6 Alpenbad: so beliebt, dass manche die Runde nur wegen der Einkehr wählen.
- Katzenkopfhütte am Katzenkopf auf rund 1.360 Metern, erreichbar über die Katzenkopf-Runde.
- Wildmoosalm am oberen Ende der Höhenloipe B15 – hier ist es oft sonnig, wenn unten im Tal noch der Nebel hängt.
Die Ruhetage wechseln von Saison zu Saison. Schau vor einer längeren Runde nach, wer geöffnet hat – vor allem, wenn du die Einkehr als Wendepunkt eingeplant hast.
Wo lernst du Langlaufen und leihst die Ausrüstung?
Im Langlaufzentrum Weidach neben dem Alpenbad. Dort sitzt die Skischule Leutasch mit Langlaufkursen für klassisch und Skating und einem Verleih, der neben Langlaufski auch Kinderanhänger, Schneeschuhe und Rodeln anbietet. Praktisch ist der Depotraum mit 40 Spinden und beheizten Schuhstangen: Externe zahlen 5 € pro Tag und müssen die Ausrüstung nicht jeden Tag ins Auto laden.
Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene können in der Leutasch außerdem Laser-Biathlon ausprobieren – eine lustige Abwechslung nach dem Training. Wer es ernster meint, schießt in Seefeld mit echten Kleinkalibergewehren. Mehr dazu bei Langlaufen in Seefeld.
Was ist der Ganghoferlauf?
Ein Volks-Langlauf der internationalen Euroloppet-Serie, benannt nach dem Schriftsteller Ludwig Ganghofer, der 1896 die Jagd im Gaistal pachtete. Start und Ziel liegen im Ganghofer Ski Stadion in Weidach. Er gilt als größter und ältester Langlauf Österreichs. Am 6. und 7. März 2027 findet er zum 60. Mal statt, mit Klassik- und Skating-Rennen, einem 10-Kilometer-Fun-Race in freier Technik und dem Mini-Ganghoferlauf für Kinder am Samstag. Auch wenn du nicht mitläufst: Die Stimmung an der Strecke ist ein Erlebnis. Mehr über Ganghofer erfährst du im Ganghofermuseum Leutasch.
Wie langläufst du in der Leutasch mit Kindern und ohne Auto?
Mit Kindern beginnst du am besten an der A10 Weidach: Die kurze Runde liegt direkt neben der Volksschule und dem Langlaufzentrum, der Verleih ist gleich nebenan. Für die ganz Kleinen leiht die Skischule Leutasch Kinderanhänger, die du hinter dir herziehst – so kommen auch Kinder, die noch nicht selbst laufen, mit auf die Talloipe. Mehrere Loipen im Talboden sind als barrierefrei ausgewiesen und für Schlittenlanglauf gespurt.
Ohne Auto kommst du mit dem Bus aus Seefeld und aus Mittenwald in die Leutasch, die Haltestelle „Weidach Alpenbad/Brücke“ liegt direkt am Langlaufzentrum. Mit gültigem Loipenticket und Langlaufausrüstung fährst du in den Regionsbussen kostenlos. Das macht auch Streckenläufe möglich – schau vorher im Fahrplan, ob am Ende deiner Runde eine Haltestelle liegt.
Meine Tipps & Tricks fürs Langlaufen in der Leutasch
- Sonnenseite nutzen: Die Talloipen bekommen viel Sonne – ideal im Hochwinter.
- Mit Einkehr planen: Auf der Strecke nach Unterleutasch gibt es Hütten mit Kaffee und Kuchen.
- Parken beim Alpenbad: Am Langlaufzentrum Weidach starten die meisten Loipen.
- Früh im Winter kommen: Die Snowfarming-Loipe ist oft schon ab Mitte November offen.
- Ticket nicht vergessen: Die Leutasch gehört zum gebührenpflichtigen Netz der Region Seefeld.
- Hotel an der Loipe wählen: Einige Häuser liegen direkt an der Spur – Ski an, losgehen.
Häufige Fragen zum Langlaufen in der Leutasch
Sind die Loipen in der Leutasch für Anfänger geeignet?
Ja, die Talloipen wie A10 Weidach, A7 Gasse und A5 Obern sind flach und leicht.
Brauche ich für die Leutasch ein eigenes Loipenticket?
Nein, es gilt das Loipenticket der Region Seefeld.
Ab wann kann man in der Leutasch langlaufen?
Die Snowfarming-Loipe öffnet meist ab Mitte November, das restliche Netz je nach Schnee.
Mein Fazit
Die Leutasch ist das Tal für Genussläufer: flach, sonnig, still und mit einer Kulisse, die ich jedes Mal wieder bestaune. Wer mehr will, hat mit Wildmoos, Unterleutasch und Seefeld unendlich viele Anschlüsse – und am Abend eine Sauna mit Blick auf die verschneite Hohe Munde.
Weiterführende Links
–> Leutasch
–> Gaistal
