Die Leutaschklamm, auch Leutascher Geisterklamm genannt, ist rund 1,6 Kilometer lang und bis zu 75 Meter tief – die längste erschlossene Klamm der Nördlichen Kalkalpen. Die Leutascher Ache hat sie zwischen Leutasch in Tirol und Mittenwald in Bayern in den Fels gegraben, die Staatsgrenze verläuft mitten hindurch. Drei Wege erschließen sie: der Klammgeistweg, der Koboldpfad und der Wasserfallsteig.
Ich bin die Tour an der Isarbrücke in Mittenwald gestartet und am türkisgrünen Wasser entlang zur Klamm gewandert. Die Panoramabrücke ist ein beeindruckendes Bauwerk – vor allem, weil hinter ihr das Karwendel aufragt. Am Wasserfallsteig wird es dann richtig eng: ein schmaler Steig zwischen meterhohen, senkrechten Felswänden.
Der unterste Teil, der Wasserfallsteig, wurde schon 1880 als erste Klamm der deutschen Alpen begehbar gemacht. Die großen Stahlstege und die Panoramabrücke kamen erst Mitte der 2000er-Jahre dazu, in deutsch-österreichischer Zusammenarbeit. Seitdem gehört die Klamm zu den beliebtesten Ausflugszielen am Westrand des Karwendel, genau dort, wo Wetterstein und Karwendel bei Mittenwald aufeinandertreffen.
Darum geht es auf dieser Seite
- Die drei Wege durch die Klamm
- Anreise und Parken
- Öffnungszeiten und Eintritt
- Meine Tipps & Tricks
- Mit Kindern und Hund
- Häufige Fragen
Wissenswertes zur Leutaschklamm auf einen Blick
- Lage: zwischen Mittenwald (Bayern) und Leutasch-Schanz (Tirol)
- Maße: ca. 1.640 m lang, bis 75 m tief
- Wege: Klammgeistweg (ca. 3 km, 1,5 h), Koboldpfad (1,9 km, ca. 1 h), Wasserfallsteig (ca. 200 m, 15 min)
- Eintritt: Klammgeistweg und Koboldpfad frei; Wasserfallsteig zuletzt 4 € Erwachsene, 2 € Kinder
- Parken: P19 Geisterklamm in Leutasch, 6 € pro Tag, nur im Sommer geöffnet; alternativ in Mittenwald
- Saison: Anfang Mai bis Ende Oktober (je nach Wintereinbruch)
- Wasserfallsteig: Mai bis August 9–18 Uhr, September und Oktober 10–17 Uhr, dann freitags geschlossen
- Nicht geeignet für: Kinderwagen, Hunde, Fahrräder (Gitterroste)
Klammgeistweg, Koboldpfad oder Wasserfallsteig – welchen Weg solltest du gehen?
Am besten alle drei, denn zusammen ergeben sie eine Runde von gut zwei Stunden. Wenn du dich entscheiden musst: Der Klammgeistweg ist der spektakulärste, der Wasserfallsteig der ursprünglichste.
Klammgeistweg – wie hoch ist der Stahlsteg über der Ache?
So hoch, dass du durch die Gitterroste weit unten das türkise Wasser siehst. Der Klammgeistweg startet am Parkplatz in Leutasch-Schanz, führt nach 600 Metern in die Klamm und verläuft dann auf einem 800 Meter langen Steg an der Felswand entlang. Unterwegs passierst du die Geistergrotte und die Höllbrücke, bevor du die Panoramabrücke erreichst. Von dort geht es über einen Forstweg zurück, insgesamt rund drei Kilometer.
Koboldpfad – warum lieben Kinder diesen Weg?
Weil an rund 40 Stationen Kobolde erzählen, wie Gletscher und Wasser die Klamm geformt haben. Der 1,9 Kilometer lange Pfad beginnt beim Klammkiosk auf der Mittenwalder Seite, führt über den Gletscherschliff bergauf und trifft an der Panoramabrücke auf den Klammgeistweg.
Wasserfallsteig – lohnt sich der Eintritt?
Ja, für mich ist er das Herzstück. Auf alten Holzbohlen gehst du knapp über dem Wasser rund 200 Meter tief in den Fels bis zu einem 23 Meter hohen Wasserfall; bei Sonne bildet sich in der Gischt oft ein Regenbogen. Kurios: Du zahlst auf bayerischer Seite und stehst nach der Klammpforte bereits in Tirol. Der Einstieg liegt am Klammkiosk am Mittenwalder Ende, der Eintritt kostete zuletzt 4 Euro für Erwachsene und 2 Euro für Kinder. Zurück geht es auf demselben Weg. Der Steig ist etwas steiler und kann feucht sein, feste Schuhe sind wichtig.
Starte ich besser in Mittenwald oder in Leutasch?
In Leutasch, wenn du schnell auf die Stege willst; in Mittenwald, wenn du mit der Bahn kommst oder den Wasserfallsteig zuerst sehen möchtest. Am Parkplatz P19 Geisterklamm in Leutasch-Schanz stehst du direkt am Einstieg des Klammgeistwegs. Ein Tag kostet 6 Euro; du zahlst kontaktlos, per EasyPark-App oder mit Münzen – der Automat wechselt nicht. Im Winter ist der Parkplatz geschlossen. Der Bus 431 aus Seefeld und Mittenwald hält an der Haltestelle „Leutasch Geisterklamm“; mit der Gästekarte der Region Seefeld fährst du kostenlos.
In Mittenwald parkst du am Bahnhof (P1) oder am Dekan-Karl-Platz (P2). Von dort gehst du in etwa 30 Minuten über die Isarbrücke zum Klammkiosk. Ganz entspannt erreichst du Mittenwald mit der Bahn aus München, Garmisch oder Innsbruck. Mehr dazu unter Mit der Bahn ins Karwendel.
Wann ist die Leutaschklamm geöffnet?
Die Stege sind von Anfang Mai bis etwa Ende Oktober frei zugänglich, ohne feste Uhrzeiten; wann die Saison endet, hängt vom ersten Schnee ab. Im Winter ist die Klamm aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Wasserfallsteig hat eigene Zeiten: von Mai bis August täglich 9 bis 18 Uhr, im September und Oktober 10 bis 17 Uhr – und dann freitags geschlossen. Danach versperrt eine Eisentür den Zugang. Bei starkem Regen kann die Klamm kurzfristig schließen.
Wo kehrst du an der Leutaschklamm ein?
Am urigen Klammkiosk beim Wasserfallsteig, der zu denselben Zeiten öffnet wie der Steig, und im Leutascher Klammstüberl direkt am Parkplatz P19. Für ein richtiges Essen lohnt der Berggasthof Gletscherschliff auf 1.020 Metern über dem Koboldpfad, mit Blick über Mittenwald. Er hat montags und dienstags Ruhetag und macht von Ende Oktober bis Weihnachten Betriebsurlaub.
Was solltest du vor dem Besuch wissen? Meine Tipps & Tricks für die Leutaschklamm
- Vor 10 Uhr kommen: In den Ferien wird es auf dem schmalen Steg ab dem späten Vormittag eng.
- Fotospot Panoramabrücke: Das beste Bild der Klamm machst du von der Brückenmitte nach unten.
- Runde statt Hin und Zurück: Klammgeistweg hinein, Wasserfallsteig anschauen, Koboldpfad zurück – so siehst du alles.
- Bus für den Rückweg: Von Mittenwald fährst du mit dem Bus nach Leutasch zurück, wenn du nur eine Richtung gehen willst.
- Mini-Variante: Am Parkplatz P19 startet ein kleiner Rundweg von nur 500 Metern und 15 Minuten – gut für sehr kleine Kinder.
- Münzen einstecken: Der Parkautomat an P19 wechselt nicht.
- Mit dem Lautersee kombinieren: Vom Klammkiosk ist es nicht weit zum Lautersee.
Ist die Leutaschklamm etwas für Kinder und Hunde?
Ab welchem Alter macht die Klamm Kindern Spaß?
Schon ab etwa fünf Jahren, vor allem der Koboldpfad. Die Geländer sind hoch und sicher, nur Kinder mit Höhenangst mögen die Gitterroste nicht. Kleine Kinder trägst du am besten in der Kraxe, denn mit dem Kinderwagen kommst du nicht durch. Gleich neben dem Parkplatz in Leutasch gibt es außerdem einen Kletterwald.
Darf der Hund mit?
Nein, Hunde sind auf den Stegen nicht erlaubt: Die Gitterroste und Treppen sind für Pfoten ungeeignet, auch Kinderwagen und Fahrräder bleiben draußen. Mit Hund gehst du besser in die Gleirschklamm.
Was kannst du rund um die Leutaschklamm noch erleben?
Im Ort Leutasch lohnt das Ganghofermuseum, und das Gaistal lädt zu langen Talwanderungen ein. Auf der bayerischen Seite liegen der Lautersee und der Ferchensee nur eine knappe Stunde entfernt.
Häufige Fragen zur Leutaschklamm
Ist die Leutaschklamm kostenlos?
Klammgeistweg und Koboldpfad sind kostenlos, nur der kurze Wasserfallsteig kostet Eintritt (zuletzt 4 € für Erwachsene). Der Parkplatz P19 kostet 6 € pro Tag.
Wie lange braucht man für die Leutaschklamm?
Für den Klammgeistweg etwa 1,5 Stunden, für die komplette Runde mit Wasserfallsteig rund zwei bis zweieinhalb Stunden.
Ist Geisterklamm dasselbe wie Leutaschklamm?
Ja. Leutaschklamm ist der geografische Name, Geisterklamm der Name für die inszenierten Themenwege.
Mein Fazit
Die Leutaschklamm verbindet Nervenkitzel auf den Stegen mit einem ganz ursprünglichen Wasserfallsteig – und das fast kostenlos. Wer früh kommt und die große Runde geht, erlebt eine der eindrucksvollsten Schluchten der Alpen, mit einem Fuß in Bayern und dem anderen in Tirol.
Weiterführende Links
–> Ferchensee
