Gleirschklamm bei Scharnitz: Die wilde Klamm am Eingang zum Naturpark

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Die Gleirschklamm liegt gleich hinter Scharnitz, dort, wo der Gleirschbach aus dem Gleirschtal zur Isar hinunterstürzt. Anders als die berühmten Nachbarinnen hat sie keine Kasse, keine Stahlstege und keine Themenstationen. Ein schmaler Pfad mit Drahtseilen und kleinen Brücken führt rund 45 Minuten durch die Schlucht, immer dicht am Wildwasser.

Früher war die Klamm ein Arbeitsplatz: Im März und April trieben Holzknechte die Baumstämme mit dem Schmelzwasser durch die Enge hinunter zur Isar. Heute ist sie eines der ursprünglichsten Naturerlebnisse im Karwendel – und kostenlos. Das Holz der Trift spielt bis heute eine Rolle: Am Start in Scharnitz erzählt das Museum Holzerhütte vom Leben der Holzknechte.

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zur Gleirschklamm auf einen Blick

  • Lage: Scharnitz, Naturpark Karwendel, Tirol
  • Start: Naturpark-Infozentrum Scharnitz, Karwendelparkplatz P2 „Länd“ (6 € pro Tag, 3 € für 3 Stunden)
  • Rundweg: ca. 12–13 km, ca. 400 Höhenmeter, ca. 3,5–4 h
  • Variante Möslalm: ca. 22 km, ca. 520 Höhenmeter, ca. 6,5 h
  • Eintritt: frei
  • Saison: Mai bis Oktober, im Winter gesperrt
  • Einkehr: Scharnitzer Alm (Juni bis Oktober, 11–18 Uhr)
  • Anforderung: Trittsicherheit, Schwindelfreiheit an kurzen Stellen
  • Hund: geeignet · Kinderwagen: nicht möglich

Wie verläuft die Rundwanderung durch die Gleirschklamm?

Sie ist rund 13 Kilometer lang und dauert etwa vier Stunden. Vom Naturpark-Infozentrum gehst du ein Stück auf der Hinterautalstraße und biegst vor dem Prantlhof rechts auf den Isarsteig ab, einen schönen Waldpfad mit Blicken auf die junge Isar. Über die Scharnitzer Alm und den Nederweg erreichst du nach gut einer Stunde den Eingang der Klamm, der kurz hinter der Alm liegt.

In der Klamm wird es eng: Der Pfad schlängelt sich an den Felsen entlang, Drahtseile sichern die heiklen Stellen, kleine Brücken queren den Bach. Ein Felsentor und viele kleine Wasserfälle machen den Reiz aus. Nach etwa 45 Minuten trittst du auf eine Forststraße. Dort biegst du rechts ab und wanderst über den Hochwaldweg und den Kreidegraben zurück nach Scharnitz, vorbei an einer Kneippanlage. Die genaue Route mit Karte findest du bei den Talwanderungen im Karwendel.

Lohnt sich die Verlängerung zur Möslalm?

Ja, wenn du einen ganzen Tag hast. Nach der Klamm folgst du der Forststraße ins Gleirschtal, vorbei an der Amtssäge, bis zur Möslalm auf 1.261 Metern. Die urige Alm serviert Tiroler Schmankerl und hat ein Matratzenlager für bis zu 15 Personen. Zurück geht es über den Amtssägenweg und die Gleirschhöhe. Die gesamte Runde misst gut 21 Kilometer und dauert etwa sechseinhalb Stunden.

Eine sportlichere Alternative führt nach der Klamm hinauf zur Oberbrunnalm und weiter über den Zäunlkopf, den Aussichtspunkt „Schöne Aussicht“ und den Großen Mittagskopf zum Mühlberg mit seiner Herz-Aussichtsplattform und zurück nach Scharnitz.

Wie kommst du nach Scharnitz, und wo parkst du?

Mit dem Auto über Mittenwald oder Seefeld nach Scharnitz; In Scharnitz biegst du an der Kreuzung zur Pfarrkirche Maria Hilf ab und fährst geradeaus auf die Hinterautalstraße bis zum Karwendelparkplatz P2 „Länd“ beim Naturpark-Infozentrum. Ein Tag kostet 6 Euro. Neben dem Parkplatz stehen das Museum Holzerhütte und ein großer Natur-Erlebnis-Spielplatz. Mit der Bahn erreichst du Scharnitz auf der Karwendelbahn zwischen München und Innsbruck, vom Bahnhof gehst du rund zehn Minuten zum Start.

Wo kehrst du unterwegs ein?

Auf der Scharnitzer Alm (rund 990 m) kurz vor dem Klammeingang – ein liebevoll gepflegter, ursprünglicher Almbetrieb. Sie ist von Juni bis Oktober bewirtschaftet, meist von 11 bis 18 Uhr. Bei den Verlängerungen kommen Möslalm, Kristenalm und Oberbrunnalm dazu. Auf der klassischen Runde nach der Klamm gibt es dagegen keine Einkehr mehr, plane die Pause also vorher ein.

Wann ist die Gleirschklamm am schönsten?

Im Frühsommer, wenn der Bach viel Wasser führt, und an heißen Augusttagen, wenn die Schlucht angenehm kühl bleibt. Begehbar ist sie von Mai bis Oktober, im Winter ist sie gesperrt; nach Unwettern sind auch kurzfristige Sperren möglich. Im Herbst färben sich die Lärchen im Gleirschtal golden.

Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für die Gleirschklamm

  1. Richtung beachten: Geh die Klamm bergauf – auf nassem Fels steigt es sich sicherer als bergab.
  2. Bergschuhe statt Turnschuhe: Der Pfad ist schmal und nach Regen rutschig.
  3. Abkürzen mit dem Rad: Fahr mit dem Rad bis zur Gleirschhöhe und steig zum Klammeingang ab – das spart Zeit.
  4. Wandertaxi nutzen: In Scharnitz fahren Wandertaxis in die Karwendeltäler, wenn dir die lange Möslalm-Runde zu weit wird.
  5. Infozentrum und Museum: Im Naturpark-Infozentrum am Start bekommst du Karten und aktuelle Wegeinfos, nebenan zeigt das Museum Holzerhütte die Geschichte der Holzarbeit.

Ist die Gleirschklamm etwas für Kinder und Hunde?

Für trittsichere Kinder ab etwa acht Jahren ja, kleinere Kinder sind auf der leichteren Hüttlebachklamm besser aufgehoben. Hunde sind willkommen und kommen gut durch, an der Leine im Naturpark.

Was kannst du rund um Scharnitz noch erleben?

Gleich nebenan beginnt das Hinterautal mit dem Isarursprung. Am Mühlberg über dem Ort wartet die Herz-Aussichtsplattform, und die Leutaschklamm liegt nur rund 20 Autominuten entfernt.

Häufige Fragen zur Gleirschklamm

Kostet die Gleirschklamm Eintritt?

Nein, die Klamm ist kostenlos. Nur der Parkplatz Länd in Scharnitz kostet 6 Euro pro Tag.

Wie schwierig ist die Gleirschklamm?

Mittelschwer: Der Weg ist schmal und teils mit Drahtseilen gesichert. Trittsicherheit und feste Schuhe sind nötig.

Wie lange geht man durch die Klamm selbst?

Etwa 45 Minuten bis eine Stunde; mit Zu- und Rückweg rund vier Stunden.

Mein Fazit

Die Gleirschklamm ist das Gegenprogramm zu den inszenierten Klammen: kein Steg, keine Kasse, nur Fels, Wasser und ein schmaler Pfad. Wer trittsicher ist und Ruhe sucht, findet hier eine der schönsten Klammwanderungen am Rand des Naturparks.

Weiterführende Links

–> Alle Klammen im Karwendel

Aktuelle Infos: Naturpark Karwendel · Region Seefeld

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