Achensee: Das Tiroler Meer zwischen Karwendel und Rofan

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Der Achensee ist der größte See Tirols. Er liegt auf rund 930 Metern nördlich von Jenbach, ist etwa 9 Kilometer lang, bis zu 1,3 Kilometer breit und bis zu 133 Meter tief. Im Westen steigen die Gipfel des Karwendels direkt aus dem Wasser, im Osten das Rofan. Kein Wunder, dass man ihn gern „Tiroler Meer“ oder „Fjord der Alpen“ nennt.

Ich bin seit vielen Jahren immer wieder am Achensee – zum Wandern, Langlaufen, mit den Kindern auf dem Schiff und im Winter auf den Skiern. Was mich jedes Mal aufs Neue beeindruckt, ist die Farbe: an sonnigen Tagen ein Türkis, das eher an die Karibik als an Tirol erinnert.

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zum Achensee auf einen Blick

  • Lage: Tirol, zwischen Karwendel und Rofan, nördlich von Jenbach
  • Höhe: rund 930 m
  • Größe: 6,8 km², ca. 9 km lang, bis 1,3 km breit, bis 133 m tief
  • Orte: Achenkirch, Pertisau, Maurach und Eben, Steinberg am Rofan, Wiesing
  • Anreise: Bahn bis Jenbach, dann Achenseebahn oder Bus; aus Bayern über den Achenpass
  • Gästekarte: AchenseeCard mit kostenlosen Regiobussen
  • Wassertemperatur: im Sommer bis rund 20–22 °C

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Warum ist der Achensee so klar und so kalt?

Weil er tief ist und fast keine Zuflüsse mit Schwebstoffen hat. Der See ist ein Endmoränensee, entstanden vor rund 20.000 Jahren, als ein Gletscher das Tal ausschürfte und eine Moräne es nach Süden abriegelte. Heute hat das Wasser annähernd Trinkwasserqualität, die Sichtweite reicht bis etwa zehn Meter. Durch die Tiefe erwärmt er sich nur langsam – im Hochsommer erreicht er an der Oberfläche um die 20 Grad, im Winter friert er meist nur an den Rändern zu.

Private Motorboote sind auf dem Achensee nicht erlaubt. Dafür nutzt man das Wasser seit 1927 zur Stromerzeugung: Ein Stollen leitet es zum Achenseekraftwerk hinunter nach Jenbach. Das Ufer gehört Seglern, Surfern, Stand-up-Paddlern – und den Ausflugsschiffen.

Wie kommst du stilecht mit Dampf zum See?

Mit der Achenseebahn, der ältesten ausschließlich dampfbetriebenen Zahnradbahn Europas. Kaiser Franz Joseph I. erteilte 1888 die Konzession, am 8. Juni 1889 fuhr der erste Zug. Bis heute schnaufen die Lokomotiven aus dem Gründungsjahr knapp sieben Kilometer von Jenbach hinauf zur Seespitz und überwinden dabei 440 Höhenmeter mit bis zu 16 Prozent Steigung. Bis Eben wird der Zug geschoben, die Lok hängt deshalb immer auf der Talseite.

Nach einer Insolvenz übernahmen 2021 das Land Tirol, mehrere Gemeinden und die Zillertaler Verkehrsbetriebe die Bahn. Seit 2022 fährt sie wieder, die Saison läuft von Anfang Mai bis Ende Oktober. Fahrzeiten und Tickets findest du bei der Achenseebahn.

Was erlebst du auf einer Schifffahrt über den Achensee?

Den See in seiner ganzen Länge, von der Seespitz im Süden bis nach Achenkirch im Norden. Die Achenseeschifffahrt fährt seit 1887: Damals ließ Abt Albert Wildauer vom Stift Fiecht den Dampfer „St. Josef“ bauen, die Einzelteile kamen per Bahn nach Jenbach und mit dem Pferdewagen nach Pertisau. Heute pendeln drei Schiffe zwischen sechs Anlegestellen – Seespitz, Buchau, Pertisau, Gaisalm, Achenseehof und Scholastika. Mehr zu Fahrplan und Rundfahrten steht bei der Achensee-Schifffahrt.

Mein Lieblingskniff: Ein Stück am Ufer wandern und mit dem Schiff zurückfahren. Die Gaisalm am Westufer erreichst du überhaupt nur zu Fuß oder per Schiff – mit Kindern einer unserer schönsten Ausflüge.

Welcher Ort am Achensee passt zu dir?

Das hängt davon ab, was du vorhast. Pertisau am Westufer ist der Wanderort mit den großen Hotels und den Mautstraßen in die Karwendeltäler – mehr in meinem Porträt von Pertisau. Maurach am Südende ist das Zentrum der Gemeinde Eben, mit Rofan Seilbahn, Freizeitzentrum und der Wallfahrtskirche der heiligen Notburga – alles dazu unter Eben und Maurach.

Achenkirch im Norden ist eine der flächengrößten Gemeinden Tirols, eher ländlich, mit Heimatmuseum, Familien-Skigebiet und dem Weg zur Gaisalm – mein Porträt von Achenkirch verrät, wo ich dort am liebsten losgehe. Und wer Gipfel, Bergseen und Klettersteige auf der anderen Seeseite sucht, schaut ins Rofangebirge.

Lohnen sich AchenseeCard und Erlebniscard?

Die AchenseeCard bekommst du als Übernachtungsgast kostenlos, und sie lohnt sich sofort: Alle Regiobusse in der Region sind damit gratis, auch die Strecke hinunter nach Jenbach, dazu gibt es Ermäßigungen und freie Fahrt auf den Langlaufloipen in Pertisau.

Wer mehrere Bahnen nutzen will, legt die Achensee Erlebniscard dazu. Sie gilt sieben Tage ab dem ersten Einsatz und kostete in der Saison 2026 für Erwachsene 102 €. Enthalten sind unter anderem die Karwendel-Bergbahn, die Rofan Seilbahn, die Schifffahrt, die Achenseebahn sowie Museen wie das Notburga Museum. Kinder bis sechs Jahre sind in Begleitung frei. Schon zwei Bergbahnen, eine Seerundfahrt und die Dampfbahn holen den Preis wieder herein.

Welche Feste prägen das Jahr am Achensee?

Das bekannteste ist der Karwendelmarsch Ende August: Um 6 Uhr starten bis zu 2.500 Teilnehmer in Scharnitz und gehen quer durchs Gebirge – 35 Kilometer bis in die Eng oder 52 Kilometer bis Pertisau. Wer es gemütlicher mag, schaut sich im März die Ballontage an; das abendliche Nachtglühen der Ballone in Achenkirch habe ich selbst erlebt und fand es wunderschön. Am zweiten Sonntag im September feiert Eben das Notburga-Fest, im Herbst ziehen die Kühe beim Almabtrieb ins Tal. Weitere Termine sammle ich bei den Veranstaltungen.

Meine Tipps & Tricks für den Achensee

  1. Ohne Auto anreisen: Mit der Bahn bis Jenbach und dann mit der Achenseebahn hinauf – stilvoller kommst du nicht an.
  2. Wandern und Schiff kombinieren: Hin zu Fuß am Ufer, zurück mit dem Schiff. Vorher den letzten Kurs prüfen.
  3. Gästekarte gleich holen: Mit der AchenseeCard fährst du kostenlos Bus und musst keinen Parkplatz am Ausgangspunkt suchen.
  4. Zum Baden den Hochsommer wählen: Durch die große Tiefe wird der See erst spät im Sommer richtig angenehm.
  5. Rund um den See radeln: Am Ufer entlang führt der Achensee-Radweg, ideal mit Badepausen.
  6. Im Winter langlaufen: Die Loipen in die Karwendeltäler gehören zu den schönsten, die ich kenne – mehr bei Langlaufen am Achensee.

Häufige Fragen zum Achensee

Wie tief ist der Achensee?

Bis zu 133 Meter. Damit ist er nicht nur der größte, sondern auch einer der tiefsten Seen Tirols.

Darf man im Achensee baden?

Ja, es gibt mehrere Strandbäder und freie Badestellen. Das Wasser bleibt aber auch im Sommer frisch.

Wann fährt die Achenseebahn?

Von Anfang Mai bis Ende Oktober zwischen Jenbach und der Seespitz.

Welche Orte gehören zur Region Achensee?

Achenkirch, Eben am Achensee mit Maurach und Pertisau, Steinberg am Rofan und Wiesing.

Mein Fazit

Der Achensee ist für mich die perfekte Mischung: ein türkiser See zum Schauen und Baden, eine Dampfbahn aus Kaisers Zeiten, Schiffe als Wanderhelfer und gleich zwei Gebirge zur Auswahl. Such dir den Ort nach deinem Plan aus – und lass das Auto ruhig stehen.

Weiterführende Links

–> Unterkünfte im Karwendel

–> Jenbach

–> Alle Orte rund um das Karwendel

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