Das Bächental ist eines der ruhigsten Täler im nördlichen Karwendel. Es erstreckt sich zwischen dem Sylvensteinsee in Bayern und Achenkirch in Tirol, geprägt von weiten Almwiesen und der Dürrach, die in den Sylvensteinsee mündet. Eine Straße für Autos gibt es nicht – und genau das macht seinen Reiz aus.
Besonders ist das Bächental aber wegen etwas ganz anderem: Hier wird noch heute Ölschiefer abgebaut und zu Tiroler Steinöl gebrannt – als einziger aktiver Ölschieferbergbau in Österreich. Für mich eine faszinierende Mischung aus stiller Natur und alter Handwerkstradition.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wo liegt das Bächental?
- Wie kommst du ins Bächental?
- Tiroler Steinöl aus dem Bächental
- Wanderungen und Radtouren
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zum Bächental auf einen Blick
- Lage: nördliches Karwendel zwischen Fall/Sylvensteinsee und Achenkirch, Naturpark Karwendel
- Gewässer: Dürrach, mündet in den Sylvensteinsee
- Zufahrt: keine für Autos
- Zugänge: Forststraße ab Fall, Wandersteig über den Gröbner Hals (1.654 m) ab Achenkirch
- Besonderheit: einziger aktiver Ölschieferbergbau Österreichs, Tagebau auf rund 1.500 m
- Steinöl-Wanderung: ca. 16,6 km, 6,5 h ab Achenkirch; geführte Tour donnerstags (Juli bis Anfang Oktober)
- Naturdenkmal: mächtiger Bergahorn (ca. 21 m hoch, 4,7 m Umfang)
Wo liegt das Bächental?
Das Bächental liegt im Norden des Karwendels, südlich von Achenkirch und südwestlich von Fall. Es verbindet die Tiroler Berge mit den bayerischen Ausläufern rund um den Sylvensteinsee. Über dem Tal stehen Gipfel wie das Demeljoch und der Juifen. In einem Seitental, dem Tiefenbach, liegt der Ölschiefer-Abbau.
Wie kommst du ins Bächental?
- Von Fall (Bayern): über eine breite Forststraße, die vom Sylvensteinsee ins Tal führt.
- Von Achenkirch (Tirol): über den Wandersteig am Gröbner Hals (1.654 m) hinunter zur Steinölbrennerei auf rund 1.375 Metern.
- Von Pertisau: über einen Wandersteig.
- Mit dem Rad: Eine Rundtour führt von Achenkirch über Achenwald und die Rotwandalm ins Bächental und über Fall und den Sylvensteinsee zurück – rund 40 Kilometer. Ein Teilstück ab der Rotwandhütte ist nach meinen Informationen offiziell für Räder gesperrt; prüfe die aktuelle Beschilderung.
Was hat es mit dem Tiroler Steinöl auf sich?
1902 entdeckte Martin Albrecht sen. am Ufer des Achensees „brennende Steine“ – Ölschiefer, aus dem sich durch Erhitzen ein Öl gewinnen lässt. Die erste Lagerstätte war klein, bei der weiteren Suche wurde er im hinteren Bächental fündig. Dort liegt der Ölschiefer in Gesteinen aus dem Unteren Jura. Albrecht baute eine Brennerei, und über 15 Jahre lang musste das Steinöl in Kraxen über ein rund 300 Meter höher gelegenes Joch zum Achensee getragen werden.
Bis heute betreibt die Familie Albrecht in vierter Generation den Tagebau auf rund 1.500 Metern. Aus 2,4 Tonnen Ölschiefer entstehen täglich 70 bis 80 Liter Steinöl, insgesamt etwa 5.000 bis 6.000 Liter pro Saison von Juni bis November. Im Winter ruht der Betrieb. Die ganze Geschichte erzählt das Tiroler Steinöl Museum in Pertisau.
Welche Wanderungen und Radtouren lohnen sich?
- Tiroler Steinöl Erlebnis-Wanderweg: von Achenkirch über den Gröbner Hals zur Brennerei und zurück, rund 16,6 Kilometer und 6,5 Stunden. Infotafeln zeigen, wie die Steinölbrenner einst ins Tal wanderten.
- Geführte Steinölwanderung: jeden Donnerstag von Juli bis Anfang Oktober ab dem Parkplatz der Christlumlifte, rund 8 Kilometer und 700 Höhenmeter, mit Führung durch die Brennerei und Bustransfer zurück.
- Dürrenberg und Demeljoch: ab Fall über die Forststraße Richtung Bächental, dann auf dem Wandersteig hinauf.
- Radrunde Rotwand–Bächental: rund 40 Kilometer über Sylvensteinsee und Achenwald.
Wann ist die beste Zeit für das Bächental?
Von Juni bis Oktober. Im Sommer ist die Brennerei in Betrieb, die geführten Wanderungen finden von Juli bis Anfang Oktober statt. Im Herbst ist das Tal besonders ruhig und farbenfroh.
Was solltest du vor dem Besuch wissen? Meine Tipps & Tricks für das Bächental
- Geführt ist besser: Bei der Donnerstagswanderung bekommst du Einblick in die Brennerei und sparst dir den Rückweg.
- Proviant mitnehmen: Im Tal gibt es keine reguläre Einkehr.
- Baden danach: Ein Sprung in den Sylvensteinsee rundet den Tag ab.
- Museum vorher: Ein Besuch im Steinöl-Museum macht die Wanderung noch spannender.
- Rad-Regeln prüfen: Nicht jede Forststraße ist für Räder freigegeben.
Für wen eignet sich das Bächental?
Für ausdauernde Wanderer, Radfahrer und alle, die sich für Geologie und Handwerksgeschichte interessieren. Wer Ruhe sucht und keinen Wert auf Hüttentrubel legt, wird das Bächental lieben.
Häufige Fragen zum Bächental
Kann man ins Bächental mit dem Auto fahren?
Nein, das Tal ist nur zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar.
Kann man die Steinölbrennerei besichtigen?
Ja, im Rahmen der geführten Wanderung donnerstags von Juli bis Anfang Oktober.
Wie viel Steinöl wird im Bächental produziert?
Rund 5.000 bis 6.000 Liter pro Saison, aus 2,4 Tonnen Ölschiefer entstehen täglich 70 bis 80 Liter.
Wo mündet die Dürrach?
In den Sylvensteinsee in Bayern.
Mein Fazit
Das Bächental ist ein Geheimtipp für Entdecker: ein stilles Almental ohne Autos, in dem seit über hundert Jahren Steinöl gebrannt wird. Mit der geführten Wanderung erlebst du Natur und Handwerk an einem Tag.
Weiterführende Links
–> Gerntal
–> Pertisau
