Auf einem hellen Felskegel, der rund hundert Meter aus dem Stallental aufragt, steht St. Georgenberg – der älteste Wallfahrtsort Tirols. Um das Jahr 950 lebte hier ein Einsiedler, 1138 wurde daraus ein Benediktinerkloster. Heute bilden die barocke Wallfahrtskirche, die kleine Lindenkirche, ein Freialtar und das Wallfahrtsgasthaus ein Ensemble auf rund 900 Metern über Stans bei Schwaz.
Oben am Klosterfelsen nehme ich mir immer Zeit, bevor es wieder hinuntergeht. Mich beeindruckt jedes Mal, welche Bedeutung dieser Ort einst hatte – das Kloster besaß sogar das gesamte Achental samt Achensee und seinen Bewohnern.
Mit dem Auto kommst du nicht hin. Der Weg führt zu Fuß über die Hohe Brücke, eine gedeckte Holzbrücke auf einem Steinbogen von 1497, die als älteste Brücke Tirols gilt. Am schönsten steigst du durch die Wolfsklamm auf, und oben wartet unter alten Kastanienbäumen das Wallfahrtsgasthaus.
Darum geht es auf dieser Seite
Wissenswertes zu St. Georgenberg auf einen Blick
- Lage: oberhalb von Stans bei Schwaz, ca. 900 m
- Geschichte: Einsiedelei um 950, Benediktinerkloster seit 1138
- Zugang: nur zu Fuß; durch die Wolfsklamm (Mai–Okt., Eintritt) oder ganzjährig über Pilgerwege
- Pilgerwegrunde ab Stans: ca. 7,3 km, ca. 525 Höhenmeter, ca. 3,5 h
- Parken: Wolfsklamm-Parkplatz in Stans oder Parkplatz Weng bei Fiecht
- Einkehr: Wallfahrtsgasthaus St. Georgenberg
- Barrierefrei: nein
Warum ist St. Georgenberg so bedeutend?
Weil es eine der ältesten geistlichen Stätten Tirols ist. Aus der Einsiedelei des 10. Jahrhunderts wurde 1138 eine Benediktinerabtei, und St. Georgenberg entwickelte sich zu einem dreifachen Wallfahrtsort mit Gnadenbild, Quellheiligtum und Reliquien. 1708 verlegten die Mönche ihr Kloster hinunter nach Fiecht; seit 2019 lebt die Gemeinschaft wieder auf dem Felsen.
Die Hohe Brücke überspannt die Schlucht des Georgenbachs in rund 40 Metern Höhe. Schon im Mittelalter stand hier eine Brücke für die Pilger; der Steinbogen stammt von 1497. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts ist sie überdacht und mit Schindeln gedeckt; für ihre Restaurierung unter Aufsicht des Bundesdenkmalamts erhielt sie 2004 einen Europa-Nostra-Preis für Kulturerbe.
Welcher Weg führt am schönsten nach St. Georgenberg?
Durch die Wolfsklamm: Über 354 Stufen steigst du neben tosenden Wasserfällen auf und bist in etwa 1 bis 1,5 Stunden oben. Die Klamm ist von Mai bis Oktober geöffnet und kostet Eintritt. Ganzjährig und kostenlos ist die Pilgerwegrunde von der Kirche in Stans über die Kreuzwegstationen – rund 7,3 Kilometer und 3,5 Stunden. Der kürzeste Zustieg beginnt am Parkplatz Weng oberhalb von Fiecht.
Kurz vor dem Kloster wird es auf allen Wegen steil, und die letzten Meter über die Brücke sind ein kleiner Kraftakt. Zurück lohnt der Weg über die Wallfahrtskirche Maria Tax nach Stans.
Was erwartet dich oben auf dem Felsen?
Die barocke Wallfahrtskirche mit reicher Ausstattung, die kleine Lindenkirche „Unsere liebe Frau unter der Linde“ mit dem Gnadenbild, das der Legende nach ein Pilger aus Santiago de Compostela an einer Linde befestigte, ein alter Laubbaum, der als Naturdenkmal geschützt ist, und ein großartiger Blick ins Stallental hinüber zum Karwendel. Im Wallfahrtsgasthaus sitzt du auf der Terrasse unter alten Kastanien. Auf den Tisch kommt traditionelle Tiroler und österreichische Küche – eine kräftige Rindssuppe oder der Wallfahrtssuppentopf schmecken nach dem Aufstieg doppelt gut. Im Gasthaus kannst du auch übernachten. Besonders stimmungsvoll sind die Nachtwallfahrten, die von Mai bis Oktober jeweils am 13. des Monats stattfinden. Weitere große Wallfahrtstage sind der Schmerzensfreitag vor Palmsonntag, der Georgstag und die Goldenen Samstage im Oktober.
Was solltest du vor dem Besuch wissen? Meine Tipps & Tricks
- Im Winter über den Pilgerweg: Die Klamm ist gesperrt, das Kloster aber erreichbar.
- Brücke genau anschauen: Die Konstruktion der Hohen Brücke ist ein technisches Denkmal.
- Ruhe respektieren: St. Georgenberg ist ein lebendiges Kloster – bitte leise in den Kirchen.
- Mit der Bahn anreisen: Der Bahnhof Stans liegt zehn Minuten vom Klammeingang.
- Schloss Tratzberg anhängen: Das Schloss liegt im selben Ort.
Häufige Fragen zu St. Georgenberg
Kann man mit dem Auto nach St. Georgenberg fahren?
Nein, St. Georgenberg ist nur zu Fuß erreichbar.
Ist St. Georgenberg im Winter geöffnet?
Ja, über die Pilgerwege ist es ganzjährig erreichbar. Nur der Weg durch die Wolfsklamm ist im Winter gesperrt.
Mein Fazit
St. Georgenberg ist ein echter Kraftort: Wer durch die Wolfsklamm hinaufsteigt, über die alte Brücke geht und oben unter den Kastanien sitzt, spürt etwas von der Stille, die die Einsiedler vor über tausend Jahren hierher geführt hat.
Weiterführende Links
–> Schwaz
–> Inntal
