Karwendel Berge: Die schönsten Gipfel im Überblick

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Senkrechte Kalkwände, weite Kare, stille Almen und Gipfel, von denen du bis zu den Gletschern des Alpenhauptkamms schaust: Die Karwendel Berge sind wild, ursprünglich und erstaunlich vielfältig. Das Gebirge zwischen Isartal, Achensee und Inntal wird von keiner Straße durchquert. Wer hier auf einen Gipfel will, braucht fast immer gute Beine – oder eine der wenigen Bergbahnen am Rand. Mit der Birkkarspitze (2.749 m) als höchstem Punkt ist das Karwendel das größte zusammenhängende Gebirgsmassiv der Nördlichen Kalkalpen.

Auf dieser Seite findest du 22 Gipfel, die ich für besonders lohnend halte – vom gemütlichen Aussichtsberg mit Seilbahn bis zur langen Hochtour mit Kletterstellen. Viele davon bin ich selbst gegangen, zu Fuß, mit dem Mountainbike als Zubringer oder im Winter mit Tourenski. Hier bekommst du den Vergleich, damit du schnell den Berg findest, der zu dir, deiner Kondition und deinem Urlaubsort passt. Zu jedem Gipfel gibt es eine eigene, ausführliche Seite.

Darum geht es auf dieser Seite

Wissenswertes zu den Karwendel Bergen auf einen Blick

  • Höchster Gipfel: Birkkarspitze, 2.749 m
  • Gebirgsstruktur: vier Hauptketten von West nach Ost, dazu das Vorkarwendel im Norden und Osten
  • Lage: Tirol und Bayern, zwischen Mittenwald, Scharnitz, Achensee und Inntal
  • Gipfel mit Bahn: Hafelekarspitze, Westliche Karwendelspitze, Seefelder Spitze, Reither Spitze; Bärenkopf mit Bahnunterstützung
  • Gestein: überwiegend Wettersteinkalk und Hauptdolomit – oft brüchig
  • Saison: Juni bis Oktober, hohe Gipfel ab Mitte Juli schneefrei
  • Stand: November 2026 – Hüttenzeiten und Bahnbetrieb vor der Tour prüfen

Welche Karwendel Berge gibt es – und wie unterscheiden sie sich?

Die Tabelle zeigt dir alle 22 Gipfel nach Höhe sortiert. Die Schwierigkeit bezieht sich jeweils auf den Normalweg. Wie sich die Ketten im Detail aufbauen, erkläre ich bei den Gebirgsketten des Karwendels.

GipfelHöheStartNormalwegBahn / Hütte
Birkkarspitze2.749 mScharnitz / Hinterautalschwer, kurze KletterstellenKarwendelhaus
Großer Bettelwurf2.726 mAbsam / Halltalschwer, Drahtseile A/BBettelwurfhütte
Pleisenspitze2.569 mScharnitzmittel, sehr langPleisenhütte
Großer Solstein2.541 mHochzirlmittel, langSolsteinhaus
Lamsenspitze2.508 mGramaialm / Engschwer, Klettersteig A/B–BLamsenjochhütte
Sonnjoch2.457 mGramaialmmittel bis schwer, SchuttGramaialm-Hochleger
Westliche Karwendelspitze2.385 mMittenwaldmittel, DrahtseileKarwendelbahn
Reither Spitze2.374 mSeefeld / Reithmittel bis schwerRosshütte; Nördlinger Hütte bis 2028 zu
Steinfalk2.347 mEngschwer, Kletterstellen IFalkenhütte
Hafelekarspitze2.334 mInnsbruckleicht ab BergstationNordkettenbahn
Frau Hitt2.270 mInnsbruck / Seegrubeschwer (Sattel), Felsnadel nur KlettererNordkettenbahn
Seefelder Spitze2.221 mSeefeldmittel ab Seefelder JochRosshütte
Große Arnspitze2.196 mScharnitz / Leutaschmittel bis schwerArnspitzhütte (unbewirtschaftet)
Montscheinspitze2.106 mPertisau / Gerntalschwer, Kletterstellen I–IIPlumsjochhütte
Mahnkopf2.094 mEngmittel, technisch einfachFalkenhütte
Seebergspitze2.085 mPertisauschwer, steilkeine
Seekarspitze2.053 mAchenkirchmittel bis schwerSeekaralm
Schöttelkarspitze2.050 mKrünmittel, langSoiernhaus
Bärenkopf1.991 mPertisaumittelKarwendel-Bergbahn, Bärenbadalm
Demeljoch1.924 mSylvensteinsee / Fallmittel, sehr langkeine
Vorderskopf1.858 mRißtal / Hinterrißmittelkeine
Hochplatte1.813 mAchenkirchleichtSeewaldhütte
Karwendel Berge im Vergleich

Auf welche Karwendel Gipfel kommst du mit der Bergbahn?

Weil das Karwendel im Inneren unerschlossen ist, liegen alle Bahnen am Rand. Vier Gipfel erreichst du mit wenig Aufwand:

  • Hafelekarspitze: Aus der Innsbrucker Altstadt in rund 20 Minuten mit der Nordkettenbahn, dann 20 Minuten zu Fuß – der einfachste Zweitausender im Karwendel.
  • Westliche Karwendelspitze: Die Karwendelbahn bringt dich auf 2.244 Meter, von dort sind es 20 bis 30 Minuten über einen drahtseilgesicherten Steig.
  • Seefelder Spitze: Mit Standseilbahn und Jochbahn aufs Seefelder Joch, dann eine halbe Stunde auf dem Panoramaweg.
  • Reither Spitze: Über die Härmelekopfbahn oder als Königstour ab dem Seefelder Joch.

Beim Bärenkopf am Achensee verkürzt die Karwendel-Bergbahn den Aufstieg auf rund 580 Höhenmeter. Alle Bahnen mit Fahrzeiten findest du im Überblick Bergbahnen im Karwendel.

Welche Gipfel eignen sich für Einsteiger und Familien?

Für den ersten Karwendelgipfel empfehle ich dir die Hochplatte bei Achenkirch – breite Wege, Seeblick und im Sommer erstaunlich ruhig. Ebenfalls technisch einfach sind der Mahnkopf vor den Laliderer Wänden (am besten mit Nacht auf der Falkenhütte) und der Vorderskopf mit seiner riesigen Gipfelwiese. Mit Bahnunterstützung kommen die Seefelder Spitze und der Bärenkopf dazu. Für kleinere Kinder sind die Rundwege an den Bergstationen oft die bessere Wahl als ein Gipfel. Mehr Ideen findest du bei Karwendel mit Familie.

Welche langen Touren kommen ohne Kletterei aus?

Wenn du gut zu Fuß bist, aber keine Felspassagen magst, sind diese Gipfel deine Ziele: die Pleisenspitze mit rund 1.600 Höhenmetern ab Scharnitz, der Große Solstein über das Solsteinhaus, die Schöttelkarspitze auf den Spuren von König Ludwig II. und das Demeljoch auf der Grenze zu Bayern. Beim Sonnjoch brauchst du im Schutt Trittsicherheit – dafür siehst du dort mit großer Wahrscheinlichkeit Steinböcke. Fast alle diese Touren lassen sich mit einer Hüttennacht oder dem Mountainbike als Zubringer deutlich entspannter gestalten.

Welche Gipfel sind nur etwas für Erfahrene?

Die großen Karwendelgipfel verlangen Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und oft einen Helm. Die Birkkarspitze als höchster Berg und der Große Bettelwurf als König des Halltals sind lange Touren mit gesicherten Passagen. An der Lamsenspitze wartet ein Gipfelklettersteig, an der Montscheinspitze und am Steinfalk ungesicherte Kletterstellen. Die Überschreitung von Seekarspitze und Seebergspitze über dem Achensee gehört zu den schönsten Gratwanderungen der Region. Wer es noch luftiger mag, findet bei den Klettersteigen im Karwendel das passende Ziel.

Welcher Gipfel passt zu deinem Urlaubsort?

Innsbruck und Hall

Direkt über der Stadt stehen Hafelekarspitze und Frau Hitt, weiter westlich der Große Solstein. Von Hall aus ist der Große Bettelwurf das große Ziel – Start ist im Halltal bei Absam.

Achensee

Der Achensee hat die größte Gipfelauswahl: Bärenkopf, Seebergspitze und Seekarspitze direkt über dem See, Hochplatte bei Achenkirch, dazu Sonnjoch, Lamsenspitze und Montscheinspitze aus den Karwendeltälern bei Pertisau.

Eng und Rißtal

Rund um den Großen Ahornboden starten Mahnkopf und Steinfalk über die Falkenhütte, im Rißtal der ruhige Vorderskopf. Auch die Lamsenspitze erreichst du aus der Eng. In der Saison fährt der Wanderbus von Lenggries ins Tal.

Seefeld, Scharnitz und Leutasch

Am Seefelder Plateau locken Seefelder und Reither Spitze mit Bahnunterstützung. Von Scharnitz aus starten die Pleisenspitze, die Große Arnspitze und – über das Hinterautal und das Karwendelhaus – die Birkkarspitze.

Mittenwald, Krün und Sylvensteinsee

Über Mittenwald thront die Westliche Karwendelspitze, von Krün führt der Königsweg zur Schöttelkarspitze. Ganz im Norden, am Sylvensteinsee bei Fall, wartet das Demeljoch auf Einsamkeitsliebhaber.

Welche Hütten sind gute Stützpunkte für Gipfeltouren?

Viele Karwendelgipfel sind als Tagestour lang – mit einer Hüttennacht werden sie zum Genuss. Bewährte Stützpunkte sind das Karwendelhaus (Birkkarspitze), die Bettelwurfhütte, das Solsteinhaus, die Lamsenjochhütte, die Falkenhütte (Mahnkopf, Steinfalk), die Pleisenhütte und das Soiernhaus. Beachte: Die Nördlinger Hütte an der Reither Spitze ist wegen Sanierung ab September 2026 bis zum Saisonstart 2028 geschlossen. Alle Hütten mit Öffnungszeiten findest du unter Hütten im Karwendel.

Was musst du zur Sicherheit an Karwendel Bergen wissen?

Das Karwendel ist ein Kalkgebirge – und Kalk ist oft brüchig. Lose Steine und kleinsplittriger Schutt sind typisch, auf beliebten Gipfeln wie Lamsenspitze oder Steinfalk kommt Steinschlag durch andere Bergsteiger dazu. Ein paar Grundregeln:

  • Helm tragen überall dort, wo über dir Leute unterwegs sind.
  • Wetter prüfen: Gewitter ziehen im Sommer oft schon mittags auf, an Graten gibt es keinen schnellen Abstieg. Infos bei Karwendel Wetter.
  • Schneefelder ernst nehmen: In Rinnen und Karen liegt bis in den Juli Altschnee.
  • Sperrungen beachten: Manche Wege, etwa Richtung Vomper Loch, sind wegen Felssturz gesperrt.
  • Notruf: In Österreich erreichst du die Bergrettung unter 140, europaweit gilt 112.

Wann ist die beste Zeit für Gipfeltouren im Karwendel?

Die niedrigeren Gipfel wie Hochplatte, Vorderskopf oder Demeljoch sind oft schon ab Mai begehbar. Die großen Ziele über 2.400 Metern sind meist erst ab Mitte Juli schneefrei. Die Hütten öffnen in der Regel im Juni und schließen Mitte Oktober. Mein Lieblingsmonat ist der September: stabiles Wetter, klare Fernsicht, weniger Gewitter. Anfang Oktober leuchtet dann der Ahornboden in Gold. Mehr dazu bei der besten Reisezeit.

Was solltest du vor deiner Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für die Karwendel Berge

  1. Bike & Hike nutzen: Viele Täler sind lang und flach – mit dem Mountainbike bis zur Hütte sparst du Stunden.
  2. Maut und Parken einplanen: Eng, Gerntal und Falzthurntal sind mautpflichtig, das Halltal ist gesperrt. Details unter Parken und Maut.
  3. Unter der Woche gehen: Beliebte Gipfel wie Lamsenspitze oder Bärenkopf sind am Wochenende voll.
  4. Hütten früh reservieren: Kleine Hütten wie Soiernhaus oder Pleisenhütte sind schnell ausgebucht.
  5. Wasser mitnehmen: Im Kalk gibt es oberhalb der Hütten kaum Quellen.
  6. Tiere respektieren: Steinböcke und Gämsen siehst du oft aus nächster Nähe – Abstand halten und auf dem Weg bleiben.

Häufige Fragen zu den Karwendel Bergen

Welcher ist der höchste Berg im Karwendel?

Die Birkkarspitze mit 2.749 Metern. Zweithöchster großer Tourengipfel auf dieser Liste ist der Große Bettelwurf mit 2.726 Metern.

Welcher Karwendelgipfel ist am leichtesten zu erreichen?

Die Hafelekarspitze über Innsbruck: Die Nordkettenbahn bringt dich fast bis oben, zum Gipfelkreuz sind es nur noch rund 65 Höhenmeter.

Welcher Gipfel bietet den besten Blick auf den Achensee?

Der Bärenkopf – von dort überblickst du den gesamten See. Auch von der Seebergspitze ist der Seeblick grandios.

Wo sieht man im Karwendel Steinböcke?

Besonders gute Chancen hast du am Sonnjoch. Ich habe dort bei jeder Tour Steinböcke im Gipfelbereich gesehen.

Kann man Karwendelgipfel auch im Winter besteigen?

Ja, einige sind beliebte Skitouren, etwa Hochplatte, Bärenkopf und Pleisenspitze. Mit der Nordkettenbahn und der Karwendelbahn kommst du auch im Winter hoch hinaus. Infos findest du bei den Skitouren im Karwendel.

Mein Fazit

Die Karwendel Berge sind nichts für Gipfelsammler im Schnelldurchgang – aber genau das macht sie so besonders. Lange Täler, urige Hütten und Gipfel, auf denen du oft noch Ruhe findest. Fang mit einem Bahngipfel oder der Hochplatte an, steiger dich über Sonnjoch und Schöttelkarspitze und nimm dir irgendwann die Birkkarspitze vor. Jede Seite dieses Gebirges zeigt dir ein neues Gesicht.

Weiterführende Links

–> Wandern im Karwendel

Aktuelle Infos: Naturpark Karwendel · Lawinen- und Bergwetter Tirol

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