Buckelwiesen

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Buckelwiesen Mittenwald - nominiert für das UNESCO Welterbe
Buckelwiesen Mittenwald – nominiert für das UNESCO Welterbe
Buckelwiesen Mittenwald am Kranzberg
Buckelwiesen Mittenwald am Kranzberg

Buckelwiesen Mittenwald

Die Buckelwiesen in Mittenwald sind ein wahrhaftiger Schatz der Natur. Diese alpinen und voralpinen Wiesen- und Moorlandschaften im Landkreis Garmisch-Partenkirchen bieten eine einzigartige Naturschönheit, die ihresgleichen sucht. Hier erlebt man eine faszinierende Symbiose aus traditioneller Landwirtschaft und atemberaubender Biodiversität.

Die Buckelwiesen, die derzeit auf der Vorschlagsliste für die Aufnahme in das UNESCO-Welterbe stehen, sind weithin bekannt für ihre eindrucksvollen, traditionell bewirtschafteten Wiesen, die von einer unglaublichen Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten geprägt sind. Die sanften Hügel und saftigen Täler dieser Landschaft bieten nicht nur eine malerische Kulisse, sondern auch einen Lebensraum von außerordentlicher biologischer Vielfalt.

Die Buckelwiesen, eingebettet in die zauberhafte Umgebung von Mittenwald, Krün und Klais, präsentieren sich als ein Juwel geomorphologischer Besonderheiten im Herzen der Alpen. Diese faszinierende Landschaft ist ein beeindruckendes Zeugnis der gewaltigen geologischen Kräfte, die während der Würmeiszeit vor Jahrmillionen auf diese Region eingewirkt haben. Am Fuße des majestätischen Karwendelgebirges entfaltet sich eine atemberaubende Szenerie: Die sanften, grün bewachsenen buckeligen Wiesen erheben sich vor den markanten, grauen Felswänden des Karwendels, und bilden eine grandiose Kulisse von beispielloser Schönheit.

Einst erstreckten sich diese geformten Wiesen über ganz Bayern, ganze 63.000 Hektar groß. In den 1920er Jahren jedoch begann der Wandel. Hnd heute sind nur noch 1200 Hektar dieser einzigartigen Landschaftsformationen erhalten geblieben. Etwa 1000 Hektar davon liegen in unmittelbarer Nähe von Mittenwald. Viele Bauern ebneten im Laufe der Zeit die Buckelwiesen ein, um die Flächen besser landwirtschaftlich nutzen zu können.

Die Buckelwiesen sind Teil der alpinen und voralpinen Wiesen- und Moorlandschaften im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Hier findet man beeindruckende Wiesenlandschaften, die nicht nur von hoher landschaftlicher Bedeutung sind, sondern auch eine erstaunliche Biodiversität aufweisen.

Was die Buckelwiesen so einzigartig macht, ist die einzigartige Kombination aus traditionell und extensiv genutzten Heuwiesen in Hang- und Tallagen. Diese eindrucksvolle Verschmelzung geht nahtlos in die großflächige Nutzung von Streuwiesen in den Mooren und Auen über. Die enge Verzahnung dieser „Wiesenmoore“ mit den ungewöhnlich großen, naturnah erhaltenen Moorflächen ist charakteristisch für diese Region.

Diese Buckelwiesen wurden nicht nur alpenweit, sondern möglicherweise auch weltweit als die Bedeutendsten ihrer Art eingestuft. Neben der einzigartigen Landschaftsformation sind auch charakteristische Bestandteile der traditionellen Wiesenlandschaften zu finden, wie die charmanten Kleinbauten in Form von Heustädeln und Kochhütten.

Ein Besuch der Buckelwiesen ist eine Reise durch die Zeit und eine Begegnung mit der Urgewalt der Natur. Wanderer und Naturliebhaber werden von der Vielfalt der Flora und Fauna verzaubert. Von zarten Alpenblumen bis zu robusten Gräsern gibt es hier eine erstaunliche Vielfalt zu entdecken.

Die Buckelwiesen sind nicht nur ein Ort der natürlichen Schönheit, sondern auch ein Schaufenster in die reiche Kulturgeschichte der Region. Hier spürt man die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur, die über Jahrhunderte hinweg gepflegt wurde.

Ein Besuch der Buckelwiesen in Mittenwald ist eine unvergessliche Reise in die Seele der Alpen. Hier kann man die Kraft und Schönheit der Natur in jedem Detail erleben. Für Naturliebhaber, Wanderer und Erholungssuchende sind die Buckelwiesen ein wahres Juwel, das es zu entdecken gilt. Die Buckelwiesen Mittenwald sind ein Paradies für Naturfreunde und Fotografen. Besonders im Herbst lockt das seitlich scheinende Licht und läßt die Buckel der Wiesen besonders markant erscheinen.

So kannst du die Buckelwiesen erleben

Für Gäste und Besucher bieten sich vielfältige Möglichkeiten, die beeindruckenden Buckelwiesen in der Umgebung von Mittenwald, Krün und Klais zu entdecken und zu erleben.

Eine entspannte Möglichkeit bietet die Fahrt mit dem Auto entlang der Staatsstraße zwischen Krün und Garmisch Partenkirchen. Schon von hier aus eröffnet sich ein eindrucksvoller Blick auf die sanften Erhebungen der Buckelwiesen, die sich malerisch neben der Straße erstrecken.

Eine besonders beliebte Option ist die klassische Buckelwiesen-Wanderung von Mittenwald nach Wallgau. Diese Route führt durch drei bezaubernde Urlaubsorte am Fuße des bayerischen Karwendelgebirges. Der Ausgangspunkt ist das historische Ortszentrum von Mittenwald im Ortsteil Gries. Von hier aus führt der Weg über den malerischen Gröblweg zur Gröblalm, wo die faszinierenden Buckelwiesen beginnen. Der Pfad schlängelt sich zunächst durch bewaldetes Gelände zum idyllischen Schmalensee, bevor es leicht ansteigend in die Buckelwiesen geht. Unterwegs passiert man die beliebte Goas-Alm und erreicht schließlich die pittoreske Kapelle Maria Rast. Von dort führt der Weg hinunter nach Krün, durch das Ortszentrum und weiter zum Sportplatz. Nach der Überquerung der Isarbrücke biegt man links ab und wandert entlang der Isar zurück nach Wallgau. Von hier aus kann man bequem mit dem Bus zurück zum Ausgangspunkt gelangen. Alternativ kann man die Wanderung durch die Buckelwiesen abkürzen, indem man ab Krün nicht weiter nach Wallgau, sondern an der Isar entlang zurück nach Mittenwald wandert.

Eine alternative Buckelwiesen-Wanderung führt rund um den Gipfel des Kranzbergs. Hier kann man inmitten dieser einzigartigen Landschaft die beeindruckende Naturkulisse in vollen Zügen genießen.

Für Fahrradliebhaber bietet sich eine etwa 20 Kilometer lange Buckelwiesen-Rundtour an, die das Umrunden des Kranzbergs mit zahlreichen Seen und einer Durchquerung der Buckelwiesen zurück nach Mittenwald kombiniert. Die Route startet mit einer kurzen, etwas steileren Auffahrt zum Ferchensee, gefolgt von einer gemütlichen Abfahrt zum Schloss Elmau. Von dort aus führt der Weg weiter nach Klais, mit einer traumhaften Runde über Gerold zum Barmsee und zu den Buckelwiesen. Besonders empfehlenswert sind die herrlichen Seen mit beeindruckendem Bergpanorama, an denen man sich Zeit für eine Erfrischung nehmen kann. Der Geroldsee und Barmsee sind dabei besonders beliebt, und die meisten Buckelwiesen lassen sich am Schmalensee bewundern.

Auch in der Leutasch, nicht weit von Mittenwald entfernt, können Besucher die beeindruckenden Buckelwiesen erleben. Eine hervorragende Gelegenheit dazu bietet die Wanderung am Ganghoferweg zur Gaistalalm. Der Ganghoferweg führt oberhalb der Forststraße durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit lichtem Wald und atemberaubenden Ausblicken auf die majestätische Hohe Munde und das imposante Wettersteingebirge. Rund um die Gaistalalm lassen sich die schönsten Buckelwiesen bestaunen – hier kann man auf der Sonnenterrasse auch hervorragend einkehren.

Die häufigsten Fragen

Was sind die Buckelwiesen in Mittenwald?

Die Buckelwiesen in Mittenwald sind eine einzigartige geomorphologische Besonderheit im alpinen Raum. Es handelt sich dabei um sanfte, buckelige Erhebungen, die sich vor der imposanten Kulisse des Karwendelgebirges erstrecken. Diese Landschaftsformation ist das Ergebnis geologischer Kräfte, die während der Würmeiszeit wirkten. Die Buckelwiesen sind ein eindrucksvolles Zeugnis dieser geologischen Prozesse.
Ursprünglich erstreckten sich diese Art von Wiesen über weite Teile Bayerns. In den 1920er Jahren gab es noch beeindruckende 63.000 Hektar dieser Landschaftsformationen. Leider wurden viele dieser Flächen eingeebnet, um eine einfachere Bewirtschaftung zu ermöglichen. Heute sind nur noch etwa 1.200 Hektar dieser einzigartigen Landschaft erhalten geblieben, wovon rund 1.000 Hektar in der Nähe von Mittenwald liegen.
Diese Wiesen zeichnen sich durch ihre hohe Biodiversität aus und sind von großer landschaftsprägender Bedeutung. Sie stellen eine Kombination aus traditionell und extensiv genutzten Heuwiesen in Hang- und Tallagen dar, ergänzt durch großflächige Streuwiesennutzung in den Mooren und Auen. Diese Verzahnung von verschiedenen Lebensräumen und die ungewöhnlich großen, naturnah erhaltenen Moorflächen machen die Buckelwiesen zu einem einzigartigen Naturphänomen.
Die Buckelwiesen gelten nicht nur regional, sondern auch alpenweit und möglicherweise sogar weltweit als besonders bedeutend. Charakteristisch für diese Landschaft sind auch die Kleinbauten wie Heustädel und Kochhütten, die einen traditionellen Teil der Wiesenlandschaft darstellen.
Derzeit sind die Buckelwiesen in Mittenwald auf der Vorschlagsliste zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe, was ihre außergewöhnliche Bedeutung für die Natur und Kultur unterstreicht.

Warum gelten die Buckelwiesen als geomorphologische Besonderheit?

Die Buckelwiesen gelten als geomorphologische Besonderheit aufgrund ihrer ungewöhnlichen topographischen Merkmale. Hierbei handelt es sich um sanfte, buckelige Erhebungen, die sich vor der beeindruckenden Kulisse des Karwendelgebirges erstrecken. Diese Landschaftsformation ist das Ergebnis von geologischen Prozessen, die während der Würmeiszeit wirkten.
Während der Würmeiszeit waren enorme Gletscher aktiv, die das Gelände formten. Die buckeligen Wiesen entstanden durch das Zusammenspiel von Eis, Schnee und Schmelzwasser. Die Gletscher transportierten große Mengen Gestein und Erdmaterial mit sich, die sie auf ihrem Weg durch das Tal ablagerten. Aufgrund der unterschiedlichen Druckverhältnisse unter dem Gletscher bildeten sich dabei die charakteristischen Buckel.

Wie groß sind die Buckelwiesen?

Ursprünglich erstreckten sich die Buckelwiesen über weite Teile Bayerns. In den 1920er Jahren gab es noch beeindruckende 63.000 Hektar dieser Landschaftsformationen. Leider wurden viele dieser Flächen eingeebnet, um eine einfachere Bewirtschaftung zu ermöglichen. Heute sind nur noch etwa 1.200 Hektar dieser einzigartigen Landschaft erhalten geblieben, wovon rund 1.000 Hektar in der Nähe von Mittenwald liegen.

Wie erreicht man die Buckelwiesen am besten?

Die Buckelwiesen in der Umgebung von Mittenwald sind gut erreichbar und bieten verschiedene Möglichkeiten, sie zu erkunden:
Mit dem Auto: Eine einfache Möglichkeit, die buckeligen Wiesen zu sehen, ist eine Fahrt entlang der Staatsstraße zwischen Krün und Garmisch-Partenkirchen. Von der Straße aus hat man einen direkten Blick auf die beeindruckende Landschaft der Buckelwiesen.
Wandern ab Mittenwald: Eine beliebte Option ist die Buckelwiesen-Wanderung ab Mittenwald. Diese Route führt durch drei Urlaubsorte am Fuße des bayerischen Karwendels. Der Startpunkt ist das historische Ortszentrum von Mittenwald im Ortsteil Gries. Von dort aus führt der Weg über den Gröblweg zur Gröblalm und weiter durch die faszinierenden Buckelwiesen. Der Pfad führt auch zum idyllischen Schmalensee und zur Goas-Alm, bevor er zur malerischen Kapelle Maria Rast führt. Die Wanderung endet in Krün oder kann weiter bis nach Wallgau führen.
Alternative Wanderungen: Es gibt auch alternative Wanderwege rund um die Buckelwiesen, wie beispielsweise die Route von Mittenwald auf den Kranzberg-Gipfel.
Fahrradtour: Für Fahrradliebhaber bietet sich eine Rundtour durch die Buckelwiesen an. Die etwa 20 Kilometer lange Route umfasst die Umrundung des Kranzbergs, vorbei an zahlreichen Seen und durch die Buckelwiesen zurück nach Mittenwald. Auf dieser Tour kann man die herrlichen Seen mit Bergpanorama genießen, darunter der Geroldsee und der Barmsee.
Wanderung zur Gaistalalm: Nicht nur in Mittenwald, sondern auch in der Leutasch kann man die beeindruckenden Wiesen mit den Buckeln erleben. Eine schöne Gelegenheit dazu bietet die Wanderung am Ganghoferweg zur Gaistalalm. Der Weg führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft mit Ausblicken auf die majestätische Hohe Munde und das imposante Wettersteingebirge.
Je nach Präferenz und Fitnesslevel stehen also verschiedene Wege zur Verfügung, um die Buckelwiesen zu erkunden und zu erleben.

Warum stehen die Buckelwiesen auf der Vorschlagsliste zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe?

Die Buckelwiesen stehen auf der Vorschlagsliste zur Aufnahme in das UNESCO-Welterbe aufgrund ihrer außergewöhnlichen Bedeutung für Natur und Kultur. Hier sind einige Gründe, warum sie als potenzielles Welterbe betrachtet werden:
Geomorphologische Einzigartigkeit: Die Buckelwiesen sind eine einzigartige geomorphologische Formation, die durch die geologischen Kräfte der Würmeiszeit geformt wurden. Diese sanften, buckeligen Erhebungen sind in dieser Form und Ausdehnung weltweit kaum zu finden.
Kulturelle Bedeutung: Die Buckelwiesen sind eng mit der lokalen Kultur und Geschichte verbunden. Sie sind ein Zeugnis der traditionellen Landnutzung und des Handwerks im alpinen Raum.
Hohe Biodiversität: Die buckeligen Wiesen sind Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen- und Tierarten, darunter auch seltene und bedrohte Arten. Ihre Vielfalt an Lebensräumen, von Mooren bis zu Wiesen, trägt zur hohen Biodiversität bei.
Erhaltenswerte Landschaftsform: Die Buckelwiesen sind ein Beispiel für eine Landschaftsform, die in ihrer ursprünglichen Ausprägung selten geworden ist. Der Erhalt dieser Buckelwiesen ist daher von besonderer Bedeutung für den Naturschutz.
Kombination von Natur und Kultur: Die Buckelwiesen vereinen beeindruckende Naturphänomene mit den Spuren menschlicher Nutzung. Kleinbauten wie Heustädel und Kochhütten sind charakteristische Bestandteile dieser traditionellen Wiesenlandschaft.
Einzigartige Verzahnung von Lebensräumen: Die buckeligen Wiesen zeichnen sich durch eine enge Verzahnung von traditionell und extensiv genutzten Heuwiesen in Hang- und Tallagen mit großflächiger Streuwiesennutzung in den Mooren und Auen aus. Diese Kombination ist selten anzutreffen.
All diese Aspekte machen die Buckelwiesen zu einem außergewöhnlichen Natur- und Kulturerbe, das es zu schützen und zu erhalten gilt. Daher wurde ihre Aufnahme in die Liste des UNESCO-Welterbes vorgeschlagen.
Sobald sie als UNESCO Welterbe bestätigt werden, sind sie in prominenter Gesellschafft: Der Schiefe Turm von Pisa, die Ponte Vecchio, die Altstadt in Wien rund um den Stephansplatz, die Steinerne Brücke in Regensburg oder der Rhein bei der Loreley sind bereits UNESCO Welterbe.

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