Wer in Innsbruck nach Norden schaut, entdeckt sie auf dem Grat der Nordkette: eine schlanke Felsnadel, die aussieht wie eine Frau auf einem Pferd. Das ist die Frau Hitt, 2.270 Meter hoch und eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Früher warb Innsbruck sogar auf Plakaten mit ihr. Die Künstler Christo und Jeanne-Claude wollten sie einst verhüllen – das Projekt scheiterte am Geld.
Ein echter Wandergipfel ist die Frau Hitt nicht: Die Felsnadel selbst ist Kletterern vorbehalten. Für Bergwanderer ist der Frau-Hitt-Sattel direkt daneben das Ziel – ein großartiger Aussichtspunkt hoch über dem Inntal, erreichbar über einen steilen, schwarzen Bergweg von der Seegrube.
Darum geht es auf dieser Seite
- Die Sage der Frau Hitt
- Wanderung zum Frau-Hitt-Sattel
- Aufstieg auf die Felsnadel
- Weitere Touren ab dem Sattel
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zur Frau Hitt auf einen Blick
- Höhe: 2.270 m; Frau-Hitt-Sattel ca. 2.235 m
- Gebirgskette: Nordkette (Inntalkette), Karwendel, Tirol
- Ziel für Wanderer: Frau-Hitt-Sattel, schwarzer (schwieriger) Bergweg
- Start: Seegrube (1.905 m), mit der Nordkettenbahn ab Innsbruck
- Gehzeit: ca. 1,5 h zum Sattel, 3 km, rund 400 Höhenmeter
- Runde mit Abstieg ins Tal: ca. 9,5 km, 3–3,5 h, über 1.400 Höhenmeter bergab
- Felsnadel: Kletterei, an einer Stelle III, sonst II (UIAA)
- Erstbesteigung: angeblich 1580
- Einkehr: Seegrube, Höttinger Alm
Was erzählt die Sage von der Frau Hitt?
Von Hochmut und gerechter Strafe. Der bekanntesten Version nach herrschte in uralter Zeit eine stolze, hartherzige Riesenkönigin über das Land über dem Inn, wo damals noch fruchtbare Felder lagen. Als eine arme Bettlerin sie um Brot bat, bot ihr Frau Hitt nur einen Stein an. Die Bettlerin verfluchte die Riesin samt ihrem Pferd. Ein gewaltiges Unwetter verwandelte die grünen Felder in die kahlen Felsketten des Karwendels – und Frau Hitt mit ihrem Ross in die Felsnadel, die bis heute auf Innsbruck herabblickt.
Die Sage existiert in mehreren Varianten, und woher der Name genau stammt, ist ungeklärt. Innsbrucker Kinder hörten früher, sie würden wie Frau Hitt enden, wenn sie Essen verschwenden. Mehr Geschichten aus dem Gebirge findest du bei den Karwendel-Infos.
Wie wanderst du von der Seegrube zum Frau-Hitt-Sattel?
Du fährst mit der Nordkettenbahn aus Innsbruck bis zur Seegrube auf 1.905 Metern. Von der Bergstation folgst du der Beschilderung „Vorderes Brandjoch – Frau-Hitt-Sattel“ nach Westen, steigst neben dem kleinen Schlepplift zum Grubegg auf und querst auf dem Julius-Prock-Steig die steilen Hänge unter der Nordkette. An einer Schotterreise mit Schilderbaum zweigt der Schmidhubersteig rechts ab und führt schräg ansteigend nach Westen.
Die letzten Meter verlaufen durch blockiges, karges Gelände steil hinauf in den Sattel, direkt neben der markanten Felsfigur. Rund 1,5 Stunden brauchst du ab der Seegrube. Oben schaust du auf der einen Seite tief ins Frau-Hitt-Kar und ins Gleirschtal, auf der anderen über ganz Innsbruck. Den Abstieg nimmst du am besten über die Höttinger Alm bis hinunter in die Stadt – oder du gehst zurück zur Seegrube und fährst mit der Bahn ins Tal.
Achtung: Der Weg ist als schwarzer Bergweg eingestuft. Besonders der Abstieg vom Sattel über das steile, rutschige Geröll verlangt Trittsicherheit und volle Konzentration.
Kann man auf die Frau Hitt hinaufsteigen?
Ja, aber nur kletternd. Der übliche Weg führt über die Westschulter, an einer Stelle im dritten, sonst im zweiten Schwierigkeitsgrad. Bis zu dieser Schulter gibt es einen Zustieg von Osten (II) und einen etwas schwierigeren von Westen (III+). Erstmals bestiegen hat sie angeblich schon 1580 ein Johann Georg Ernstinger, im 19. Jahrhundert folgten unbekannte Bergsteiger. Für Wanderer ist das kein Ziel: Ohne Klettererfahrung und Sicherung ist die Nadel tabu.
Welche Touren führen über den Frau-Hitt-Sattel?
Der Sattel ist ein Knotenpunkt der Nordkette. Von hier steigst du nach Südwesten auf die Vordere Brandjochspitze (2.559 m), einen der markantesten Aussichtsgipfel über Innsbruck. Nach Nordwesten führt ein versicherter Abstieg durchs Frau-Hitt-Kar ins Kleinkristental und Gleirschtal bis nach Scharnitz. Nach Nordosten endet hier der Innsbrucker Klettersteig, der am Hafelekar beginnt.
Auch der Karwendel-Höhenweg kreuzt den Sattel: Seine Etappe vom Solsteinhaus zur Pfeishütte steigt über steiles Geröll und drahtseilgesicherte Passagen zum Sattel auf und führt dann über die Seegrube und die Hafelekarspitze weiter. Mit über 16 Kilometern und mehr als 1.500 Höhenmetern ist sie eine der härtesten Tagesetappen.
Wann ist die beste Zeit für die Frau Hitt?
Von Juli bis Anfang Oktober, wenn die Rinnen unter dem Sattel schneefrei sind. Im Frühsommer liegt im Schatten der Nordkette oft noch Schnee. Die Südhänge sind im Hochsommer heiß – starte früh, dann stehst du im angenehmen Morgenlicht am Sattel. Nach Regen sind Geröll und Fels besonders rutschig.
Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für die Frau Hitt
- Von unten anschauen: Den schönsten Blick auf die Frau Hitt hast du aus der Stadt oder von der Seegrube – so erkennst du die Reiterin am besten.
- Helm und Stöcke: Im Geröll unter dem Sattel lösen sich leicht Steine; Stöcke helfen beim Abstieg.
- Bahn als Abkürzung: Wer den langen Abstieg ins Tal scheut, kehrt zur Seegrube zurück.
- Höttinger Alm: Beim Abstieg ins Tal liegt die Alm ideal für eine Pause.
- Brandjoch anhängen: Mit guter Kondition ist die Vordere Brandjochspitze vom Sattel aus das lohnende Gipfelziel.
Für wen eignet sich die Frau Hitt?
Der Sattel ist ein Ziel für trittsichere, geübte Bergwanderer. Für Kinder und Hunde ist der Weg zu steil und geröllig. Wer es entspannter mag, erlebt die Nordkette auf dem kurzen Weg zur Hafelekarspitze oder auf dem Panoramaweg an der Seegrube. Mehr über die Stadt darunter liest du unter Innsbruck.
Häufige Fragen zur Frau Hitt
Wie hoch ist die Frau Hitt?
2.270 Meter. Der Frau-Hitt-Sattel daneben liegt auf etwa 2.235 Metern.
Wie lange geht man von der Seegrube zur Frau Hitt?
Etwa 1,5 Stunden bis zum Frau-Hitt-Sattel auf einem schwierigen, schwarzen Bergweg.
Warum heißt der Berg Frau Hitt?
Nach einer Sage: Die hartherzige Riesenkönigin Frau Hitt wurde zur Strafe samt Pferd zu Stein verwandelt. Die Felsnadel erinnert an eine Reiterin.
Mein Fazit
Die Frau Hitt ist mehr Geschichte als Gipfel: eine Sage aus Stein, die über Innsbruck wacht. Wer trittsicher ist, steigt von der Seegrube zum Sattel auf, steht ihr dort Auge in Auge gegenüber und genießt einen der wildesten Ausblicke der Nordkette – in die Stadt und ins Karwendel zugleich.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Innsbrucker Nordkettenbahnen · Innsbruck Tourismus
