Der Steinfalk ist mit 2.347 Metern ein Gipfel der wilden Falkengruppe, einer Untergruppe des Karwendels nördlich der Laliderer Wände. Er ist der einzige Gipfel dieser Gruppe, auf den ein markierter Weg führt – alle anderen bleiben Kletterern vorbehalten. Zusammen mit Gamsjoch und Sonnjoch gehört er zu den wenigen Bergen, die einen erstklassigen Blick von Norden auf die zentrale Karwendelkette bieten.
Der Steinfalk ist die logische Steigerung zum Mahnkopf: Wer an der Falkenhütte steht und Lust auf mehr Fels hat, findet hier eine echte Bergtour der oberen Schwierigkeitsstufe – mit ausgesetzten Passagen und einem wilden Tiefblick in die Arzklamm.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wie schwer ist der Steinfalk?
- Zustieg zur Falkenhütte
- Von der Hütte zum Gipfel
- Erstbesteigung durch Hermann von Barth
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zum Steinfalk auf einen Blick
- Höhe: 2.347 m
- Gebirgsgruppe: Falkengruppe, Karwendel, Tirol
- Start: Parkplatz Eng (ca. 1.200 m)
- Gehzeit: Eng–Falkenhütte 2,5 h, Hütte–Gipfel ca. 2–2,5 h, gesamt rund 8 h
- Höhenmeter: je nach Variante 1.150–1.600
- Schwierigkeit: schwere Bergtour, ungesicherte Kletterstellen UIAA I, ausgesetzt
- Stützpunkt: Falkenhütte (1.848 m)
- Erstbesteigung: 30. Juni 1870, Hermann von Barth
Wie schwer ist der Steinfalk?
Der Steinfalk ist eine schwere Bergtour für wirklich Trittsichere. Nach dem Falkenstand wird der Weg sehr steil, quert über felsige und ausgesetzte Passagen und führt zuletzt über ungesicherte Kletterstellen im ersten Grad zum Gipfel. Im losen Geröll herrscht erhebliche Steinschlaggefahr – pass genau auf, wo du hintrittst, und achte auf andere Bergsteiger unter dir. Schwindelfreiheit ist Pflicht.
Wie kommst du zur Falkenhütte?
Der schönste Zustieg beginnt in der Eng: über das Hohljoch, dann unter den gewaltigen Laliderer Wänden entlang zum Spielissjoch und hinauf zur Falkenhütte auf 1.848 Metern – rund 2,5 Stunden. Alternativ geht es durch das Laliderertal über den Lalidersalm-Niederleger. Wer den Steinfalk auf zwei Tage verteilt, übernachtet auf der Hütte und startet ausgeruht.
Wie geht es von der Hütte auf den Steinfalk?
Von der Falkenhütte gehst du nordwärts Richtung Ladizköpfl und Mahnkopf. Kurz vor dem Mahnkopf zweigt der Weg links ab und quert auf etwa gleicher Höhe am Gipfel vorbei – wer zwei Gipfel möchte, überschreitet den Mahnkopf einfach. Vom Sattel am Falkenstand (1.965 m) führt der gut markierte Pfad zunächst über den grasigen Rücken, der immer steiler und schmaler wird. An zwei Stellen öffnet sich links ein wilder Tiefblick in die Arzklamm. Danach geht es im Auf und Ab über Fels zum Gipfelaufbau und über die Kletterstellen zum höchsten Punkt. Abgestiegen wird auf dem gleichen Weg.
Was siehst du vom Steinfalk?
Der Blick nach Süden auf die zentrale Karwendelkette mit Laliderer Wänden, Birkkarspitze und Östlicher Karwendelspitze ist das große Highlight. Nach Norden schaust du über das Rißtal hinaus, nach Osten Richtung Gamsjoch und Eng. Im Frühsommer überrascht der Steinfalk außerdem mit einer reichen Flora.
Wer hat den Steinfalk erstbestiegen?
Hermann von Barth, der große Erschließer des Karwendels, stand am 30. Juni 1870 als Erster auf dem Steinfalk. Im selben Sommer bestieg er Dutzende Karwendelgipfel, darunter die Birkkarspitze. Am Weg vom Rißtal ins Johannestal erinnert heute ein Denkmal an ihn.
Wann ist die beste Zeit für den Steinfalk?
Von Juli bis Anfang Oktober, wenn Grat und Gipfelaufbau schneefrei und trocken sind. Bei Nässe sind die Felspassagen gefährlich. Für die Blumenpracht lohnt der Frühsommer, für klare Fernsicht der Herbst.
Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für den Steinfalk
- Helm tragen: Im Gipfelbereich ist Steinschlag ein echtes Thema.
- Hüttennacht einplanen: Mit Übernachtung auf der Falkenhütte wird aus acht Stunden ein entspanntes Wochenende.
- Bike & Hike: Bis zur Falkenhütte ist das Mountainbike eine gute Option.
- Nur bei trockenem Wetter: Nasser Fels und loses Geröll sind eine gefährliche Kombination.
- Bergsteigerbus nutzen: In der Saison bringt dich der Wanderbus in die Eng.
Für wen eignet sich der Steinfalk?
Nur für erfahrene Bergsteiger mit sicherem Tritt, Schwindelfreiheit und Erfahrung in leichtem Fels. Für Kinder und Einsteiger ist der Mahnkopf die bessere Wahl.
Häufige Fragen zum Steinfalk
Wie hoch ist der Steinfalk?
Der Steinfalk ist 2.347 Meter hoch.
Wie lange braucht man von der Falkenhütte auf den Steinfalk?
Rund zwei bis 2,5 Stunden im Aufstieg.
Braucht man Klettererfahrung für den Steinfalk?
Etwas Erfahrung im leichten Fels ist nötig. Im Gipfelbereich gibt es ungesicherte Kletterstellen im ersten Grad.
Kann man Mahnkopf und Steinfalk kombinieren?
Ja. Der Weg zum Steinfalk führt am Mahnkopf vorbei, du kannst ihn einfach überschreiten.
Mein Fazit
Der Steinfalk ist der Gipfel für alle, denen der Mahnkopf zu zahm ist: steil, felsig, ein bisschen wild – und mit einem der besten Logenplätze vor der zentralen Karwendelkette. Plane ihn mit Hüttennacht, setz den Helm auf und genieß die Einsamkeit der Falkengruppe.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Falkenhütte (DAV Oberland) · Naturpark Karwendel
