Der Große Solstein ist mit 2.541 Metern der westliche Eckpfeiler der Innsbrucker Nordkette. Sein breiter, von Weitem sichtbarer Rücken thront über Zirl und dem Inntal, und von seinem Gipfel reicht der Blick vom Wetterstein über die Stubaier und Zillertaler Alpen bis tief ins Karwendel. Er besteht aus hellem Wettersteinkalk; erstmals bestiegen hat ihn 1846 Carl von Sonklar.
Ein Kuriosum steckt schon im Namen: Der „Große“ Solstein ist fast 100 Meter niedriger als sein Nachbar, der Kleine Solstein mit 2.637 Metern – dem höchsten Gipfel der ganzen Nordkette. Der Grund liegt in der Almwirtschaft: Früher war der niedrigere Berg als Weidegebiet für das Vieh wichtiger und bekam deshalb den bedeutenderen Namen.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wie schwer ist der Große Solstein?
- Aufstieg ab Hochzirl
- Andere Zustiege
- Übergang zum Kleinen Solstein
- Solsteinhaus
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zum Großen Solstein auf einen Blick
- Höhe: 2.541 m
- Gebirgskette: Nordkette (westliches Ende), Karwendel, Tirol
- Schwierigkeit: mittelschwere, lange Bergwanderung (T3), Kondition nötig
- Start: Bahnhof Hochzirl (ca. 920 m), Parkplatz und Bahnanschluss
- Gesamt: ca. 18–19 km, rund 1.650 Höhenmeter, 8–9 h hin und zurück
- Ab Solsteinhaus: ca. 2–2,5 h zum Gipfel
- Stützpunkt: Solsteinhaus (1.805 m) am Erlsattel, ÖAV Innsbruck
- Beste Zeit: Juni bis Oktober
- Erstbesteigung: 1846, Carl von Sonklar
Wie schwer ist der Aufstieg auf den Großen Solstein?
Technisch ist der Normalweg eine mittelschwere Bergwanderung ohne Kletterstellen. Fordernd ist die Länge: Vom Inntal bis zum Gipfel sind es über 1.600 Höhenmeter, der Rücken zieht sich lang und zäh. Tourenportale beschreiben den Gipfelanstieg ab dem Solsteinhaus als einfach, aber etwas mühsam – erst durch Latschen, dann über Schutt- und Geröllfelder. Gute Kondition und Trittsicherheit im Schotter reichen aus; als Tagestour ab Tal solltest du acht bis neun Stunden einplanen.
Wie verläuft der Aufstieg vom Bahnhof Hochzirl?
Vom Parkplatz am Bahnhof Hochzirl gehst du durch die Unterführung auf die Nordseite der Gleise und folgst dem Weg Nr. 213. Er führt durch lichten Bergwald und über Almflächen, an der Solenalm vorbei, dann flacher durch einen Talkessel und zuletzt in angenehmer Steigung zum Solsteinhaus auf 1.805 Metern. Für diesen Hüttenzustieg brauchst du rund 2,5 bis 3 Stunden.
Vom Solsteinhaus folgst du der Beschilderung „Großer Solstein“ ein paar Meter Richtung Erlsattel und steigst rechts in den Sattel ab. Auf der gegenüberliegenden Seite geht es steil durch den Latschengürtel hinauf. Danach führt der Weg ostwärts über Schutt und Geröll, quert unter dem Gipfel in die grasige Südwestflanke und steigt schräg hinauf zum Gipfelkreuz. Der Abstieg erfolgt auf demselben Weg: rund 1,5 Stunden zurück zur Hütte und weitere 2 Stunden hinunter zum Bahnhof.
Welche anderen Zustiege gibt es?
Von der Neuen Magdeburger Hütte führen zwei Wege auf den Gipfel: über den Höttinger Schützensteig und durch das Wörgltal. Eine schöne Rundtour verbindet beides: hinauf übers Solsteinhaus, über den Gipfel und hinunter zur Neuen Magdeburger Hütte. Vom Solsteinhaus bis dorthin brauchst du über den Gipfel etwa fünf Stunden.
Länger, aber landschaftlich besonders schön ist der Zustieg aus Norden: von Scharnitz durch das Gleirschtal – wer will, durch die Gleirschklamm –, vor der Amtssäge rechts ins Großkristental und am Naturlehrpfad entlang zum Solsteinhaus. Aus Westen erreichst du die Hütte über den Freiungen-Höhenweg von der Nördlinger Hütte; als zweitägige Tour lässt sich so die Erlspitze mit dem Großen Solstein verbinden.
Lohnt sich der Übergang zum Kleinen Solstein?
Für geübte Bergsteiger ja – die Aussicht vom Kleinen Solstein gilt als noch großartiger. Der Übergang ist aber deutlich anspruchsvoller: alpin, teils felsig, ausgesetzt und stellenweise gesichert, im Bereich der Solsteinscharte nur spärlich mit roten Punkten markiert. Plane zusätzlich 1,5 bis 2 Stunden ein; der Rückweg führt mit kurzem Gegenanstieg wieder über den Großen Solstein. Als Tagestour ab Hochzirl kommen so elf bis zwölf Stunden und über 2.000 Höhenmeter zusammen – mit Übernachtung im Solsteinhaus wird es viel entspannter.
Was siehst du vom Gipfel des Großen Solsteins?
Im Süden liegt dir das Inntal von Zirl bis Innsbruck zu Füßen, dahinter die Stubaier und Zillertaler Alpen. Im Westen ragen Hohe Munde und Wetterstein auf, im Norden schaust du auf die Erlspitzgruppe mit Erlspitze und Kuhljochspitze, auf die Gleirsch- und Jägerkarspitzen und weiter auf die Pleisenspitze in der Hinterautalkette. Der Gipfel ist breit und geräumig – ideal für eine lange Pause.
Was erwartet dich im Solsteinhaus?
Eine komfortable, gut ausgestattete Hütte der Alpenvereinssektion Innsbruck auf 1.805 Metern am Erlsattel, umgeben von grünen Almwiesen. Den Platz fand die Sektion 1908, 2007 wurde das Haus umfassend renoviert. Es bietet rund 45 Betten in Zimmern und Lagern. Das Solsteinhaus liegt am Karwendel-Höhenweg und am Adlerweg und ist Ausgangspunkt für Erlspitze, Großen und Kleinen Solstein sowie die Freiungspitzen. Auch das Klettern spielt hier eine große Rolle: In den Wänden rund um die Hütte gibt es zahlreiche Kletterrouten.
Wann ist die beste Zeit für den Großen Solstein?
Von Juni bis Oktober, besonders schön im Herbst, wenn die Lärchen am Hang golden leuchten und die Fernsicht klar ist. Im Hochsommer sind die Südhänge heiß; starte früh. Im Frühjahr ist der Große Solstein übrigens auch ein lohnendes Ziel für Skitourengeher – das nur mit Lawinenkenntnis und passender Ausrüstung.
Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für den Großen Solstein
- Mit der Bahn anreisen: Der Start liegt direkt am Bahnhof Hochzirl an der Karwendelbahn – ideal ohne Auto.
- Übernachten statt hetzen: Mit einer Nacht im Solsteinhaus wird aus der langen Tagestour ein Genuss, und der Kleine Solstein ist mit drin.
- Mountainbike für den Rückweg: Die Hütte ist auch mit dem Rad erreichbar – vor allem der lange Weg ins Tal geht so schneller.
- Genug Wasser: Zwischen Hütte und Gipfel gibt es keine Quelle.
- Herbsttour: Im Oktober leuchten die Lärchen, und die Sicht reicht oft bis zu den Gletschern.
Für wen eignet sich der Große Solstein?
Für ausdauernde Bergwanderer mit Trittsicherheit. Technische Schwierigkeiten gibt es auf dem Normalweg nicht, aber die Länge fordert. Jugendliche mit Bergerfahrung schaffen die Tour gut mit Hüttenübernachtung. Für Kinder ist schon der Hüttenzustieg zum Solsteinhaus ein schönes Ziel. Der Kleine Solstein ist erfahrenen, schwindelfreien Bergsteigern vorbehalten.
Häufige Fragen zum Großen Solstein
Wie lange dauert die Tour auf den Großen Solstein?
Ab Bahnhof Hochzirl hin und zurück rund acht bis neun Stunden; ab Solsteinhaus etwa zwei bis 2,5 Stunden bis zum Gipfel.
Warum ist der Kleine Solstein höher als der Große?
Die Namen stammen aus der Almwirtschaft: Der niedrigere Berg war als Weidegebiet früher bedeutender und hieß deshalb „Großer“ Solstein.
Braucht man Klettererfahrung für den Großen Solstein?
Nein, der Normalweg ist eine Bergwanderung. Kletterpassagen gibt es nur beim Übergang zum Kleinen Solstein.
Mein Fazit
Der Große Solstein ist ein ehrlicher Berg: kein Lift, keine Abkürzung, dafür ein langer Weg aus dem Inntal und ein Gipfel mit Weitblick in alle Richtungen. Mit einer Nacht im Solsteinhaus wird er zu einer der schönsten Zweitagestouren am Südrand des Karwendels.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Innsbruck Tourismus · Region Seefeld
