Das Sonnjoch ist mit 2.457 Metern der höchste Gipfel in der Region Achensee und der Hauptberg der Sonnjochgruppe im östlichen Karwendel. Es steht zwischen dem Falzthurntal bei Pertisau im Osten und der Eng im Westen – und gehört zu den beliebtesten Aussichtsbergen der ganzen Gegend.
Für mich hat das Sonnjoch einen ganz besonderen Reiz: Bei jeder meiner Touren hier oben habe ich Steinböcke gesehen. Sie standen im felsigen Gelände unterhalb des Gipfels, teilweise direkt neben dem Weg – ein unbeschreibliches Erlebnis. Dazu kommt ein Panorama, das von der Lamsenspitze über die Laliderer Wände bis zum Achensee und Rofan reicht.
Darum geht es auf dieser Seite
- Wie schwer ist das Sonnjoch?
- Normalweg ab der Gramaialm
- Varianten: Bärenlahnersattel und Eng
- Steinböcke am Sonnjoch
- Meine Tipps & Tricks
- Häufige Fragen
Wissenswertes zum Sonnjoch auf einen Blick
- Höhe: 2.457 m, höchster Gipfel der Region Achensee
- Lage: östliches Karwendel zwischen Falzthurntal und Eng, Tirol
- Start: Gramaialm im Falzthurntal (1.263 m)
- Höhenmeter: rund 1.200 im Auf- und Abstieg
- Gehzeit: ca. 3:15 h Aufstieg, 2:30 h Abstieg, insgesamt 5,5–6,5 h
- Strecke: etwa 11 km hin und zurück
- Schwierigkeit: bis zum Gramai-Hochleger mittel, danach steiler, schottriger Bergweg (schwarz)
- Einkehr: Gramaialm-Hochleger (ca. 1.750 m), Anfang Juni bis Mitte Oktober
Wie schwer ist das Sonnjoch?
Bis zum Gramaialm-Hochleger ist die Tour eine mittelschwere Bergwanderung. Danach wird es ernst: Der Weg zieht steil und schottrig über lose Steine hinauf, im Gipfelbereich brauchst du Trittsicherheit. Kletterstellen gibt es auf dem Normalweg nicht, doch schon bei Nässe werden einige Passagen kritisch. Konditionell sind die rund 1.200 Höhenmeter für die meisten fordernd genug – vor allem der rutschige Abstieg geht in die Beine.
Wie verläuft der Normalweg ab der Gramaialm?
Gramaialm – Gramaialm-Hochleger
Start ist am Alpengasthof Gramai Alm am Ende des Falzthurntals. Zunächst wanderst du mit Blick auf die Lamsenspitze relativ flach Richtung Talschluss. Nach knapp 15 Minuten biegst du an einer Gabelung rechts ab, den gelben Wegweisern zum Hochleger und Sonnjoch folgend, über eine Betonbrücke und weiter taleinwärts. Unterwegs passierst du schöne Wasserfälle. Der Steig wird steiler und bringt dich durch ein kleines Gatter zum Gramaialm-Hochleger, der in einem schönen Kessel zwischen Sonnjoch und Hahnkampl liegt.
Hochleger – Gipfel
Vom Hochleger sind es noch rund 1¾ Stunden. Erst geht es über grasiges Gelände, dann am breiten Schuttrücken in zahlreichen Serpentinen hinauf zum Westgrat. Über eine plattige Rampe und kleine Blöcke erreichst du fast eben das Gipfelkreuz. Abgestiegen wird auf dem Aufstiegsweg.
Welche Varianten gibt es am Sonnjoch?
Überschreitung über den Bärenlahnersattel
Deutlich ruhiger, aber auch anspruchsvoller ist der Anstieg aus dem Falzthurntal über den Bärenlahnersattel (rund 1.994 m). Von dort geht es durch steiles, brüchiges Gelände auf den Ostgrat und über ihn zum Gipfel. Abgestiegen wird über den Normalweg und den Hochleger. Die Runde misst rund 11 Kilometer und 1.270 Höhenmeter; sie ist nur etwas für Bergsteiger, die sich auch im bröseligen Karwendelschutt wohlfühlen.
Von der Eng
Auch von der Eng aus ist das Sonnjoch erreichbar. Weil du dabei über den Binssattel zwischendurch absteigst und wieder hinaufmusst, kommen insgesamt rund 1.400 bis 1.450 Höhenmeter zusammen. Wer keine zwei Autos hat, kann das Sonnjoch auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Rißtal ins Falzthurntal überschreiten.
Über den Nordgrat
Für erfahrene Bergsteiger gibt es einen Anstieg über den Nordgrat, der nach UIAA mit I bewertet wird. Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und alpine Erfahrung sind hier deutlich mehr gefragt als auf dem Normalweg.
Wo siehst du am Sonnjoch Steinböcke?
Die Steinböcke sind am Sonnjoch heimisch und halten sich gern im felsigen Gelände unterhalb des Gipfels auf. Wenn du ruhig gehst und aufmerksam schaust, stehen die Chancen sehr gut. Andere Bergsteiger berichten sogar von Herden mit über einem Dutzend Tieren, die sich kaum stören lassen. Auch Gämsen begegnen dir hier häufig. Halte Abstand, bleib auf dem Weg und lass die Tiere in Ruhe – dann bleiben sie auch für die nächsten Wanderer da.
Was siehst du vom Gipfel des Sonnjochs?
Ein 360-Grad-Panorama: Im Süden steht die markante Lamsenspitze, im Westen die mächtigen Laliderer Wände und die Gipfel rund um die Eng. Nach Osten blickst du hinunter ins Falzthurntal, dahinter liegen der Achensee und das Rofan. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Zillertaler Alpen und den Hohen Tauern.
Wann ist die beste Zeit für das Sonnjoch?
Vom Sommer bis in den Herbst, sobald die Wege schneefrei und trocken sind. Im Frühsommer kann der Bach im Tal unterhalb des Hochlegers noch viel Wasser führen. Die Tour ist sehr beliebt – an schönen Wochenenden bist du selten allein, unter der Woche ist es deutlich ruhiger.
Was solltest du vor der Tour wissen? Meine Tipps & Tricks für das Sonnjoch
- Wanderstöcke mitnehmen: Auf dem rutschigen Schutt im Abstieg geben sie dir spürbar mehr Halt.
- Gute Schuhe: Feste Bergschuhe mit griffiger Sohle sind ein Muss.
- Nur bei Trockenheit: Bei Nässe werden Teile des Gipfelbereichs heikel.
- Fernglas einpacken: Damit entdeckst du die Steinböcke oft schon von Weitem.
- Hochleger als Pause: Plane auf dem Rückweg eine Einkehr am Gramaialm-Hochleger ein.
- Mautstraße: Die Straße ins Falzthurntal bis zur Gramaialm ist mautpflichtig – rechne damit bei der Anfahrt von Pertisau.
Für wen eignet sich das Sonnjoch?
Für konditionsstarke, trittsichere Bergwanderer, die keine Kletterei suchen, aber steile Schuttwege nicht scheuen. Ältere Kinder mit Bergerfahrung schaffen es, für Einsteiger ist der Gramaialm-Hochleger ein schönes Zwischenziel. Wer danach mehr will, findet im Bärenkopf einen leichteren Aussichtsberg über dem Achensee.
Häufige Fragen zum Sonnjoch
Wie hoch ist das Sonnjoch?
Das Sonnjoch ist 2.457 Meter hoch und damit der höchste Gipfel der Region Achensee.
Wie lange dauert die Wanderung auf das Sonnjoch?
Ab der Gramaialm etwa 3:15 Stunden im Aufstieg und 2:30 Stunden im Abstieg, insgesamt also 5,5 bis 6,5 Stunden.
Sieht man am Sonnjoch wirklich Steinböcke?
Die Chancen sind sehr gut. Ich habe bei jeder meiner Touren Steinböcke im Gipfelbereich gesehen.
Gibt es unterwegs eine Einkehr?
Ja, den Gramaialm-Hochleger auf halber Strecke und die Gramai Alm am Ausgangspunkt.
Mein Fazit
Das Sonnjoch ist eine wirklich tolle Bergtour: anfangs gemütlich über Almböden, dann steil und schottrig, oben ein riesiges Panorama und mit großer Wahrscheinlichkeit Steinböcke zum Greifen nah. Geh bei trockenem Wetter, nimm Stöcke mit und gönn dir am Hochleger eine Pause.
Weiterführende Links
Aktuelle Infos: Achensee Tourismus · Naturpark Karwendel
